Sprungmarken
Suche
Suche

Stadt Offenbach
© Visualisierung des Platzes am Brunnen
Mit zusätzlichen Gas-, Wasser- und Stromleitungen sind die Planungen für den Umbau angepasst worden. In 34 Monaten entsteht in der Innenstadt ein städtebaulich aufgewerteter Platz der Raum zum Verweilen bietet.

Die Bauarbeiten zur Neugestaltung des Marktplatzes und der westlichen Bieberer Straße bis zum Großen Biergrund beginnen Mitte Juli 2018. Bis voraussichtlich April 2021 soll das Areal unter Aufrechterhaltung des Verkehrs umfassend erneuert und umgestaltet sein. Gemäß dem erweiterten Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten vom November 2017 soll das Bauvorhaben den Marktplatz städtebaulich aufwerten, die Trennwirkung durch die bestehende breite Fahrbahn aufheben, den Durchgangsverkehr reduzieren und Passanten mehr Raum zum Verweilen bieten. Die um ein Drittel reduzierte Fahrbahn erhält dabei ihren historischen leicht diagonalen Verlauf zurück. Gehwege und Aufenthaltsbereiche werden verbreitert und erhalten einen einheitlichen Plattenbelag, der den Wilhelmsplatz mit Wochenmarkt und Gastronomie optisch und funktional stärker mit der Fußgängerzone verbindet. Moderne Gestaltungselemente wie neue Sitzmöglichkeiten und eine neue Beleuchtungsanlage sowie barrierefreie Wartebereiche an den Bushaltestellen ergänzen und ersetzen die in die Jahre gekommene Infrastruktur.

Baumaßnahme integriert Leitungsarbeiten externer Versorger

Ein großer Teil der Gas-, Wasser- und Stromleitungen sowie der Kanalanschlussleitungen im Boden werden im Zuge des Marktplatz-Umbaus erneuert beziehungsweise ergänzt. Um während der Umbauzeit die Einschränkungen für den Anlieger-, Kunden- und Lieferverkehr sowie für den Öffentlichen Nahverkehr möglichst gering zu halten, hat das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement in den vergangenen Wochen sehr aufwändige und umfangreiche Planungen vornehmen müssen. „Hierbei haben uns externe Versorgungsunternehmen bis zuletzt noch neue zusätzliche eigene Maßnahmen im Baugebiet angekündigt, die wir in unsere Baumaßnahme eintakten mussten“, erläuterte die stellvertretende Amtsleiterin Sigrid Pietzsch. Für gewöhnlich nutzen Anbieter von Strom, Wasser, Gas und Telefondiensten Vorhaben dieser Art, um ebenfalls ihre Versorgungsleitungen im Boden zu erneuern und zusätzliche Leitungstrassen zu legen. „Das ist aus unserer Sicht auch erfreulich, damit die neuen Oberflächen nach Fertigstellung unseres Vorhabens nicht gleich wieder aufgemacht werden müssen.“ Als Hauptträger der Baumaßnahme ist die Stadt in der Verantwortung, diese privaten Vorhaben in ihren Bauabläufen zu berücksichtigen und zeitlich aufeinander abzustimmen. „Aus diesem Grund waren der ursprüngliche Termin für den Baubeginn Ende März und die avisierte Bauzeit von 25 Monate leider nicht zu halten. Die nun stehende Planung sieht 34 Monate vor, beinhaltet aber auch mögliche witterungsbedingte Baupausen in den Wintermonaten“, so Pietzsch.

