Sprungmarken
Suche
Suche

Richtkranz
© Stadt Offenbach
Der Magistrat der Stadt Offenbach am Main berichtet jährlich an das Stadtparlament zu gefördertem Wohnraum in der Stadt. Im jüngsten Bericht wurden 3.841 geförderte Wohnungen aus Zahlen der WI-Bank, der Wohnbauförderung und des Wohnungsamtes für 2018 ermittelt.

Förderung zur sozialen Mietwohnraumförderung

Wohnungsbau-Unternehmen und Privatleuten stehen in den Bereichen Neubau, Erwerb, Sanierung oder barrierefreiem Umbau von Wohnungen und Häusern mehrere Förderprogramme des Landes und der Stadt Offenbach zur Verfügung. Doch nicht alle Programme werden angefragt: 2017 wurden im Programm zur sozialen Mietwohnraumförderung 30 Wohnungen, darunter Wohnungen im Lichtenplattenweg, für Menschen mit geringen Einkommen gefördert. 2018 waren es 83 Wohnungen im Goethequartier – davon 30 im Programmteil für geringe und 53 im neuen Programmteil für mittlere Einkommen

Diese Wohnungen wurden außerdem mit städtischen Mitteln in Höhe von 918.000 Euro, die aus der Fehlbelegungsabgabe stammen, gefördert.

Die Einnahmen, die durch fehlbelegte geförderte Wohnungen entstehen, lagen 2018 bei 511.530,83 Euro und für 2019 wird mit 450.000,00 bis 475.000,00 Euro gerechnet.

Für studentische Haushalte wurde vom Land Hessen ebenfalls ein Programm aufgelegt, das eine Mietpreis- und Belegungsbindung vorsieht. 2017 entstand ein Studentenwohnheim mit 34 Wohneinheiten für 43 Studierende, das im Programm gefördert wurde. Im darauffolgenden Jahr wurde in Offenbach kein Studentenwohnheim gebaut, wodurch kein Bedarf für diese Förderung bestand. Alle Wohnungen der genannten Förderprogramme wurden für eine Bindungsfrist von 20 Jahren angemeldet.

Wohnungsbau-Unternehmen werden regelmäßig im Arbeitskreis der Branche für Offenbach über Förderprogramme informiert. Dazu zählt auch das Kommunalinvestitionsprogramm zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum (KIP). Für 2018 gab es eine Anmeldung für 32 Mietwohnungen in den Kappus-Höfen, jeweils 16 für die Programmteile geringe und mittlere Einkommen. 2017 wurde dieses Programm nicht nachgefragt.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 115 Wohnungen von Wohnungsbaugesellschaften gefördert. „Wir würden uns wünschen, dass mehr Menschen aber auch Wohnungsbaugesellschaften eine der Förderungen beantragen und damit mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen können“, so Weiß.

Die Nassauische Heimstätte hat in diesem Jahr angekündigt, freiwillig und ohne Fördermittel die Bindungen für insgesamt 137 Wohnungen um zehn Jahre zu verlängern. Die Bindungen der betreffenden Wohnungen in der Richard-Wagner-Straße, Kurt-Tucholsky-Straße und der Kettelerstraße würden ansonsten Ende 2021auslaufen.

2019 werden voraussichtlich 39 Wohnungen aus der Belegungsbindung fallen – 2018 waren es zehn Wohnungen und 2017 insgesamt 105 Wohnungen.

Eigentumsbildung für Familien

Familien, die die Förderkriterien des Landes Hessen erfüllen, erhalten mit dem Hessen-Baudarlehen Unterstützung bei Neubau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum. „Diese Fördergelder werden derzeit noch zu wenig genutzt – 2017 wurde nur ein Haus gefördert und 2018 erfüllten die interessierten Familien nicht die Förderkriterien des Landes“, kommentierte Stadtrat Paul-Gerhard Weiß den Bericht.

Barrierefreiheit gefördert

Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen können aus dem Landesprogramm für die Förderung des behindertengerechten Umbaus von selbstgenutztem Wohneigentum Zuschüsse für den barrierefreien bzw. -armen Umbau beantragen. Gefördert werden der Umbau von Bad oder Toilette, Küche und Einzelmaßnahmen sowie der Einbau von Lift- und Aufzugsanlagen. Dieses Programm wurde 2017 vier Mal und 2018 neun Mal bewilligt. Der Stadt Offenbach standen hierfür jährlich Mittel in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung.

„Gerade Familien und ältere oder behinderte Menschen können von den Fördergeldern profitieren. Das Land Hessen ist außerdem dabei, die Förderung noch attraktiver zu machen, zum Beispiel durch eine auf 20 Jahre verlängerte Zinsbindung beim Hessen-Darlehen“, erläutert Stadträtin Sabine Groß. Die Wohnbauförderung der Stadt Offenbach berät sie dabei gerne.

Brandschutzwände begrünen

Ungenutzt sind derzeit auch Fördermittel, mit denen zwar kein Wohnraum geschaffen, aber der vorhandene besser gestaltet oder gar gekühlt werden kann: Die Stadt Offenbach fördert im Fassadenprogramm der Aktiven Innenstadt nicht nur die Aufwertung straßenseitiger Fassaden, sondern auch eine Begrünung von straßenseitigen Brandwänden von Geschäftshäusern, die auch Wohnungen beherbergen können, soweit sie im Fördergebiet der Aktiven Innenstadt liegen. Die Kosten werden mit bis zu 25 Prozent bezuschusst. Das kann bis zu zehn Euro pro Quadratmeter Wandfläche ausmachen.

22. August 2019