Sprungmarken
Suche
Suche

Grün und insbesondere Bäume nehmen im verdichteten Siedlungsraum eine wichtige Funktion ein. Aufgrund ökologischer und soziologischer Wirkungen wird das Stadtbild durch Straßenbäume in vielfältiger Hinsicht aufgewertet.
Offenbachs Skyline und Teile des Baumbestandes
© Stadt Offenbach

Vom raumbildenden bis zum ästhetischen Element wird der Straßenbaum in unterschiedlichsten Funktionen genutzt:

Stadtbäume als ökologisches Element

  • Kohlenstoffdioxidbindung und Sauerstoffproduktion:
    Bei der Photosynthese verzehren die Bäume Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre und scheiden dabei ca. die gleiche Menge Sauerstoff aus. (Im Durchschnitt kann ein Baum 6 kg CO2 pro Tag aufnehmen. Dabei gibt er 4,4 kg Sauerstoff ab und trägt dadurch zur Luftverbesserung bei.)
  • Temperatursenkung durch Schattenwurf: Schattenwurf senkt signifikant die Temperaturen gegenüber versiegelten, nicht beschatteten Straßen, Plätzen und angrenzenden Bauwerken.
  • Befeuchtung der Stadtluft:
    Verdunstung über Blatt und Rinde erhöhen den Wasserdampfgehalt der Umgebungsluft, führen zur Luftzirkulation (Luftaustausch) und kühlen sie ab. Unangenehm empfunden trockene Stadtluft wird damit angenehm angefeuchtet, vergleichbar mit einem Raumbefeuchter.
  • Staubfilter: Durch ihre große wirksame spezifische Blattoberfläche filtern belaubte Bäume Schwebteilchen, insbesondere Feinstaub, aus der Luft und wirken so als höchst effiziente Staubfilter. (Filterleistung der Belaubung pro Baum (Staub etc.): bis 7.000 kg/Jahr)
  • Luftfilter:
    In gleichem Maße kann die hohe spezifische Blattoberfläche die in der Luft enthaltenen gasförmigen Schadstoffe, wie Stickoxide und Schwefel entziehen und so reinigen.
  • Windbremse:
  • Bäume lenken und bremsen Wind. Dadurch werden "Kanalwirkung und Schluchtcharakter" einer Straße gemildert und meist behoben (Erkenntnisse aus Windkanalversuchen). Neben der Steigerung der Qualität des Wohnumfeldes werden Gebäudeschäden gemindert oder abgewendet.
  • Lärmminderung, insbesondere durch groß- und rauhlaubige Gehölze: Nach eingehenden Untersuchungen wird Verkehrslärm sehr viel mehr visuell als akustisch von den Anwohnern registriert, so dass Bäumen damit eine wesentliche Bedeutung als Sichtschutzpflanzung zukommt.
  • Lebensraum für Tiere und Pflanzen:
    Bäume in der Stadt sind vielfältiger Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger.
Bäume im Lilipark
© Stadt Offenbach

Stadtbäume als gestalterisches Element

Aufgrund der dreidimensionalen Wirkung von Bäumen sind sie in der Lage, eine wichtige raumbildende Funktion einzunehmen. Fehlende bauliche Kanten können durch Bäume ersetzt werden, strenge Baulinien können aufgelockert werden und unschöne Situationen können verdeckt werden. Durch entsprechende Pflanzung können Bäume ein leitendes Element darstellen. Sie lenken den Blick des Betrachters zielorientiert in eine bestimmte Richtung und betonen wichtige Sichtachsen. Bäume können aufgrund der unterschiedlichen und zum Teil sehr markanten Ausprägungen ganz bewusst als orientierendes Element eingesetzt werden. Durch Pflanzung einer einprägsamen Baumart wird der Wiedererkennungs- und Identifikationswert eines bestimmten Ortes erhöht.

Stadtbäume als Lern- und Erlebniselement

Ein Baum ist im Gegensatz zu einem Gebäude ein lebendiges Element. Im Lauf der Jahre finden ein stetiges Wachstum und eine Veränderung der Materie statt. Angefangen von einem schmalen Jungbaum bis zu einem imposanten Altbaum mit ausladender Krone lassen sich die verschiedenen Lebensphasen eines Baumes gut beobachten und erfahren. Auch der Lauf der Jahreszeiten lässt sich an Bäumen beobachten: Der Frühjahrsaustrieb, die Blüte, die Früchte, die Herbstfärbung und der anschließende Laubfall machen die Jahreszeiten erlebbar.

Stadtbäume als ästhetisches Element

Ein nur schwer messbares Thema ist die sinnliche und ästhetische Wahrnehmung von Stadtgrün. V. a. im städtischen Raum verspüren viele Menschen das Bedürfnis nach Natur und Natürlichkeit. Die Farbe „Grün“ wirkt beruhigend und ein Aufenthalt im Grünen wird oft mit Ruhe, Gesundheit, Wohlbefinden und Erholung gleichgesetzt.
Blühende Bäume am Mathildenplatz
© Stadt Offenbach

Sicherheit und Unterhaltung

Der Eigenbetrieb der Stadt (ESO) führt in Zusammenarbeit mit externen Firmen zweimal jährlich eine Kontrolle aller städtischen Einzelbäume und einmal jährlich eine Kontrolle der waldartigen Bestände durch. Hierbei wird festgestellt, ob ein Baum z. B. Totholz oder morsche Teile besitzt und ob Krankheiten oder Schädlinge vorhanden sind. Des Weiteren wird überprüft, ob das Lichtraumprofil an den Straßen eingehalten wird und ob allgemein die Verkehrssicherungspflicht eingehalten wird. Werden Mängel erfasst, werden diese vom ESO nach Dringlichkeit der Reihe nach bearbeitet. In der Regel handelt es sich hierbei um Schnittarbeiten. Generell wird in der Stadt Offenbach ein Baum nur dann geschnitten, wenn es aus Krankheits- bzw. aus Sicherheitsgründen notwendig wird. Im Hinblick auf die Wohlfahrtswirkung von Bäumen, vor allem in Zusammenhang mit der Verbesserung der Luft und des lokalen Klimas, ist es das Ziel, Bäume soweit möglich, artgerecht zu erhalten.