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Gruppenbild am Main
Anna Biegler, Fachreferentin beim Stadtplanungsamt im Bereich Stadtentwicklung und Städtebau, Markus Eichberger, Leiter des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, und Oberbürgermeister Horst Schneider beim Ortstermin am Mainufer. © Stadt Offenbach
Radler, Spaziergänger, Picknicker, Waggon, Bembelboot und das Restaurantschiff Backschaft. Wer an schönen Tagen den Blick vom Maindamm schweifen lässt, blickt auf entspanntes Leben am Wasser. Das Mainufer ist Naherholungsraum und Treffpunkt, grüne Oase und Ausflugsziel. Geworden. Denn erst der Strukturwandel ermöglichte die Rückeroberung beispielsweise der Industrieflächen am Hafen oder auch die Umgestaltung des Mainufers.

„Wir haben in den letzten Jahren systematisch Qualitäten ausgebaut“, resümiert Oberbürgermeister und Planungsdezernent Horst Schneider beim Pressegespräch an einem warmen Spätsommertag am Ufer des Flusses.

Mit der Bewerbung der Stadt Offenbach für das Städteförderungsprogramm „Zukunft Stadtgrün“ sollen diese Qualitäten weiter ausgebaut und vertieft werden. Das erstmals vom Land Hessen aufgelegte Programm verknüpft Stadt- und Grünentwicklung und fördert Projekte, die der Qualifizierung von Grünflächen, der Grünvernetzung und Umweltgerechtigkeit und dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen. Ausgestattet ist es mit hessenweit 7,6 Mio. Euro. Offenbach bewirbt sich mit einem, so Markus Eichberger, Leiter des Stadtplanungsamtes, „eher bescheidenen Ansatz“ von 1,4 Mio. Euro. Vier Projekte hat die Arbeitsgruppe aus Vertretern des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz und dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement aus einem 20 Maßnahmen umfassenden Katalog für das erste Bewilligungsjahr ausgewählt, die zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in Offenbach beitragen sollen.

„Das Thema Stadtgrün steht schon seit längerem steht auf unserer Agenda,“ erklärt Eichberger, so sind die Zwischenergebnisse des in Aufstellung befindlichen Freiraumkonzepts, in das Bürger bei Freiraumsafaris und Diskussionen eingebunden waren, und auch im Masterplan konkrete Projekte definiert. Mit den Mitteln aus dem Stadtförderungsprogramm könnten an verschiedenen Punkten in der Stadt Vorhandenes verbessert werden, um Lücken im Grünen Ringnetz in der äußeren Kernstadt zu schließen.

Systematischer Ausbau von Qualitäten

Dazu gehört unter anderem die Erstellung eines Baumkonzepts, das Wurzelschäden erfasst und mit einem Verkehrssicherungskonzept kombiniert Baumersatzmaßnahmen ermöglicht. Denn an vielen Stellen in der Stadt machen Wurzeln Geh- und Fahrradwege insbesondere für in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen zu unwegsamen Gelände. Daher plädiert Eichberger beispielsweise für die Weikertsblochstraße für die Nutzung von innovativen Pflanzkonzepten, um Bäume tiefer zu gründen.
An anderer Stelle soll das Förderprogramm Grunderwerb ermöglichen, damit der Kuppenweg am Wetterpark lückenlos an den Radweg anschließt. Ähnliches ist auch an der Daimer- beziehungsweise Siemensstraße geplant. Dort könnte dann die im Masterplan ohnehin vorgesehene Verbindung zwischen Ostbahnhof und Eißnertpark für Radler und Fußgänger besser gestaltet werden. Eine weitere Lücke im Wegenetz möchten die Planer am Anlagenring in Höhe des Starkenburgrings unweit des Sana-Klinikums schließen.
Außerdem auf der Antragsliste ist die Sanierung des seit geraumer Zeit stillgelegten Brunnens im Dreieichpark. Dort soll das Wasser im Sommer wieder sprudeln, um die ursprüngliche Atmosphäre und Aufenthaltsqualität wieder herzustellen.

Für Schneider ist das neue Programm ein Schritt in die richtige Richtung: „Es ist toll, dass Bund und Land die Probleme der Städte im Strukturwandel erkennt. Aber“, so der Oberbürgermeister in Bezug auf Projekte und Anträge, „es ist ein mühsamer Prozess“. Mit einer Entscheidung des Landes über die Vergabe der Fördermittel, rechnet Anna Biegler, Fachreferentin beim Stadtplanungsamt im Bereich Stadtentwicklung und Städtebau, nicht vor Ende des Jahres: „Erst nach erfolgter Genehmigung der beantragten Mittel werden die Maßnahmen vertieft und priorisiert.“

Bereits jetzt gehen Eichberger und Biegler von einer Verstetigung des Förderprogramms aus, dann könnten langfristig auch die Sanierung des Historischen Anlagenrings aus dem 19. Jahrhundert, der die City von der äußeren Kernstadt begrenzt (u.a. August-Bebel-Ring, Dreieichpark, Friedrichsring, Lutherpark sowie Grünstreifen), die der Grünring, als Verbindung von Main zu Main sowie die verknüpfenden Grünradialen des „Grünen Ringnetzes“ wie Hainbachtal, aber auch der Röhrgraben, ausgebaut werden.

21. September 2017