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Baustellenbesichtigung mit Journalisten am Kaiserlei.
© Stadt Offenbach / Georg-Foto

Unterwegs vom Container-Dorf im Westen Richtung Amsterdamer Straße bis zur Strahlenbergerstraße erläuterte die Projektleitung vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, Berit Bätz und Kinga Scupin, die Arbeiten an der fast einen Kilometer langen Strecke. Zwischen Stadtgrenze und Goethering besteht die größte Schwierigkeit darin, alle Kabel, Rohre und Leitungen im neuen Gehweg unter zu bringen, damit in Zukunft keine Straße mehr bei Reparaturen aufgerissen werden muss.

Nicht nur, dass hier schon viele - zum Teil bisher nicht gelistete - Kabel und Rohre liegen: Es sollen auch neue Leerrohre unter die Erde. Allein für die Telekom sind die Pakete 2,40 breit und 1 Meter hoch mit 24 Rohren, erläutert der Projektbetreuer der Planungsfirma Pöyry aus Friedberg, Volker Reith. Durch das Baugebiet läuft auch eine Gas Hochdruckleitung und Verbindungen zu großen IT-Knoten - weil hier große Firmen dran hängen, muss alles immer im Betrieb bleiben. Das vergrößert die Herausforderung.

Entsorgen oder wieder einbauen

Immer wenn Löcher in den Boden gegraben werden, fällt Erdaushub an. Diesen lagert die von der Stadt beauftragte Firma Bickhardt Bau zunächst auf verschiedenen Flächen im Baugebiet, weil damit nichts passieren darf, bevor der Boden nicht nach Entsorgungsklassen klassifiziert ist. In den ersten Bauphasen wurden bereits 14.000 Tonnen Bohrgut entsorgt, erklärte der Bauleiter von Bickhardt Bau, Carsten Glotzbach.

Unbelasteter Boden wird wo möglich wieder verbaut. So sind rund 20.000 Tonnen an Material wieder unter der Kaiserleipromenade verschwunden. Für die fertige Straße wurden 18.000 Tonnen Frostschutzmaterial und 12.000 Tonnen Mischgut verbaut. Das entspricht rund 1200 voll beladenen Sattelzügen.

In der aktuellen Bauphase entstehen weitere neue Straßenflächen und die Autobahnrampen. Hier fallen voraussichtlich 20.000 Tonnen Boden zur Entsorgung an. Weil die anfallenden Materialien innerhalb der Baustelle transportiert werden müssen, sind dort häufig Traktor-Schlepper und Lastwagen mit drei oder vier Achsen zu sehen. 

So viele Quadratmeter werden neu geschaffen am Kaiserlei
© Stadt Offenbach / kho

Entlang der Strahlenbergerstraße wurden zu Sicherung der Wege für Fußgänger fast tausend rot-weiße Absperrgitter aufgebaut. Dennoch verirren sich immer wieder Fußgänger auf die Baustelle. Das ist nicht nur sehr gefährlich, wie die Projektleitung erläutert, sondern führt auch zu weiteren Kosten für Absperrungen und verzögert Arbeiten.

Tonnenweise Stahl und Beton

Letzte Station des Rundgangs war das Innere des früheren Kreisels. Hier ragen sichtbar die ersten Pfeiler für die Brücken zu den Rampen empor. Für weitere Pfeiler sind bereits die Gruben vorbereitet. 

Das beeindruckendste Ingenieurbauwerk liegt aber unsichtbar tief unter der Erde, wie Bauingenieur Enrico Zanardo von Bickhardt Bau vor Ort erläutert. Denn die Fundamente der Pfeiler stehen auf vielen Bohrpfählen - insgesamt 93 Stück. Die Bohrdurchmesser sind bis zu 1,50 breit. Je nach Standort reichen die Pfähle 20 bis 40 Meter tief in die Erde. Die längsten Pfähle sind zu beiden Seiten des S-Bahn-Tunnels als Hülsenpfähle eingebaut, um die Last der Brücken unterhalb des Tunnels in die Erde zu leiten. 

Die Pfähle wurden mit 4000 Kubikmetern Beton gegossen. Das sind rund 500 Betonfahrmischer. Würde man diese in einer Schlange auf dem alten Kreisel aufstellen, bräuchte man vier Spuren. Denn die Schlange wäre 4 Kilometer lang. Gestützt wird der Beton von 300 Tonnen eingebautem Stahl.

Auf den Bohrpfählen wurden die 12 Fundamente für die Pfeiler mit 2100 Kubikmetern Beton (= 270 Betonfahrmischer) und 300 Tonnen Stahl. Darüber sind die sichtbaren Pfeiler parallel zu den Pfeilern der A661 entstanden. 

So viele Quadratmeter werden neu geschaffen am Kaiserlei Stadt Offenbach / kho
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