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„Präsente Architektur am Entrée zur Stadt“ plant die Wohnkompanie laut Geschäftsführerin Iris Dilger auf dem Grundstück der ehemaligen Maschinenfabrik „Collet und Engelhard“. Damit macht die langjährige Brache zwischen der Berliner Straße und der Bernardstraße Platz für das „Goethequartier“ mit rund 350 Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten und eine Kindertagesstätte. Gut 100 Millionen Euro will die zur Bremer Zech Group gehörende Wohnkompanie in der exponierten Lage investieren.
Noch eine Brache
Jetzt noch eine Brache... © Stadt Offenbach
Visualisierung
...bald schon attraktives Entree ins Nordend © Zech-Gruppe

Über zwei Jahre sei bereits mit anderen Interessenten verhandelt worden, erläutert Oberbürgermeister Horst Schneider bei der Vorstellung der Pläne, dann ging alles sehr schnell: Die Wohnkompanie konnte mit ihrem Konzept für das Grundstück überzeugen und zeigte sich zudem für zusätzliche Investitionen bereit. Dass sie also auch die Bürgersteige bezahlen wird, sei ein „nette Begleiteffekt der konstruktiv geführten Verhandlungen“, so der Baudezernent weiter.

So konnte sich die Stadt auch ihren Wunsch nach geförderten Wohnraum durchsetzen: Bei circa 50 Wohnungen wird der Quadratmeterpreis unter 10 Euro, also 10 Prozent unter dem Vergleichsspiegel liegen. Sofern die Stadtverordneten der Änderung des Bebauungsplans zustimmen, „schließt sich damit weitere Wunde aus der Offenbacher Industriegeschichte“, so Schneider. Seit Fertigstellung der S-Bahn liegt die Fläche brach, bis dahin hatte die Deutsche Bahn das 19.000 Quadratmeter große Grundstück für die Baustelleneinrichtung genutzt und auch die Altlastensanierung finanziert.

Bevor nun im Frühjahr 2017 mit dem geplanten Bau des „Goethequartiers“ begonnen werden kann, soll im kommenden Jahr Baurecht geschaffen werden. „Denn der bestehende Bebauungsplan Nr. 528A ist“, erklärt Markus Eichberger, „ein Kind seiner Zeit“. Aufgestellt in 2001, seien die Stadtplaner seinerzeit vor allem von einem großen Bedarf an Büroflächen ausgegangen und sahen einen „relativ dichten Riegel“ an dieser Stelle vor. „Ein Festhalten daran würde die Entwicklung des Geländes über Jahre hinweg verhindern.“ Die Änderung in einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll Planungsrecht für das Mischquartier mit Wohn- und Gewerbeflächen schaffen. Der Entwurf der Frankfurter Architekten Landes & Partner sieht fünf bis sieben Vollgeschosse und ausgebaute Dachgeschosse vor. Von den geplanten 42.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sind rund 4.200 für den gewerblichen Bereich sowie ausreichend Tiefgaragenplätze vorgesehen.

Schneider hofft nun auf einen schnellen Satzungsbeschluss für „das derzeit größte Wohnbauprojekt an einem tollen Standort“, damit die Südwestecke des Nordends vervollständigt werden und eine weitere städtebauliche Brache verschwinden kann.