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Gruppenbild mit den Gewinnern
Gruppenbild mit Mitgliedern des Netzwerks MedienKompetenz, Pädagogen und Schülern aus den fünf teilnehmenden Schulen im Hafen 2 © Stadt Offenbach

„Du Opfer“, „Homo“, „Dumme“: Wenn es darum geht, jemanden zu kränken oder zu verletzen, ist so mancher bei der Wortwahl nicht zimperlich. Erst recht nicht, wenn es darum geht, sich in einer Gruppe Gleichaltriger zu profilieren. Dass das auch nach hinten losgehen kann, haben die Kinder und Jugendlichen der Klasse 5b/6bs der Neu-Isenburger Friedrich-Fröbel-Schule gezeigt: In ihrem Filmbeitrag wird ein Schüler gemobbt, nachdem ein anderer sich über dessen Homosexualität in einer whatsapp-Gruppe ausgelassen hat. Im Film der Neu-Isenburger gibt es ein Happy End, im wirklichen Leben hat so etwas schon Existenzen zerstört. Damit sich vor allem Jugendliche der Konsequenzen ihres Handels bewusst sind, hatte das Netzwerk MedienKompetenz in Stadt und Kreis Offenbach Jugendliche zwischen 10 bis 16 Jahren Anfang März eingeladen, sich mit einem Filmbeitrag beim erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb „Krass gegen Hass“ zu bewerben.

Bis Mitte Mai konnten Beiträge eingesandt werden, „Interessenten gab es viele“, berichtet Sandra Müller vom Weißen Ring, zu bewerten hatte die neunköpfige Jury aus dem Weißen Ring, Netzwerk gegen Gewalt, Offener Kanal, Jugendamt Offenbach, Offenbach Post, Kreisjugendförderung Offenbach, Staatlichem Schulamt, 2 Vertreterinnen und Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments, letztlich nur fünf.

Drei Beiträge wurden am Dienstag, 19.Juni bei der Preisverleihung im Kulturzentrum Hafen 2 ausgezeichnet, über ein Preisgeld von 500 Euro konnte sich das Team aus Neu-Isenburg freuen, 300 Euro erhielten die Schüler der Offenbacher Bachschule, die die Themen Neid, Eifersucht und Mobbing szenisch umgesetzt hatten. Mit dem mit einem Preisgeld von 100 Euro dotierten dritten Platz wurden die Schüler der Mathildenschule ausgezeichnet, die sich mit Kinderrechten auseinandergesetzt hatten.

Ob der vorgegebene Zeitrahmen von sechs Wochen kurz vor den Osterferien dann doch zu ambitioniert oder wie der Wettbewerb besser etabliert werden kann, wird noch diskutiert werden. Fest steht, dass das Thema Hass in den Sozialen Medien Kinder und Jugendliche umtreibt und beschäftigt. „Beschimpfungen oder eben Mobbing via whatsapp, snapchat oder facebook haben eben viele schon erlebt oder sind in der Anonymität des Internets schon auf diffamierende Inhalte oder Kommentare gestoßen“, weiß auch Stephanie Padberg vom Netzwerk. Der Wettbewerb soll die Kinder und Jugendlichen da abholen wo sie sind, nämlich vor dem Smartphone oder PC und sie im Umgang mit dem Netz sensibilisieren.

Der Wettbewerb wurde unterstützt von Offenbach-Post, Kreisjugendförderung und Förderverein Sicheres Offenbach e.V. sowie von der Partnerschaft für Demokratie in Offenbach.

19. Juni 2018