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Marktplatz
© Stadt Offenbach/ georg-foto
„Die Zukunft von Offenbach kann sich nur aus dem Kern heraus entwickeln“, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider zu Beginn der Pressekonferenz am 14. Juni und unterstrich damit, wie wichtig die Entwicklung der Innenstadt ist. Der letzte Meilenstein des Innenstadtumbaus sei die Umgestaltung des Marktplatzes, bei der es verschiedene Interessen zu berücksichtigen gebe. In insgesamt 30 öffentlichen Veranstaltungen konnten Bürger und Einzelhändler seit 2009 ihre Vorstellungen für die Umgestaltung einbringen. Eine intensive Beratung habe es auch in der neuen Koalition gegeben. Der für Juni anberaumte Beschluss der Stadtverordneten sei deswegen auf den 24. August verschoben worden. „Die interne Beratung war gut und wichtig“, erklärte der Oberbürgermeister. „Eine sehr große Mehrheit steht jetzt hinter dem Projektbeschluss.“

Das heißt konkret: Bestehen bleibt der im Juni 2015 gefällte Grundsatzbeschluss, den Marktplatz so umzugestalten, dass die bisherige Trennwirkung für Fußgänger zwischen Wilhelmsplatz und Fußgängerzone beseitigt und die Verkehrsfläche um ein Drittel reduziert wird. Ziel ist es, den Platz so umzubauen, dass Menschen sich dort gerne länger aufhalten. Die Zelthaltestelle für den Busverkehr wird auf die Berliner Straße in Höhe des Stadthauses verlegt, der Pkw-Durchgangsverkehr darf vorerst weiter über den Marktplatz rollen. Eine weitere wichtige Änderung ist, so Schneider, dass die Linksabbiegerspur auf der Berliner Straße zur Schloßstraße aufgegeben wird. Dies ermöglicht an dieser Stelle eine eigene Rechtsabbiegerspur für Busse zum Marktplatz. Künftig dürfen Verkehrsteilnehmer aus Westen kommend stattdessen in den Großen Biergrund abbiegen. Von dort aus soll künftig auch die Zufahrt zum neuen Parkhaus des abgerissenen Toys-R-Us-Gebäudes erfolgen. Entsprechend wird die Einbahnrichtung in der Ziegelstraße umgekehrt.

Oberbürgermeister Schneider betonte angesichts der geänderten Verkehrsführungen und der auf 25 Monate veranschlagten Bauzeit, dass die Kommune die Sorgen des Einzelhandels sehr ernst nimmt. „Für eine funktionierende Innenstadt sind Einzelhandel, Gastronomie und Kultur notwendig, dessen sind wir uns sehr bewusst“, so Schneider. Innenstädte würden im Wettstreit mit dem Onlinehandel nur noch als Erlebniswelt funktionieren, daher sei eine Zusammenarbeit zwischen Kommune, Einzelhandel und Kultur unerlässlich. Während der gesamten Umbauphasen bleiben alle Geschäfte und Parkhäuser für die Kunden erreichbar. Dies führe in der Folge zu einer vergleichsweise langen Bauzeit.

Änderungen in der Verkehrsführung außerhalb des Markplatz-Bereichs

Die Zeit bis zum Projektbeschluss im August wird das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement nutzen, um die Verkehrsbeziehungen außerhalb des Marktplatz-Bereichs -insbesondere für den Busverkehr - anzupassen. „Wir werden in einer Entwurfsplanung aufzeigen, was sich außerhalb des Marktplatzes ändern muss“, erläutert Amtsleiter Markus Eichberger. Neben der Verlegung der Linksabbiegerspur auf der Berliner Straße soll die Buslinie 101 künftig über Mainstraße und Schlossstraße die Haltestelle am Marktplatz anfahren. Neue Haltestellen sollen vor der Rudolf-Koch-Schule und in der Mainstraße entstehen.

„Änderungen an der Verkehrsführung soll es auch am Wilhelmsplatz geben“, erklärt Eichberger. „Über die Berliner und Bieberer Straße kommend wird man künftig links in die östliche Seitenstraße des Platzes einbiegen dürfen. Beide Seitenstraßen des Wilhelmplatzes sind dann in Richtung Süden befahrbar.“ Damit erhalten die Marktbeschicker die lange gewünschte Zufahrt von Osten auf den Wilhelmsplatz, das bisweilen zu beobachtende „Schaufahren“ aufgemotzter Pkw rund um den Platz wird künftig verhindert. Der Parkplatz am Wilhelmsplatz erhält dann eine neue Zufahrt von Süden (über die Bleichstraße).

Innenstadt erhält einheitliches Erscheinungsbild

Zentrales Ziel des Umbaus ist die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und der Innenstadt zwischen Marktplatz, Frankfurter Straße und Wilhelmsplatz ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben. „Der fließende Übergang zwischen Marktplatz und Fußgängerzone soll durch ein einheitliches Pflaster für Gehwege und Fahrbahn sowie breiteren Gehwegen mit niedrigen Bordsteinkanten erreicht werden,“ erläutert Marcus Hüls, Fachreferent für Stadtgestaltung und Projektleiter des Marktplatz-Umbaus. „Die Fahrbahn wird um zwei Meter enger und die Gehwege werden entsprechend breiter. Damit gibt es auch mehr Fläche für die Außengastronomie und Warenauslagen.“ Zudem werde es eine einheitliche Beleuchtung im Innenstadtbereich geben, Bänke auf dem Marktplatz sollen zum Verweilen einladen und mehr Bäume gepflanzt werden.

Weniger Autos, mehr Radfahrer – auch das bleibt ein Ziel: „Wir werden mehr Einbahnstraßen für den Radverkehr freigeben“, ergänzt Oberbürgermeister Schneider. Ein Verkehrsgutachten soll nach dem Umbau klären, ob die veränderten Verkehrsführungen und die Fahrbahnverengung zu weniger Autoverkehr in der Stadtmitte führen. Andernfalls müsse dann über Änderungen nachgedacht werden.

Mehr Informationen zum Marktplatz-Umbau:

https://www.offenbach.de/dialog/blogs/marktplatz/index.php

Offenbach am Main, 20. Juni 2017