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Gruppenfoto Teilnehmer der Eröffnungsfeier
Offizielle Einweihung Haus des Jugendrechts in Offenbach am Main mit (v.l.n.r.) Offenbachs Bürgermeister Peter Freier, Innenminister Peter Beuth, Justizministerin Kühne-Hörmann, Stadträtin Sabine Groß unter anderem mit: Leitende Oberstaatsanwältin Kerstin Reckewell, Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Fünfsinn, Polizeipräsident Roland Ullmann. © Hessisches Ministerium der Justiz
Das in Hessen insgesamt vierte Haus des Jugendrechts wurde am 10. April 2019 in Offenbach am Main (Kaiserpalais, Kaiserstraße 39) offiziell eröffnet.

Gemeinsame Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums der Justiz, des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport und der Stadt Offenbach am Main:

Hessen bekommt sein insgesamt viertes Haus des Jugendrechts. Nach Frankfurt-Nord, Wiesbaden und Frankfurt-Höchst wurde heute das Haus des Jugendrechts in Offenbach am Main offiziell eröffnet. Damit setzt die Landesregierung ihre Strategie zur Bekämpfung der Jugendkriminalität fort.

„Mit den Häusern des Jugendrechts setzen wir konsequent um, was wir uns vorgenommen haben: Die Jugendkriminalität zu bekämpfen, ohne die oft sehr jungen Opfer und Täter aus dem Blick zu verlieren. Wir wollen und können hier Lebenswege beeinflussen. Dazu muss man konsequent sein und da, wo es notwendig ist, auch ganz klar ein Stoppzeichen setzen. Unser Ziel ist, kriminelle Karrieren im Keim zu ersticken. Deshalb ist es wichtig, dass die Strafe auf dem Fuße folgt“, so Eva Kühne-Hörmann.

Hessens Innenminister wies auf den großen personellen Einsatz der Polizei bei den Häusern des Jugendrechts hin. „Auch in Offenbach wird sich die Polizei mit großem personellem Einsatz engagieren. Insgesamt werden 22 Beamte in der Einrichtung vertreten sein. Wir sind von dem Konzept der Zusammenarbeit überzeugt. Gerade bei sehr jungen Straftätern können schon wenige Monate ausreichen, um kriminelle Karrieren zu festigen. Dem wollen wir durch ein intensives Eingehen auf die Täter, gute Informationsarbeit zwischen den unterschiedlichen Trägern und schnellen Entscheidungen entgegenwirken“, so Hessens Innenminister Peter Beuth.

Offenbachs Bürgermeister Peter Freier hob die Bedeutung des Hauses des Jugendrechts für die Sicherheit in Offenbach hervor. „Wir wollen Schulwege ohne Angst. Die Häuser des Jugendrechts können uns dabei helfen, Strukturen in der Jugendkriminalität intensiv zu begegnen. Gerade jugendtypische Delikte wie Diebstahl oder Raub sprechen sich in den Vierteln herum und beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl aller Offenbacherinnen und Offenbacher. Die Häuser des Jugendrechts helfen uns dabei, solche Fehlentwicklungen schon in einem sehr frühen Stadium aktiv anzugehen. Die städtische Jugendgerichtshilfe unterstützt Staatsanwaltschaft und Polizei dabei, die persönlichen Hintergründe von Opfern und Tätern besser zu verstehen und ist deshalb unverzichtbarer Bestandteil des Konzeptes.“

„Die Stadt finanziert zwei Sozialarbeiterstellen als spezialisierte Jugendhilfe im Strafverfahren. „Diese Mitarbeiterinnen bieten den Beschuldigten und deren Familien Beratungsgespräche an und erarbeiten gemeinsam Wege und Möglichkeiten, die die jungen Erwachsenen befähigen sollen, zukünftig ohne Straftaten zu leben“, so Stadträtin Sabine Groß.

„Die Häuser des Jugendrechts sind nicht nur dazu da, möglichst schnell Ermittlungsverfahren abzuschließen, sondern die Vernetzung der zuständigen Stellen dient auch da-zu, die präventive Arbeit im Bereich der Bekämpfung der Jugendkriminalität weiter zu verbessern. Oftmals haben die Häuser des Jugendrechts die Wirkung, dass Jugendliche sich schon an uns wenden, bevor Straftaten geschehen“, so die Justizministerin, die ergänzte: „Seit 2009 verzeichnen wir knapp 30 Prozent weniger Ermittlungsverfahren in Jugendsachen.“

„Dass die Häuser des Jugendrechts wirken, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Jugendkriminalität. Im letzten Jahr konnten wir hessenweit einen signifikanten Rückgang um 13 Prozent verzeichnen. Wir haben aus den positiven Erfahrungen der Häuser des Jugendrechts gelernt und in ganz Hessen die polizeiliche Bearbeitung von Straftaten durch Jugendliche vom Tatortprinzip hin zum Wohnortprinzip umgestellt. Dadurch haben unsere Schutzleute die jugendlichen Straftäter noch enger im Blick und können ihnen durch individuelle Konsequenzen möglichst früh aufzeigen, dass der eingeschlagene Weg der falsche ist“, sagte Innenminister Peter Beuth.

11. April 2019