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Berichtszeitraum 1.1.2018 bis 31.12.2018

1. Vorwort

Die Stabsstelle „Sauberes Offenbach“ nahm im Oktober 2017 ihre Arbeit mit dem Ziel auf, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Stellen, die mit dem Thema Sauberkeit befasst sind, zu koordinieren, um effiziente Abläufe gewährleisten zu können und so das Erscheinungsbild der Stadt zu verbessern. Ein Plus an Sauberkeit bedeutet auch eine Steigerung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität des Standortes Offenbach für Neubürger und Unternehmen, die sich in der Stadt ansiedeln wollen. Im ersten Jahr wurde neben der Sichtung und Bearbeitung von Problemen und Beschwerden ein besonderer Fokus auf statistische Entwicklungen im Bereich Sauberkeit gelegt, sodass diese dadurch „greifbar“ und künftige Entwicklungen vergleichbar gemacht werden.

2. Statistiken Sauberkeit

Allgemeines

Wie sauber eine Stadt ist, lässt sich in erster Linie anhand der Zahl der Bürgerbeschwerden sowie eigenen Feststellungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von städtischen Gesellschaften, wie dem Stadtservice oder Ämtern wie Ordnungsamt und Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz, verdeutlichen. In Offenbach existieren unterschiedliche Wege, wie die Verwaltung von Verunreinigungszuständen erfährt. Bürgerhinweise über Verunreinigungszustände gehen auf unterschiedlichen Wegen bei der Stadt ein. Hauptsächlich sind dies:

- Anrufe bei Ordnungsamt und Stadtservice, dokumentiert im Beschwerdesystem
- Rundgangsberichte der Stadtteilrundgänger aus insgesamt 5 Stadtteilquartieren
- Mängelmelder (Per App oder über das Web)
Auch Print- und soziale Medien wie Facebook werden durch die Stabsstelle beobachtet, Hinweise aufgenommen und an die zuständigen Fachabteilungen weitergegeben.

Beschwerdedatenbank

Im Beschwerdesystem wurden insgesamt 6668 Meldungen erfasst, die im engeren und weiteren Sinne dem Thema Sauberkeit zuzuordnen sind. Direkt dem Thema Sauberkeit zuzuordnen sind insbesondere folgende Themen:
Fallzahl 2018
Wilder Müll 2.731
Werbemüll 50
Glascontainer überfüllt (Standort vermüllt) 72
Altkleidercontainer überfüllt (Standort vermüllt) 32
Straßenreinigung, überfüllte Papierkörbe 466
Straßenreinigung Anlieger 91
Hundekot 58
Schrottfahrrad 140
Gesamt 3.640

Anliegen, die im weiteren Sinne mit Sauberkeit zu tun haben, sind beispielsweise nicht geleerte Abfallbehälter oder nicht zugelassene Fahrzeuge. Die Gesamtsumme der in der Beschwerdedatenbank erfassten, sachbezogenen Anliegen und Reklamationen (alle Themen) lag im Berichtsjahr bei 8527. Somit haben 78,2 % der erfassten Meldungen im weiteren Sinne mit dem Thema Sauberkeit zu tun, 42,7 % befassen sich im engeren Sinne mit dem Thema Sauberkeit. Die folgende Grafik veranschaulicht, dass Hinweise über wild abgelagerten Müll den größten Anteil an Meldungen aus der Beschwerdedatenbank darstellen. Bei 30 – 35 Prozent aller Meldungen handelt es sich um Hinweise auf illegale Abfälle. Bereits weit abgeschlagen sind die Hinweise über nicht gereinigte Straßen und/ oder überfüllte Papierkörbe. Sie machen etwa 5 % der Fälle aus. Alle anderen Themen bewegen sich im Bereich zwischen 0 – 3 %.

Sauberkeitsthemen in der Beschwerdedatenbank Jahr 2018
Sauberkeitsthemen in der Beschwerdedatenbank Jahr 2018 © Stabsstelle Sauberes Offenbach
Eine Aufschlüsselung in dieser Form war für das Jahr 2017 nicht möglich. Durch die Stabsstelle wird daher seit Januar 2018 eine ausführliche Statistik geführt, die insgesamt zwischen 42 Themen unterscheidet. So kann nun monatlich geprüft werden, welche Themen besonders gehäuft vorkommen. Dies ermöglicht eine gezielte Analyse und Schwerpunktsetzung zur Einleitung weiterer Maßnahmen.

