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Nilgänse
© Stadt Offenbach am Main

„Ich hatte doch die Semmeln übrig!“, so die Antwort eines Mannes, als er von einer Zivilstreife des Ordnungsamtes beim Füttern von Enten, Schwänen, Tauben und Nilgänsen angesprochen wurde. Mit einer Tüte alter Semmeln war der Offenbacher am Main unterwegs. Die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Offenbach verbietet ausdrücklich im Stadtgebiet Tauben, Wasservögel und Fische zu füttern.

„Das Fütterungsverbot dient auch dazu, der weiteren Vermehrung von Ratten und anderen Schädlingen vorzubeugen“, so Frank Weber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. „Viele Brot- und Speisereste landen in den Mägen der ungeliebten Nager. Und Nilgänse haben wir hier mehr als genug!“

Gegen den Semmelverteiler wird das Ordnungsamt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des Verstoßes gegen die Gefahrenabwehrverordnung einleiten.

Das Amt reagiert mit zusätzlichen Kontrollen und „Knöllchen“ auf Hinweise aus der Bevölkerung und vom städtischen Entsorger über Menschen, die Brot- und Brötchenreste, auch in größeren Mengen, am Main verfüttern. Bürgermeister Peter Freier appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, auf Fütterungen zu verzichten. Weitere Zivilkontrollen der Ordnungshüter am Mainufer sind geplant.

Brot und Brötchen schaden Wasservögeln

Auch das Veterinäramt appelliert an die Offenbacherinnen und Offenbacher, Wildvögel grundsätzlich nicht zu füttern. Denn damit tun die Menschen den Tieren keinen Gefallen. Die für den Menschen gedachten Backwaren schaden den Wasservögeln und sind im schlimmsten Fall sogar tödlich. Hefe und Enzyme im Brot vertragen die Vögel nicht, gerade trockenes Weißbrot kann im Hals oder Magen aufquellen und die Tiere verenden dann. Langfristig wirkt sich auch der zu hohe Gehalt an Jodsalz im Brot für die Vögel negativ aus.

Die falsche Ernährung bezahlen vor allem Wasservögel mit Störungen in der Gefiederbildung: die Tiere werden dann flugunfähig. Überpopulation und der Verlust der Scheu vor dem Menschen sind weitere Folgen. Letzteres bringt Wildvögel immer dichter in die menschlichen Siedlungen und damit werden die Küken schnell Opfer von Hunden oder sterben unter dem nächsten Auto. Werden die Backwaren in der Nähe von Gewässern gefüttert, kommt es zudem noch zu Überversorgung mit Nährstoffen und das Gewässer kann umkippen – und ist damit keine Lebensgrundlage mehr für die dort angesiedelten Lebewesen.

Offenbach am Main, 3. Juli 2019

Nilgänse Stadt Offenbach am Main
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