Haltestellen müssen mehrmals verlegt werden

Als Baubeginn wurde der 16. Juli 2018 festgelegt. Die Veröffentlichung der fertigen Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe der Bauleistung an ein Bauunternehmen soll im April erfolgen, nach Submission und dem anschließend erforderlichen Vergabebeschluss durch den Magistrat kann die Baustelle eingerichtet werden. Dem Baubeginn Marktplatz-Umbau vorgelagert sind Teilmaßnahmen der Energienetze Offenbach GmbH (ENO), welche Anfang Juni beginnen. Bereits zu diesem Zeitpunkt beginnt die erste Änderung im Busliniennetz: Die Busse aus der Waldstraße werden in die Bieberer Straße umgeleitet, um im Marktplatz Baufreiheit zu erreichen. Eine zweite wesentliche Änderung wird es erst im Frühjahr 2019 geben: Dann verkehren die Busse alle wieder wie gewohnt im Marktplatz, die Bieberer Straße wird jedoch für gut ein Jahr nicht mehr durch Busse angefahren. Ab Sommer 2020 sollen dann alle Busse wieder wie gewohnt ihre Strecken befahren können. Im Zuge des Bauvorhabens wird es zwischendurch kleinere Standortverschiebungen der Bushaltebereiche geben, die von der Stadt frühzeitig vor jedem Wechsel bekanntgegeben werden.

Kleine wandernde Baufelder statt Großbaustelle

Umgebaut wird in insgesamt zwölf Bauphasen. Die  Offenbacherinnen und Offenbacher müssen jedoch nicht befürchten, dass der Marktplatz über fast drei Jahre hinweg eine einzige große Baustelle sein wird, machte Verkehrsplaner Ralf Klingebiel vom externen Planungsbüro HHVH/Schüßler-Plan deutlich: „Auch weil wir alle Verkehrsbeziehungen aufrecht erhalten wollen, werden kleinere Baufelder über die Bauzeit hinweg durch das Baugebiet wandern, so dass an den nicht betroffenen Stellen nur vergleichsweise wenig von der Baustelle zu merken sein wird.“ Auf diese Weise nehmen der Marktplatz und die Bieberer Straße Stück für Stück ihre neue Gestalt an. Vorrang hat hierbei die schnelle Wiederherstellung der vollen verkehrlichen Erreichbarkeit für Kunden, Gewerbetreibende und Anlieger. Welche Einschränkungen und Änderungen in den Bauphasen zu erwarten sind, zeigen die Bauphasengrafiken auf, die in den nächsten Wochen im Internet auf www.marktplatz-umbau.de allgemeinverständlich aufbereitet wird.

Abschnittsweise Sperrung der Bieberer Straße ab Sommer 2019

Unvermeidlich ist jedoch die abschnittsweise Sperrung der Bieberer Straße ab Frühjahr 2019. Die dortige Umgestaltung erfolgt schrittweise über rund ein Jahr hinweg. Um eine gute Erreichbarkeit des Wilhelmsplatzes in dieser Zeit zu ermöglichen, wird bereits ab diesem Zeitpunkt die Zufahrt von Osten über die Bieberer Straße eingerichtet. Sobald der westlichste Abschnitt der Bieberer Straße bis zum Markthäuschen erneuert wurde, ist der Wilhelmsplatz auch wieder über den Marktplatz erreichbar (ab etwa November 2019). Zu jeder Zeit ist während des Umbaus das Anfahren mit dem Pkw von Süden über die Bleichstraße möglich. Die dauerhafte Umkehrung der Einbahnstraßenregelung in der östlichen Seitenstraße des Wilhelmsplatzes (in Richtung Süden) erfolgt ab voraussichtlich Mitte 2020.

Alle Veränderungen, die sich durch die Bauphasen ergeben, werden durch die Stadt und die Offenbacher Stadtinformationsgesellschaft (OSG) rechtzeitig bekanntgegeben. Die OSG arbeitet im Zuge des Baustellenmarketings eng mit dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit, dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, der Wirtschaftsförderung und der Nahverkehrsgesellschaft NiO – Nahverkehr in Offenbach zusammen. Für die Betreuung der direkt betroffenen Anwohner, Eigentümer und Gewerbetreibende hat die OSG mit Nihad Moufadil eine Anliegerbeauftragte gewonnen, die bereits seit Januar in persönlichen Gesprächen über das Bauvorhaben informiert und die Betroffenen die gesamte Zeit begleitet.