Mängelmelder

Die Zahl der Hinweise, die über den Mängelmelder bei der Stadt eingegangen sind (Thema Abfall/ Sauberkeit betreffend), ist von 1162 Fällen in 2017 auf 1883 im Jahr 2018 angestiegen. Das zeigt, dass der Mängelmelder immer besser von der Bevölkerung angenommen und genutzt wird. Für viele Spazier- und Gassigänger ist es bereits eine Selbstverständlichkeit, Feststellungen über Verunreinigungszustände zu dokumentieren und über den Mängelmelder an die Stadt zu melden. Die Fälle aus dem Mängelmelder werden vollständig in die Beschwerdedatenbank importiert, sodass sie bereits in der Statistik „Beschwerdedatenbank“ inkludiert sind. Etwa 25 % der Meldungen über illegal abgestellte Abfälle, die in der Beschwerdedatenbank erfasst sind, stammen mittlerweile aus dem Mängelmelder.

Rundgangsberichte

Bereits seit Jahren sind täglich sogenannte Stadtteilrundgänger im Stadtgebiet unterwegs, um unter anderem Abfälle im öffentlichen Raum zu fotografieren und an das Ordnungsamt zu melden. In 2018 wurden insgesamt 863 Berichte angefertigt, in denen 4248 Ablagerungen dokumentiert wurden. Je Bericht wurden 4,9 Ablagerungen gemeldet. Im Vorjahr waren es 865 Berichte und 6007 Ablagerungen, was 6,93 Ablagerungen je Bericht bedeutet. Absolut sank die Zahl der festgestellten illegalen Ablagerungen um 29.28 %, bei nahezu gleicher Anzahl an Berichten.
2017 Anzahl Berichte Meldungen Durchschnitt 2018 Anzahl Berichte Meldungen Durchschnitt
Januar 83 451 5,43 Januar 71 394 5,55
Februar 94 568 6,04 Februar 71 361 5,08
März 109 728 6,68 März 85 406 4,78
April 72 602 8,36 April 71 442 6,23
Mai 79 617 7,81 Mai 77 454 5,90
Juni 71 601 8,46 Juni 83 425 5,12
Juli 62 519 8,37 Juli 46 259 5,63
August 79 573 7,25 August 79 364 4,61
September 71 470 6,62 September 71 302 4,25
Oktober 60 410 6,83 Oktober 82 375 4,57
November 52 260 5,00 November 79 323 4,09
Dezember 33 208 6,30 Dezember 48 143 2,98
Gesamt 865 6.007 6,93 Gesamt 863 4.248 4,90

Stadtservice - Müllmengen und Entwicklungen

Im Jahr 2018 wurden laut Statistik des Stadtservice insgesamt 14041 Sperrmülltermine, 162 kostenpflichtige Expresstermine und 6403 Elektroschrotttermine vereinbart. Im Jahr zuvor waren es 12323 Sperrmüll-, 411 Express- und 3037 E-Schrotttermine. Während die Zahl der Sperrmüll- und E-Schrott-Termine um 13,94 % bzw. 110,83 % zugenommen hat, ist ein deutlicher Rückgang der Expresstermine zu verzeichnen (-60,58 %). Die Menge der eingesammelten Abfälle erhöhte sich beim Sperrmüll um 4,89 % von 3900 t in 2017 auf 4075 t in 2018. Die Tonnage des eingesammelten E-Schrotts erhöhte sich um 37 % von 260 t auf 356 t.
Sperrmüll und Elektro Termine 2017 - 2018
Sperrmüll und Elektro Termine 2017 - 2018 © Stabsstelle Sauberes Offenbach
Sperrmüll und Elektro Termine 2017-2018
Sperrmüll und Elektro Termine 2017-2018 © Stabsstelle Sauberes Offenbach

