Sprungmarken
Suche
Suche

Bei Durchsuchungen der Kriminalpolizei in Offenbach am vergangenen Mittwoch wurde ein Ehepaar wegen des Verdachts auf Mietwucher und Urkundenfälschung vorläufig festgenommen.  Die Verdächtigen sollen über mehrere Jahre Arbeiter, vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien, zu horrenden Mieten auf engstem Raum, zum Teil matratzenweise, untergebracht haben. Die Wohnobjekte, teils Eigentum des Ehepaares, teils angemietet, befanden sich häufig in katastrophalen Zuständen.

In den Fokus der AG Leistungsmissbrauch der Stadt geriet bereits 2014 eines der besagten Häuser wegen massiver Unordnungszustände, wie illegale Müllablagerungen, Schädlingsbefall und Lärm durch die Bewohner. Durch Liegenschaftskontrollen dieser Arbeitsgruppe konnten nach und nach weitere Erkenntnisse gewonnen werden, die dann letztendlich Anlass für die Einleitung eines Verfahrens bei der Kriminalpolizei gab. Bereits 2016 stand der Ehemann dann wegen Mietwucher vor Gericht. Damals kam er mit einer Bewährungsstrafe davon, unter der Prämisse, sein ausbeuterisches Geschäftsmodell nicht mehr weiterzuführen.

„Mich freut sehr, dass die hervorragende Zusammenarbeit der verschiedenen städtischen Ämter und Behörden innerhalb der AG Leistungsmissbrauch zu diesem Erfolg geführt hat. Der Ausbeutung von Armutsflüchtlingen und den Missständen rund um überbelegte Problemliegenschaften muss entschieden entgegengetreten werden“, so Bürgermeister Freier.

Seit 2005 gibt es in Offenbach die Arbeitsgruppe Leistungsmissbrauch, in der sich verschiedene städtische Ämter, Finanzamt, Polizei und Zollfahndung unter Federführung des Ordnungsamtes untereinander austauschen und gemeinsame Strategien entwickeln. Damit das Geld wirklich den Bedürftigen zur Verfügung steht, werden Straftaten wie Betrug, Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit aber auch illegale Müllentsorgung systematisch und gemeinsam verfolgt. Das behördenübergreifende Vorgehen fand überregional Beachtung und wurde von vielen anderen Kommunen bereits übernommen.

28. August 2020