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Das Foto zeigt die "ABTBS"-Signatur an einem Haus in Offenbach
Das Foto zeigt die "ABTBS"-Signatur an einem Haus in Offenbach. © Stadt Offenbach
"ABTBS" ist in Offenbach an Häusern und Wänden zu lesen. Was das ist? Für die Eigentümer ist es eine Sachbeschädigung. Betroffen sind private Hauseigentümer, Baugesellschaften und Liegenschaften der Stadt.

Allein in Offenbach sind im vergangenen Jahr 16 Tags mit ABTBS angezeigt worden, die Dunkelziffer ist nach Beobachtungen des Sachgebiets Sprayer beim Polizeipräsidium Südosthessen um einiges höher. Gleich zu Jahresbeginn 2021 wurde wieder eine Fabrikhalle in Offenbach wieder mit "ABTBS" besprüht. Nicht nur der Polizei und den betroffenen Eigentümern ist das ein Dorn im Auge, auch die Stadt ärgert sich über die Schmierereien: Allein "ABTS" verursachte einen Schaden von rund 10.000 Euro. Die Graffiti müssen mehr oder weniger aufwändig entfernt werden. Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Freier: "Bis zu 1.000 Euro können sich aufmerksame Bürgerinnen und Bürger verdienen, die sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des oder der Täter geben!" Diese nimmt jedes Polizeirevier oder das Sachgebiet Sprayer der Polizei unter der Telefonnummer 06181 9010-0 gerne entgegen.
„Das Besprühen von Fassaden ist kein Kavalierdelikt“, so Annette Schroeder-Rupp, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Baugesellschaft GBO.  „Gerne übernehmen wir die Zahlung der Belohnung für den Fall entsprechender Hinweise“.

Die Belohnung stellt diesmal die Gemeinnützige Baugesellschaft GBO auf Grundlage der Offenbacher Vereinbarung gegen Graffiti. Ende 2008 hatten sich auf Initiative des Ordnungsamtes die im Kreis der Wohnungsbauwirtschaft zusammengeschlossenen Wohnungsbaugesellschaften gegenüber der Stadt und der Polizei verpflichtet, unerwünschte Schmierereien bei der Polizei anzuzeigen, die Täter zivilrechtlich zu belangen und die Schmierereien unverzüglich zu beseitigen. Bei Serientätern wird, wie im vorliegenden Fall, für sachdienliche Hinweise eine Belohnung ausgesetzt. Dass dies zum Erfolg führen kann, zeigt die Vergangenheit: "So führten manche Hinweise aus der Bevölkerung zur Identifizierung der Täter", erklärt Frank Weber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, auch zuständig für Kommunale Präventionsarbeit. "Mindestens genauso wichtig wie die Täterfeststellung sind Zeugenaufrufe, die in der Öffentlichkeit ankommen. Sie konnten Serien-Tags wie UFO, LiL’C Free Eriks und GBS nachhaltig stoppen."  Der Kreis der Wohnungswirtschaft in Offenbach, der das Vorgehen von Stadt und Polizei gegenüber illegalen Sprayern unterstützt, setzt sich zusammen aus diesen Gesellschaften: Baugenossenschaft Odenwaldring, Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO), Gemeinnützige Ketteler Baugenossenschaft eG, die Nassauische Heimstätte, die Offenbacher Baugenossenschaften, die SOKA-Bau sowie das Gebäudemanagement Offenbach GmbH (GBM). Die Geschäftsführung liegt bei der GBO.

Bürgermeister Peter Freier appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: "Haben Sie Ihr Wohngebiet im Blick, verständigen Sie über die 110 unverzüglich die Polizei, wenn Sie Schmierfinken bei der Tat beobachten."  Und an potentielle Sprayer gerichtet: "Wer in Offenbach zu Sprühdose oder Marker greift muss mit einer erhöhten Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger rechnen. Wer erwischt wird, den erwartet nicht nur ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft, er muss auch die Kosten für die Beseitigung der Schmierereien tragen!" Auch für Eigentümer gibt es einen Ratschlag: "Jeder Sprayer hat sein eigenes Tag, seine individuelle Schrift. Zeigen Sie an, wenn Ihr Eigentum besprüht wurde, nur so können wir die Tat aufklären, auch wenn erst später ein Täter ermittelt wird. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Beobachtungen der Polizei mitzuteilen, wir gehen jedem Hinweis nach," so Ursula Elmas, Leiterin des Sachgebiets Sprayer beim Polizeipräsidium Südosthessen.

8. Januar 2021