Die Systematik der Terminvergabe wurde im Herbst 2017 durch den Stadtservice optimiert. Zuvor fand die Abholung des Elektroschrotts und der Altmetallabfälle am Tag der „normalen“ Sperrmüllabholung statt. Es wurde für alle Sperrmüllfraktionen lediglich ein Abholtermin vergeben. Um zu verhindern, dass sämtliche Elektrogeräte und Metalle durch Müllsammler aus den Ablagerungen herausgesammelt werden, erfolgt die Abholung nun an unterschiedlichen Tagen. Während die Einteilung in Abholbezirke für Sperrmüll beibehalten wurde, erfolgt die Abholung des Elektroschrotts und Altmetalls ohne feste Bezirke. Schrottsammler müssen daher das Stadtgebiet nach Ablagerungen absuchen, was sich offensichtlich nicht mehr oder zumindest weniger lohnt. Diese Annahme wird durch den Anstieg der eingesammelten Menge an Elektroschrott gestützt.

Die Wartezeit für einen Sperrmülltermin wurde zudem auf 1 bis maximal 2 Wochen verringert. Das könnte erklären, weshalb die Zahl der Expresstermine stark zurückgegangen ist und dazu geführt haben, dass die absolute Zahl der vereinbarten Termine deutlich zugenommen hat.

Ordnungsamt - Müllermittlungen

Die Abteilung Kommunale Prävention, Ordnung und Sauberkeit des Ordnungsamtes ist unter anderem für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten im Bereich Abfallrecht zuständig. Insgesamt führten die Müllermittler in 1882 Fällen Ermittlungen vor Ort durch (1353 im Jahr 2017). Die Ermittlungen führten in 117 Fällen zu Verwarn- und Bußgeldern. 76 Bußgeldverfahren waren zum 31.12.2018 noch nicht abgeschlossen, sodass die Ergebnisse der Verfahren erst in die Statistik des Folgejahres einfließen können.

Statistik/ Fallzahlen, in denen Ermittlungen vor Ort durchgeführt wurden:

Maßnahmen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und der Offenbacher Abfallsatzung 2017 Betrag in € 2018 Betrag in €
Verwarnungen / Verwarngeldangebote 36 1.060,00 35 970,00
Bußgeld 55 12.144,43 82 23.626,77
Einstellungen 991 - 1.421 -
Laufende Verfahren 63 - 76 -
Kein Müll aufgefunden 208 - 268 -
Summe 1.353 13.204,43 1.882 24.596,77
Neben dem sogenannten wilden Müll ist das Ordnungsamt auch für Fahrradwracks zuständig. Im Berichtsjahr wurden 159 Fahrradwracks gemeldet, bzw. durch den Außendienst aufgefunden und mit einer Beseitigungsverfügung markiert. Von diesen Fahrradwracks endeten 2 aufgrund des Restwertes im Fundkeller des Ordnungsamtes, wurden 72 Fahrradwracks der Entsorgung zugeführt sowie 78 im Rahmen der Nachkontrolle durch die Ordnungskräfte nicht mehr aufgefunden. Sieben Wracks befanden sich zum Ende des Jahres noch vor Ort, da die Nachkontrollen noch nicht durchgeführt wurden.

3. Runde Tische

Die Stabsstelle nimmt regelmäßig an den Runden Tischen Süd, Nordend, Mathildenviertel, Senefelderquartier, Waldhof und Ost teil. Insgesamt fanden im Berichtsjahr 34 Runde Tische statt. Die Stabsstelle steht als Ansprechpartner für den Bereich Sauberkeit zur Verfügung, nimmt Hinweise und Beschwerden auf, kümmert sich um die Bearbeitung dieser und berichtet über Schwerpunkte in den jeweiligen Quartieren.

4. Internet Auftritt und Signet

Ein Projekt der Stabsstelle war die Errichtung eines informativen Internetauftritts über das Thema Sauberkeit. Die Seite gibt einen schnellen Überblick darüber, welche Institutionen in Offenbach in welcher Form mit dem Thema Sauberkeit zu tun haben. Weiterhin liefert sie Informationen darüber, wo der nächste Hundekottütenspender steht, wo gegrillt werden darf, wo man einen Sperrmülltermin vereinbaren oder wohin eine illegale Ablagerung gemeldet werden kann. Die Seite wird nach und nach mit mehr Leben gefüllt und soll vor allem auch einen Überblick über aktuelle Themen und Pressemeldungen zum Thema Sauberkeit geben. Um eine Dopplung der Informationen zu vermeiden gelangt der Nutzer bei näherem Interesse an einem bestimmten Thema über einen Link direkt auf die entsprechende Seite der beteiligten Akteure.

