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Nach Abschluss der umfangreichen Bürgerbeteiligung hat der Magistrat der Stadt Offenbach für den Ausbau des Maindamms die Kombination zweier bevorzugter Varianten beschlossen. Oberbürgermeister Horst Schneider äußerte seine Freude über die Magistratsentscheidung, die nun in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl auch in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung gestellt wird. Die Ausbauplanung gewährleiste Schutz vor einem 200-jährigen Hochwasser. Und man habe die Jahrhundertchance zur Qualitätsverbesserung des Stadtbildes genutzt. Auf Initiative von Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Birgit Simon werden gleichzeitig mit dem Genehmigungsverfahren auch Maßnahmen eingeleitet, um die Verkehrsbelastung auf der Mainstraße zu verringern.

Nach Abschluss der umfangreichen Bürgerbeteiligung hat der Magistrat der Stadt Offenbach für den Ausbau des Maindamms die Kombination zweier bevorzugter Varianten beschlossen. Oberbürgermeister Horst Schneider äußerte seine Freude über die Magistratsentscheidung, die nun in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl auch in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung gestellt wird. Die Ausbauplanung gewährleiste Schutz vor einem 200-jährigen Hochwasser. Und man habe die Jahrhundertchance zur Qualitätsverbesserung des Stadtbildes genutzt. Auf Initiative von Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Birgit Simon werden gleichzeitig mit dem Genehmigungsverfahren auch Maßnahmen eingeleitet, um die Verkehrsbelastung auf der Mainstraße zu verringern.

Die Ausbauplanung sieht vor, den Maindamm in Höhe des Isenburger Schlosses auf einer Länge von 90 Metern abzusenken und eine Terrasse zum Mainvorgelände hin anzulegen. Oberbürgermeister Horst Schneider sieht damit eine seiner Zukunftsvisionen verwirklicht: Von der Mainstraße aus könne man dann wieder den Fluss sehen. Und auch wer in einigen Jahren vom umgestalteten Marktplatz aus mit dem Fahrrad die Schlossstraße hinauf fahre, könne direkt auf den Main schauen.

Die vom Magistrat beschlossene Ausbauplanung greift ein zentrales Anliegen vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger auf und kombiniert Abschnitte, in denen der alte Baumbestand zweireihig erhalten bleibt mit Abschnitten, in denen künftig eine landseitige Baumreihe steht. Realisiert werden soll diese Kombination auf einer Strecke von 1,1 Kilometern zwischen Kaiserstraße/Carl-Ulrich-Brücke und Deichtor Alessa. In diesem Bereich stehen derzeit 204 Bäume. 86 Bäume müssen gefällt werden. Dafür sind allerdings 116 Neupflanzungen vorgesehen. Nach der Sanierung werden also 234 Bäume den Spazierweg auf der Deichkrone säumen.

Dort, wo beide Baumreihen erhalten werden, wird eine senkrechte Spundwand am Fuß der Böschung eingebaut. Der Zwischenraum wird bis zur Höhe der Deichkrone mit Erde aufgefüllt und die Spundwand wird nach außen hin mit einem Mauerwerk aus Naturstein verkleidet. Da die Spundwand die jetzige Deichkrone um etwa 15 bis 50 Zentimeter überragt, erhält sie an der Oberkante eine beidseitige Verkleidung.

Um das Mainvorgelände vor allem an schmalen Stellen nicht weiter zu beschneiden, ist es teilweise nötig, die Spundwand an der Deichkrone einzubauen. Die wasserseitige Baumreihe wird gefällt, da die erforderlichen Erdarbeiten das Wurzelwerk zwangsläufig schädigen würden. Wasserseitig sind keine Nachpflanzungen vorgesehen. Die landseitige Baumreihe bleibt jedoch weitgehend erhalten und wird teilweise ersetzt und ergänzt. In diesen Abschnitten wird die Deichkrone der Höhe der Spundwand angeglichen.

Im Bereich der Absenkung muss die Sicherheit im Falle eines Hochwassers mit mobilen Elementen gewährleistet werden, die zum Teil auch in Rumpenheim zum Einsatz kommen sollen.

Für den Deich im Bereich Rumpenheims hat der Magistrat sich für folgende Varianten entscheiden: Im Bereich Kleines Gässchen bis Neugasse (rund 153 Meter) sowie im Bereich Schlosspark/Baumsaal (etwa 155 Meter) wird eine verkleidete Spundwand vor die bestehende Mauer gesetzt. Die Bereiche Neugasse bis Restaurant „Schiffchen“ (circa 135 Meter), Teilabschnitt „Schiffchen“ (etwa 25 Meter) sowie Teilabschnitt Pumpwerk/Schloss (circa 80 Meter) werden bis auf die Höhe des Bemessungshochwassers mit einem mobilen Dammbalkensystem versehen. Vom Abschluss des Landesdeiches bis an die Gemarkungsgrenze wird der bestehende Deichkronenweg um etwa 20 Zentimeter erhöht.

Die Kosten des gesamten Ausbaus schätzt das federführende Amt für Stadtplanung und Baumanagement auf 12,1 Millionen Euro. Laut Amtsleiterin Susanne Schöllkopf kann die Stadt Offenbach mit einem 40-prozentigen Zuschuss zu den Kosten der „technisch erforderlichen Maßnahmen“ rechnen.

Oberbürgermeister Schneider versprach die Bevölkerung weiterhin über alle Schritte zu informieren. Jede Baumfällaktion werde rechtzeitig angekündigt. Niemand solle eine böse Überraschung erleben müssen. Die umfangreiche Bürgerbeteiligung im Vorfeld der Magistratsentscheidung wertete auch Bürgermeisterin Simon als positive Erfahrung, die man für kommende Prozesse nutzen könne. Für den Ausbau des Maindamms habe man nun eine gute Lösung gefunden.

Allerdings erfordere die Deichabsenkung am Isenburger Schloss verkehrsberuhigende Maßnahmen auf der Mainstraße. Denn von dort wirkten Lärm und Abgase künftig wegen der Absenkung stärker auf das Mainvorgelände ein. Man wolle das Problem deshalb frühzeitig angehen.

Die Mainstraße gehört zu den sogenannten Hotspots innerhalb des Stadtgebiets, wo die gesetzlichen Grenzwerte für die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid deutlich überschritten werden.
Bürgermeisterin Simon strebt die Einführung einer Umweltzone an, für die die Genehmigung allerdings noch aussteht. Tempolimit und ein LKW-Fahrverbot hält Simon außerdem für denkbar. Laut OB Schneider geht es vor allem darum, den überörtlichen Durchgangsverkehr aus dem Stadtgebiet zu verdrängen, weil er die Lebensqualität stark beinträchtige.

16. Februar 2011