„Wir wissen, dass der Umbau vor allem die Anlieger stark beeinträchtigen wird“, betonte Baudezernent Paul-Gerhard Weiß. Durch eine enge Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung zwischen der Verwaltung und den städtischen Gesellschaften wolle die Stadt aber eine umfassende Information und Betreuung der Betroffenen sicherstellen. „Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung können wir eine frühzeitige Kommunikation, so wie sich die Anlieger diese berechtigterweise wünschen, zwar nicht immer garantieren“, so Weiß weiter, „aber wir stellen im Rahmen unserer Möglichkeiten alle verfügbaren Ressourcen zur Verfügung, um bestmöglich zu informieren.“

Städtebauliche Aufwertung und Förderung des Einzelhandels

Für die Stadt ist der lange diskutierte Umbau des Marktplatzes ein entscheidender Schritt in den Bemühungen, den Einzelhandel zu stärken und die Innenstadt attraktiver zu machen: „Wir alle wissen, dass der örtlich gebundene Einzelhandel überall in Deutschland unter dem stetig wachsenden Online-Geschäft leidet“, so Weiß. „In Offenbach ist die Situation in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Ladenmieten und der Nähe zu starken Einkaufsstandorten wie Frankfurt – und neuerdings auch Hanau – zusätzlich erschwert worden. Durch den Umbau ergreift die Stadt ihre städtebaulichen Möglichkeiten, um der Innenstadt ein neues attraktiveres Gesicht zu geben und so den Einzelhandel zu fördern.“ Das Projekt stellt aus seiner Sicht einen weiteren wichtigen Schritt dar, Offenbach im regionalen Standortwettbewerb neu aufzustellen: „Wir haben trotz unserer geringen Investitionsmittel in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Plätze und Straßen in unserer Innenstadt modernisiert.“ Er verwies beispielhaft auf Stadthof, Aliceplatz, Frankfurter Straße, Große Marktstraße und Kaiserstraße. „Der Umbau des Marktplatzes jetzt kommt angesichts der rasanten städtebaulichen Entwicklung und Aufwertung unserer Stadt, in die Jahr für Jahr neue Menschen ziehen, zum richtigen Zeitpunkt.“

Stärkung des ÖPNV und bessere Erreichbarkeit der Innenstadt

Wichtigstes Ziel in der Bauzeit und danach ist, so Weiß, dass alle Ziele in der Innenstadt uneingeschränkt erreichbar bleiben. „Der Einzelhandel ist auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen und mit dem Umbau verbessern wir diese sogar: Künftig kann der Marktplatz – in Verbindung mit geplanten Verbesserungen an den Halteplätzen an der Berliner Straße – die vorgesehenen zusätzlichen Busverbindungen und Taktverdichtungen aufnehmen. Radfahrer erhalten neue Fahrtmöglichkeiten (nach Westen in der Bieberer Straße und im Marktplatz nordwärts zur Berliner Straße) und von der Berliner Straße kommend können Autofahrer künftig in das Parkhaus „Marktplatz“ links einfahren.“ Im Zuge des Umbaus wird auch die Anbindung des Wochenmarktes verbessert: Dieser ist künftig zusätzlich von Osten über die Bieberer Straße erreichbar. Gleichzeitig sollen die Anwohner an den Seitenstraßen des Wilhelmsplatzes durch eine Verkehrsberuhigung mittels Bodenschwellen entlastet werden. „All diese Maßnahmen sind darauf abgestimmt, den ÖPNV zu stärken, die Erreichbarkeit für den Individualverkehr mit direktem Ziel Innenstadt zu erhöhen, jedoch gebietsfremden Durchfahrtsverkehr möglichst zu vermeiden.

7. März 2018
Stadt Offenbach Visualisierung des Platzes am Brunnen
1 / 1