Im Zuge der Erstellung des Internetauftritts entwickelte die Stabsstelle ein eigenes Signet, um einen Widererkennungswert zu schaffen. Das Signet findet künftig überall dort Verwendung, wo die Stabsstelle nach Außen kommuniziert (Flyer, Banner, Werbeartikel, Briefkopf, eMail etc.). Das Signet zeigt ein Strichmännchen, das lässig an einem Papierkorb lehnt. Dazu der Spruch: Sauberes Offenbach – ist doch ganz einfach! Hierdurch soll verdeutlich werden, dass jeder einen Teil dazu beitragen kann, dass die Stadt sauber bleibt und noch sauberer wird.

Im Zuge der Erstellung des Internetauftritts entwickelte die Stabsstelle ein eigenes Signet, um einen Widererkennungswert zu schaffen. Das Signet findet künftig überall dort Verwendung, wo die Stabsstelle nach Außen kommuniziert (Flyer, Banner, Werbeartikel, Briefkopf, eMail etc.). Das Signet zeigt ein Strichmännchen, das lässig an einem Papierkorb lehnt. Dazu der Spruch: Sauberes Offenbach – ist doch ganz einfach! Hierdurch soll verdeutlich werden, dass jeder einen Teil dazu beitragen kann, dass die Stadt sauber bleibt und noch sauberer wird.
Sauberes Offenbach - ist doch ganz einfach!
Sauberes Offenbach - ist doch ganz einfach! © Stabsstelle Sauberes Offenbach

5. Müllsammelaktion

Von der Stabsstelle wurde eine Müllsammelaktion in Offenbach Bieber organisiert. Im Rahmen der europaweiten Aufräumkampagne „Let’s Clean Up Europe“ sammelten insgesamt 8 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie der Sohn einer Mitarbeiterin im Stadtteil Bieber zwei Stunden lang Abfälle ein. Insgesamt kamen 14 Abfallsäcke zusammen, die teils prall gefüllt waren. Das Sammelgebiet umfasste die Germaniastraße, sowie die verlängerte Schloßmühlstraße bis hin zu den Tennisplätzen. Die Aktion der Stabsstelle stellte eine von zahlreichen Sammelaktionen in Offenbach dar, die im Laufe des Jahres durchgeführt und von der Stabsstelle unterstützt wurden. Solche Aktionen sind auch künftig von großer Bedeutung, da sie für eine große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit sorgen und andere Menschen sensibilisieren, sich auch mal zu bücken und Abfälle aufzusammeln. Insbesondere die im Rahmen der Kampagne „Sauberhaftes Hessen“ durchgeführten und vom Stadtservice organisierten Aktionen der Schülerinnen und Schüler in Offenbach, können ein Umdenken bewirken, achtsamer mit der Natur umzugehen und Abfälle dort zu entsorgen, wo sie hingehören: In den Mülleimer.

6. Öffentlichkeitsarbeit

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit, sowie den beteiligten Akteuren, entwirft die Stabsstelle Pressemeldungen zu dem Thema Sauberkeit. So wurden etwa Meldungen zu der Aktion am Hainbach, Mainvorgelände, Hafengebiet, die Müllsammelaktion, den Tätigkeiten der Stabsstelle und weitere Pressemeldungen erstellt. Es ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt über die zahlreichen Tätigkeiten für mehr Sauberkeit in der Stadt informiert werden.

7. Schwerpunktthemen

Im Laufe des Jahres entwickelten sich Schwerpunktthemen, die gemeinsam mit anderen Akteuren angegangen und bearbeitet wurden.
Folgende Schwerpunkte wurden angegangen:

Mängelmelder

Der Städtische Mängelmelder wird seit Jahren sehr rege genutzt. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 2815 Meldungen erfasst. Im Mängelmelder kann der Nutzer bei der Erstellung einer neuen Meldung aus drei Rubriken wählen, die sich im Berichtsjahr wie folgt aufteilten:

