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Spielplatz Mainuferpark
Spielende Kinder werden manchmal als störend empfunden - hier sind Eltern zur Umsicht und Nachbarn zur Toleranz aufgerufen. © Alex Habermehl
Nachbarschaft bedeutet immer auch unterschiedliche Interessen zu unterschiedlichen Zeiten. Mal wollen Kinder schlafen, während andere mähen oder feiern – mal wollen Menschen abends in Ruhe auf der Terrasse sitzen, die Kinder nebenan aber bolzen und ihren Bewegungsdrang austoben. An spielenden und lärmenden Kindern scheiden sich oft die Geister. Nach geltendem Recht ist der Lärm durch spielende Kinder grundsätzlich hinzunehmen. Doch bei schönem Wetter erfolgt schnell der Anruf bei Polizei oder Ordnungsamt mit dem Wunsch, dem Kindertreiben Einhalt zu gebieten.

„Wir haben Verständnis für den Spiel- und Bewegungsdrang der Kinder im Freien, aber auch für das Ruhebedürfnis der Anwohner insbesondere in den Abendstunden“, so Frank Weber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes und für die Geschäftsstelle Kommunale Prävention zuständig. „Übermäßige Belästigungen ruhebedürftiger Anwohner vermeiden, aber auch Verständnis zeigen für spielende Kinder – das macht das Zusammenleben für alle im Wohngebiet angenehmer!“

Um Konflikte zu entschärfen appelliert Weber an Eltern und Anwohner. Räumliche Trennung ist dabei hilfreich. Eltern können ihre Kinder ermuntern, auf den für sie vorgesehenen Spielanlagen zu spielen. Wichtig ist es auch, Verständnis für die Kinder zu zeigen, sie aber gleichzeitig für die Interessen der Nachbarn und Anwohner zu sensibilisieren und dann Rücksicht darauf einzufordern. „Sofern Ihre Kinder nach 20 Uhr noch auf der Straße sind, sollten sie dem Ruhebedürfnis der Nachbarschaft besonders Rechnung tragen. Da sich Kinder darüber erfahrungsgemäß wenig Gedanken machen – oder des Lärmfaktors bewusst sind – bitten wir Sie als Eltern, dazu beizutragen, dass sich die Kinder dann weitestgehend ruhig verhalten“, so Weber.

Zugleich wirbt er bei Nachbarn um Verständnis: „Akzeptieren Sie grundsätzlich Lärm, der von spielenden Kindern ausgeht. Kinder müssen sich draußen austoben können, das geht nicht geräuschlos.“ Falls es doch mal zu laut wird, empfiehlt er den Anwohnern den direkten Kontakt: Mit den Kindern sprechen und klar kommunizieren, was genau als störend empfunden wird. Oft hilft es auch, Tipps zu geben, wo sie spielen können, ohne zu stören. Besser als ein Gespräch mit den Kindern, ist es oft, die Eltern anzusprechen. „Vereinbaren Sie mit den betroffenen Eltern anrufen zu dürfen, wenn die Belästigungen unzumutbar erscheinen – das macht es für alle einfacher“, erklärt Weber.

Eine respektvolle Kommunikation zwischen Eltern und ruhebedürftigen Mitbewohnern, getragen vom Verständnis der Situation des Anderen, ist aus Sicht der Stadt der Schlüssel für ein verträgliches Miteinander in allen Wohngebieten. Weber rät: „Machen Sie deutlich, dass Sie die Anliegen des Nachbarn nach Ruhe beziehungsweise der Nachbarn nach Spielmöglichkeiten ernst nehmen. Sie haben weniger Stress und moderate Beeinträchtigungen sind leichter zu ertragen. Die Chance, dass Eltern bei erheblichen Beeinträchtigungen einschreiten, steigt. Ihren Kindern zeigen Sie als Vater oder Mutter, dass Rücksichtnahme auf die Belange anderer wichtig ist für ein verträgliches Miteinander im Stadtteil, aber auch anderswo. Sie leisten damit auch einen wichtigen Beitrag für eine gute Erziehung Ihrer Kinder.“

Offenbach am Main, 23.05.2016