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Glücksspiel Würfel, Karten und Spiel-Chips
© Thorsten Frenzel / Pixabay
Die Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat aufgefordert, ein Konzept zu entwickeln, um Menschen vor den Folgen der Spielsucht zu schützen. Dieses Konzept hat der Magistrat nun vorgelegt. Über vier Jahre sollen präventive Projekte vor allem Jugendliche in den Fokus nehmen.

Sofern das Stadtparlament zustimmt, stehen dafür pro Jahr 25.000 Euro zur Verfügung - bis zur Evaluation des Projektes nach vier Jahren. Welche Bedeutung das Glücksspiel in Offenbach hat, zeigen einige Zahlen: Insgesamt wurden in Offenbach im Jahr 2018 rund 18,4 Mio. Euro verspielt – umgelegt auf die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner bedeutet das rund 148 Euro pro Offenbacher. Im Vergleich: hessenweit werden durchschnittlich 99 Euro pro Einwohner verspielt.

Teil des Konzeptes ist eine Analyse der bestehenden Situation in Offenbach. Dazu erläutert die Gesundheitsdezernentin Sabine Groß: „Die Auswertung der statistischen Erhebungen der vergangenen Jahre belegt den Bedarf aufsuchender Glücksspielprävention für Jugendliche und junge Erwachsene. Wir müssen daher Wege finden, diese Menschen zu erreichen.“

Aus diesem Grund schlägt das Konzept aufsuchende Formate vor. Ziel ist es, auf die Zielgruppe zuzugehen und durch aktive Ansprache mit ihnen zu arbeiten. Dabei sollen die Lebenskompetenzen gefördert und aufgebaut sowie gemeinsam mit den Betroffenen individuelle Handlungsstrategien entwickelt werden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden über Risiken und Erscheinungsformen von Glücksspiel aufgeklärt sowie Multiplikatoren geschult. Ein Bündel an Maßnahmen und die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe und der Suchthilfe soll so die Risiken der Entstehung glücksspielbezogener Probleme insgesamt minimieren. Für das Projekt spricht die Stadt in einem Interessenbekundungsverfahren geeignete Träger an, sobald die Stadtverordneten in der nächsten Sitzung am 18. Juni der Vorlage zugestimmt haben. Die Umsetzung des Projektes kann jedoch erst starten, wenn die Pandemielage dies zulässt.

12. Juni 2020