  • Abfall/ Sauberkeit - 1883 Meldungen
  • Schäden im öffentlichen Raum – 755 Meldungen
  • Öffentliches Grün/ Spielplätze – 177 Meldungen

65 % der Meldungen wurden mit dem Smartphone erstellt, 35 % der Meldungen mit dem Webbrowser. Die Stabsstelle importiert und koordiniert sämtliche in Bezug auf Sauberkeit eingehenden Meldungen, sodass stets ein Überblick über Schwerpunktthemen oder Besonderheiten gewährleistet ist. Sie entscheidet, welche Fälle direkt an den Entsorger weitergeleitet werden können oder wo Ermittlungen vor Ort durch die Müllermittler des Ordnungsamtes notwendig/ sinnvoll sein könnten.

Neben einer zuverlässigen Bearbeitung der Fälle seitens der zuständigen Behörden, sind die Ergebnisse im Mängelmelder zu dokumentieren, bzw. die Fälle dort abzuschließen. Hierzu wurden mehrere Gespräche mit dem Ordnungsamt und dem Stadtservice geführt und eine Erledigung der Altfälle vereinbart. Im Laufe des Jahres wurde ein Großteil der offenen Fälle abgeschlossen.

Aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten für Bearbeitung der Meldungen ist es jedoch schwierig, den jeweiligen Bearbeitungsstand aller Meldungen zu überwachen, da auch regelmäßig Beschwerden eingehen, für die der Mängelmelder nicht vorgesehen ist und für deren Bearbeitung die Stadt Offenbach nicht zuständig ist. Da eine fehlende Statusmeldung im Mängelmelder nicht gleichbedeutend mit der Nichtbearbeitung der Meldung ist, werden derartige Fälle mit dem Hinweis auf die Weitermeldung an die zuständige Stelle/ an den zuständigen Eigentümer abgeschlossen.

Fußgängerzone/ Innenstadt

Die Fußgängerzone in der Innenstadt wird täglich von tausenden Besuchern frequentiert. Daher ist es wichtig, dass gerade dieser Bereich einen sauberen und einladenden Eindruck auf die Besucher macht. Unabhängig von dem Zukunftskonzept Innenstadt wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mängel im Bereich der Innenstadt zu beseitigen und die Fußgängerzone attraktiver zu gestalten. Die Arbeitsgruppe unter Leitung der Stabsstelle besteht im Kern aus Vertretern des Ordnungsamtes, Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, dem Stadtservice und der Leitung des Projekts BliO. Anlassbezogen werden zu den Terminen auch weitere Akteure eingeladen.
Folgende Maßnahmen wurden beschlossen und werden im Jahr 2019 umgesetzt:

  • Austausch der Papierkörbe gegen ein neues Modell, das bereits im Bereich des Stadthofs verwendet wird
  • Grundreinigung der Flächen unter den Papierkörben
  • Streichen der Beleuchtungsmasten
  • Austausch der Beschilderung an den Zugängen zur Fußgängerzone
  • Demontage der Pfandringe
  • Neugestaltung und Austausch der BliO Beschilderung auf den Rückseiten der Eingangsbeschilderung zur Fußgängerzone
  • regelmäßige Kontrollen durch die Müllermittler des Ordnungsamtes in Bezug auf Wegwerfen von Kleinmüll wie Zigarettenkippen und To-Go-Bechern

Mainvorgelände

Das Mainvorgelände, insbesondere die ausgewiesene Grillfäche, stellte vor allem wegen des langen, warmen Sommers eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten dar. Durch die Abteilung Qualitätssicherung des Stadtservice wurden am Wochenende und auch montags in der Früh, vor der Reinigung und Papierkorbleerung, Kontrollen in Bezug auf Sauberkeit durchgeführt und dokumentiert. Auch die Stabsstelle war wöchentlich vor Ort, um einen Überblick über die Situation zu erhalten.

Um nachhaltig der Müllproblematik entgegenzuwirken, wurden kurzfristig zwei große Müllcontainer aufgestellt, da die üblichen Behälter nicht ausreichend dimensioniert waren, um die anfallenden Abfallmengen aufzunehmen. Zusätzlich wurde nach Wetterlage täglich durch ESO gereinigt, sowie Papierkörbe geleert.
Begleitend zu diesen Maßnahmen wurden regelmäßige Kontrollen durch die Stadtpolizei angeordnet. Hierbei sollte insbesondere auf das Verbot der Nutzung von Einmalgrills, deren Glutbehälter direkten Kontakt mit der Bodenfläche haben, geachtet und deren Nutzung untersagt werden.

