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Woher weht der Wind, was kann hier wachsen und was ist überhaupt machbar? Der Hugenottenplatz zwischen City Tower und C&A-Gebäude an der Berliner Straße sowie Walter-Passage Richtung Frankfurter Straße ist, trotz einiger Pflanzen, Außengastronomie und Sitzelementen, eine eher unwirtliche Fläche.
Windgarten
© Stadt Offenbach

Das liegt vor allem am Wind, der von allen Seiten leichtes Spiel hat. Wer einen Drachen steigen lassen möchte, findet hier gute Bedingungen, ansonsten sind Frisuren schnell zerzaust oder nur zaghaft festgehaltene Papiere schnell mit der nächsten Böe weggeflogen. Was liegt da näher, als die vorhandenen Kräfte auch zu nutzen? Das dachten sich einige engagierte Bürgerinnen und Bürger und entwickelten gemeinsam mit den Initiativen Commons Café, Essbare Stadt und Stadtbiotop sowie unterstützt durch den Verein Offenbach Offensiv e. V. und das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement die Idee eines Windparks auf dem Hugenottenplatz. Am Freitag, 11. September 2020, stellten die Initiatoren das Projekt interessierten Bürgerinnen und Bürgern vor, mit dem sie bereits die Jury des Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte Hessen“ überzeugen konnten.  

Umweltfreundliche Innenstadt

„Wir wollen den Hugenottenplatz zu einem Ort machen, an dem man sich gerne aufhält“, erklärt Initiator Georg Klein vom Commons Café im Digital Retro Park. Mit gespendetem Holz, Pflanzen, sich drehenden Windrädern aus Recyclingmaterial und bürgerschaftlichem Engagement soll ein Platz mit Schatten, Licht, Bewegung und Ruhe entstehen. Frei nach dem Motto „Essen und Strom ernten“ könnten die zugigen Fallwinde des Platzes genutzt werden, damit elektrische Energie für alle zu produzieren und zum Beispiel eine Ladestation für Mobiltelefone zu betreiben. Und nicht nur „grüner Strom“, sondern auch eine kleine Oase, in der essbare Pflanzen angebaut und erklärt werden. Dazu führte Janina Albrecht von der Initiative Stadtbiotop über den Platz und zeigte, welche Pflanzen heute schon hier wachsen und welche in Zukunft dort gedeihen könnten.  

Tobias Kurtz vom Bereich Stadtentwicklung und Städtebau informierte über Einschränkungen wie Feuerwehrzufahrten und Tiefgaragen, die tiefwurzelnde Vegetation schwierig machen, aber auch die stadtplanerische Chance, gemeinsam mehr Aufenthaltsqualität in die Innenstadt zu bringen. Diese wird auch im „Zukunftskonzept Innenstadt“ gesehen, das die Entwicklung eines „Grünen Bands“ vom Platz der Deutschen Einheit über den Stadthof bis zum Hugenottenplatz vorschlägt und dazu bürgerschaftlich getragene Projekte wie begrünte Hochbeete und kreativ entwickeltes individuelles Stadtmobiliar als punktuelle Auftaktmaßnahmen dafür aufzeigt.

Im Herbst soll das Konzept in Workshops weiterentwickelt und vorangetrieben werden. Eine Website für den Windpark ist in Planung, Interessierte können sich gerne an die beteiligten Akteure wenden.

24. September 2020