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Luftballon
© Stadt Offenbach
Gerade noch frisch verliebt, entwickelt sich die Romanze zur gewalttätigen Beziehung mit einer unterlegenen Frau. In nur wenigen Sequenzen schaffen es die Akteure des Peoples Theater, einen Aspekt von Macht zu erzählen. Denn darum geht es beim Präventionstag, bei dem am 20. September rund 30 Einrichtungen und Organisationen im Ringcenter ihre Hilf- und Präventionsangebote vorstellten.
Handy-Sensorentafel
SMS schreiben und schnell reagieren? Der Test beweist, dass die Reaktionsfähigkeit um mehr als die Hälfte verlangsamt ist. © Stadt Offenbach
Neben Themen wie häuslicher Gewalt konnten sich Jugendliche über die Gefahren von Suchtmitteln informieren und in praktischen Tests auch ausprobieren, wie beispielsweise Alkohol die Reaktionsfähigkeit mindert. Dazu hat Björn Ritz von der Polizei eine Brille dabei, die mehr als einen Schwips simuliert. Er zeigt auch, dass das Schreiben einer SMS beim Autofahren alles andere als lässig, sondern brandgefährlich ist, weil auch hier keine schnelle Reaktion mehr möglich ist. Die Jugendlichen der 8. Klasse aus der Schillerschule zeigen sich beeindruckt. „Aber ich fahre ja noch kein Auto“, meint einer grinsend. Vielleicht bleibt etwas hängen, denn auch für manch anderes sind die Schüler hoffentlich noch etwas zu jung.

So informiert das Suchtzentrum Wildhof über Spiel- und andere Süchte und zeigt Wege aus dem Problem. Dass, egal um welche Abhängigkeit es sich auch handelt, die Angehörigen meistens in Mitleidenschaft gezogen sind, gerät meist aus dem Blickfeld. Hier setzt beispielsweise der Kreuzbund an. Die 1896 gegründete Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft bietet, ähnlich wie die Anonymen Alkoholiker auch, Hilfe für Alkohol- und Medikamentenabhängige an.

Neben den beinahe klassischen Themen wie Alkohol, Rauchen, Drogen und Spielsucht, geht es beim Präventionstag auch um die Gefahren der digitalen Welt. „Das Internet vergisst nichts.“ Daher plädiert Polizeivizepräsidentin Anja Wetz auch an Eltern, sensibel mit den Daten der Kindern umzugehen und den Nachwuchs auch mit den Risiken der digitalen Welt vertraut zu machen. Ohnehin, weiß auch Bürgermeister Peter Freier, geht nichts ohne Aufmerksamkeit: „Wir müssen die Kinder an die Hand nehmen und Zeit investieren.“

Darauf, dass im Zuge der geplanten Verfassungsreform hessische Bürger bei der Landtagswahl am 28. Oktober auch über 15 Änderungsvorschläge abstimmen sollen, weist Bürgermeister Peter Freier nochmals hin, neben der Abschaffung der Todesstrafe sollen dann auch die Kinderrechte in der Verfassung festgehalten und gestärkt werden.
Engagierte Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Garant für eine zukunftsfähige Gesellschaft, darum kümmern sich in Offenbach die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments. Sie geben den jüngsten Bürgern der Stadt eine Stimme und präsentieren sich mit ihrem Angebot ebenfalls beim Präventionstag im Ringcenter.

Aber nicht nur Jugendliche hatten die Veranstalter im Visier, schließlich sind auch Erwachsene und ältere Menschen nicht vor Gefahren gefeit. „Der Enkeltrick funktioniert noch immer“, erklärt die Dame vom Weißen Ring. Der Verein kümmert sich um Kriminalitätsopfer und ihre Familien, also auch um jene älteren Menschen, die gutgläubig Geld anweisen, um ihren Verwandten zu helfen.

Bianca Costa arbeitet für den Verein Frauen helfen Frauen e.V., der maximal 12 Frauen 32 Plätze in einem seiner Frauenhäuser bietet: „Wir sind immer belegt und die Situation ist durch den anspannten Wohnungsmarkt nicht leichter geworden.“ Häufig sind es schlagende Männer, die Frauen mit ihren Kindern Zuflucht suchen lassen. Umso wichtiger, meint sie, jungen Männern andere Wege aufzuzeigen, damit Gewalt nicht zu ihrer Sprache wird.

Die Veranstaltung wurde organisiert von der Geschäftsstelle Kommunale Prävention beim Ordnungsamt der Stadt Offenbach gemeinsam mit der Partnerschaft für Demokratie, der Polizei, der Stadtwerke Offenbach Holding SOH („Besser leben in Offenbach“) und anderen Partnern in der Präventionsarbeit.

Offenbach am Main, 24. September 2018