Auch wenn durch die Maßnahmen nicht gänzlich verhindert werden konnte, dass Abfälle neben den Abfallbehältern abgestellt wurden, stellte sich eine deutliche Verbesserung der Situation ein.

Altglascontainer

Altglascontainerstandorte werden immer wieder als Ablagerungsstelle für Abfälle/ Sperrmüll missbraucht. Dies wurde durch Kontrollgänge der Stabsstelle bestätigt. Als Gegenmaßnahme wurde mit der Qualitätssicherung des Stadtservice vereinbart, dass die Problemstandorte regelmäßig kontrolliert werden, sodass eine zeitnahe Abholung der Abfälle stattfinden kann. Die Maßnahme hat sich bewährt.

Das grundsätzliche Problem konnte dadurch jedoch nicht unterbunden werden. Dies gestaltet sich problematisch, da es sich hierbei nicht um eine geschlossene Zielgruppe handelt, wie Anwohner aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Abfälle werden häufig aus Fahrzeugen heraus abgeladen, sodass eine räumlich begrenzte Informationskampagne nur wenig zielführend wäre. Das Thema Altglascontainer wird daher weiterhin Thema bleiben. Denkbar sind Warnschilder/ Aufkleber, die deutlich sichtbar sind und eindeutig auf das Verbot der Ablagerung von Abfällen hinweisen, sowie Konsequenzen aufzeigen (Bußgeld).

Altkleidercontainer

Die Sondernutzungserlaubnisse für Altkleidercontainer wurden neu erteilt, sowie Standorte für die Aufstellung der Container vergeben. Da die Bereiche um Altkleidercontainer herum ebenfalls immer wieder als Ablagerungsstelle für Abfälle missbraucht werden, wurde in Absprache mit der Stabsstelle in die Sondernutzungserlaubnis eine Passage aufgenommen, die vorschreibt, dass Containerstandorte regelmäßig zu kontrollieren sind, Altkleider zu entfernen, sowie Müllablagerungen an das Ordnungsamt zu melden sind. Eine Kontrolle dieser Auflagen fand bislang jedoch noch nicht statt, sodass an dieser Stelle nachgearbeitet werden muss.

Nil- und Kanadagänse am Mainufer

Bereits seit Jahren ist eine Vermehrung der Nil- und Kanadaganspopulation zu beobachten. Um die Problematik anzugehen wurden Gespräche mit dem Stadtservice, der Projektleitung „Besser leben in Offenbach“ (BliO), dem Ordnungsamt und einer Tierschützerin geführt. Die Tierschützerin bot an, die stark verkoteten Bereiche regelmäßig zu reinigen. Hierfür wurden ihr im Gegenzug Kosten für Reinigungswerkzeug erstattet.

Um das Fütterungsverbot für Wasservögel sichtbarer zu machen, werden künftig neue Schilder am Mainvorgelände angebracht, sowie Aufkleber an den dortigen Papierkörben.

Hafentreppe

In den Sommermonaten kam es vor allem an den Wochenenden im Bereich der Hafentreppe zu massiven Beschwerden über Verunreinigungen durch Kleinmüll und Pizzakartons. Um die Situation zu verbessern wurde, nach dem Vorbild am Mainvorgelände, die Papierkorbleerung und Reinigung durch den Stadtservice auf das gesamte Wochenende ausgedehnt (nach Witterung). Weiterhin wurde vereinbart, dass Mitarbeiter des Quartiersmanagements zusätzlich zu den Maßnahmen des Stadtservice ab April bis September samstags zwischen 14 Uhr und 18 Uhr einen Hafenrundgang machen, herumliegenden Müll beseitigen und ggf. die Mülleimer leeren.

Um die Zahl der herumliegenden Pizzakartons zu verringern wurde mit dem Betreiber der ansässigen Pizzeria vereinbart, dass die Beschäftigten ein Auge auf den einsehbaren Bereich des Hafenplatzes/Hafentreppe werfen und umherliegende Kartons selbst einsammeln.

