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Mohn, Steinklee, wilde Malven, Borretsch, Ysop und andere Wildblumen machen derzeit aus dem großen Hochbeet in der Mitte des Goetheplatzes einen oft aufgesuchten Landplatz für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten.
Nordendgarten
Ein Schild heißt Gäste im Nordengarten willkommen, solange sie auf den Wegen bleiben. © SOH
Erdhummeln finden den Platz so gut, dass sie hier sogar ein Nest angelegt haben. „Hier darf jeder durchlaufen und sich den Garten anschauen“, sagt Thomas Mix, Rundgänger des Projektes „Besser leben in Offenbach“. Er kommt hier regelmäßig vorbei und kümmert sich mit um die Anlage. Eine Schulpartnerschaft wie im Jahr 2018 ist in diesem Jahr nicht zustande gekommen.

Bürgerin hat Initiative ergriffen

Die Initiative zu der neuen Gestaltung ging aus von Katja Lenz, die sich hier privat engagiert. Sie arbeitet beim Offenbacher Freiwilligenzentrum in der Nähe des Goetheplatzes und hatte im beginnenden Frühjahr das noch weitgehend brachliegende Beet im Blick. „Ich habe selbst nur ein Minigärtchen, bin aber am bienen- und insektenfreundlichen Gärtnern sehr interessiert“, erzählt sie.

Saatgut für eine Wildblumenwiese hatte sie noch übrig. In Absprache mit Sabine Süßmann vom Projekt „Besser leben in Offenbach“ legte sie dort eine blühende Wiese an, außerdem pflanzte sie mit finanzieller Unterstützung des Projektes Stauden und Beerensträucher, damit vorbeilaufende Kinder naschen können.

Nordendgarten
Die Kinder der Goetheschule dürfen von den Beeren naschen. © SOH

Naschen ist erlaubt

Auch die Kinder aus der benachbarten Goetheschule: Für viele der Grundschüler gehörte es bis zu den Ferien zum festen Ritual, nach der Schule erst mal durch das Gärtchen zu laufen und die reifen Erdbeeren zu ernten.

Das ist durchaus gewünscht, „die Kinder sollen sehen, dass Nahrung wächst und gepflegt werden muss“, sagt Sabine Süßmann, Projektleiterin von „Besser leben in Offenbach“. Außerdem wächst hier auch ein Kräutergarten mit Lavendel, Wermut, Rosmarin, Thymian und Minze. Auch er bietet Insekten Futter und Kindern Blätter zum Schnuppern.

Blumen im Nordendgarten
Der Nordendgarten bietet einen Lebensraum für Wildbienen, Erdhummeln und andere Insekten. © SOH

Unterschlupf für Wildbienen

Katja Lenz malte eigens zwei Schilder, die darauf hinweisen, dass die Fläche auf markierten Wegen betreten werden kann und auch genascht werden darf. Sie plant außerdem noch eine Steinmauer und eine sandige Freifläche für geflügelte Besucher: Dort sollen bodennistende Wildbienen Unterschlupf finden. Wer schöne, mindestens faust- oder handtellergroße Steine für den Steingarten findet, kann diese beim Komposter am Ende des Beetes ablegen.

Außerdem hat Thomas Mix hier Salat, Kartoffeln, Möhren und anderes Gemüse angepflanzt, auch ein Apfelbaum wächst hier. „Die Reaktionen der Anwohner sind durchweg positiv“, sagt Mix, „viele freuen sich über die blühende Anlage“. Die Zustimmung ist so groß, dass es auch keine Schäden gibt. „Wir haben hier bisher keinen Vandalismus“, ergänzt Katja Lenz.

Nordendgarten SOH
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