Die Maßnahmen führten dazu, dass sich die Situation im Hafenbereich deutlich entspannte. Zur Prüfung der Situation werden durch die Stabsstelle regelmäßig Kontrollen durchgeführt.

Fahrweg in Richtung Sportverein Oberrad

Entlang des Weges mit angrenzendem Bach in Richtung Sportverein Oberrad, parallel zur Sprendlinger Landstraße, wird regelmäßig Kleinmüll abgelagert. Da hier weder Anliegerreinigung, noch Straßenreinigung durch ESO vorgesehen war, wurde der betroffene Bereich nur selten gereinigt. Mit dem Stadtservice wurde vereinbart, dass eine anlassbezogene Reinigung auf Zuruf durchgeführt wird. Seitdem hat sich die Situation entspannt. Eine Anliegerin, die dort einen Kleingarten gepachtet hat, steht in einem regelmäßigen Kontakt zur Stabsstelle, sodass im Bedarfsfall zeitnah eine Reinigung durchgeführt werden kann.

Rundgangsberichte

Die Rundgangsberichte, die täglich durch die Quartiersrundgänger der Stadtteilbüros verfasst werden, wurden in der Vergangenheit in PDF- oder als Word Dokument erstellt. Dies hatte den Nachteil, dass Berichte untereinander schwer zu vergleichen und kompliziert auszuwerten waren. Seitens der Stabsstelle wurde gemeinsam mit Ordnungsamt und Quartiersmanagement ein Excel-Dokument entwickelt, das künftig von allen Quartieren gleichermaßen Anwendung finden wird. Praktisch auf Knopfdruck sind Doppelerfassungen herausfilterbar, die statistische Auswertung ist unkompliziert und mit erheblich weniger Zeitaufwand verbunden.

Grünschnittablagerungen durch Kleingärtner

Entlang von Kleingartenanlagen kommt es immer wieder zur unerlaubten Ablagerung von Grünschnitt. Neben der Tatsache, dass es sich hierbei um einen Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz handelt, der mit einem Bußgeld geahndet werden kann, beeinträchtigen diese massiven Nährstoffeinlagerungen auch die Flora und Fauna in den betroffenen Gebieten. Auf Hinweis des Umweltamtes über massive Ablagerungen im Bereich der Kleingartenanlagen entlang des Hainbachgebietes (Naturschutzgebiet), wurde eine Arbeitsgruppe einberufen, um sich der Problematik anzunehmen. Es wurde ein Informationsblatt entworfen, das über die Vorstände an sämtliche Kleingärtner verteilt wurde. Wege zum LSG wurden dauerhaft verschlossen, sämtliche Ablagerungen entsorgt, eine Beschilderung mit dem Hinweis über das Entsorgungsverbot von Grünschnitt angebracht, Hecken und Wildwuchs wurden gerodet, um das betroffene Gebiet besser einsehen zu können und Kleingärtner weniger dazu einzuladen, im Gebüsch Grünschnitt abzulagern. Das Hainbachgebiet kann als Pilotprojekt für andere Kleingartenanlagen in Offenbach dienen. Eine Überprüfung der erzielten Ergebnisse erfolgt regelmäßig. Neuer Grünschnitt wird zeitnah entfernt, um den Broken-Windows-Effekt zu verhindern.

8. Allgemeine Beschwerden und Themen

Neben den Themenschwerpunkten gingen bei der Stabsstelle im Berichtszeitraum etwa 100 Hinweise und Beschwerden ein, die dort aufgenommen, koordiniert und deren Ergebnisse überprüft wurden. So wurden im Rahmen dessen in einigen Bereichen zusätzliche Papierkörbe und Hundekottütenspender aufgestellt, Reinigungsbezirke des Teams Saubere Innenstadt an Problemlagen angepasst, Müllablagerungen abgeholt, die aus unterschiedlichen Gründen über längere Zeiträume vor Ort lagen und weitere Maßnahmen in die Wege geleitet.

9. Fazit

Die Stabsstelle hat sich seit Dienstaufnahme Ende 2017 als wichtige Institution in Bezug auf das Thema Sauberkeit in der Stadt etabliert. Eine bedeutsame Aufgabe ist die Koordinierungsfunktion, sowie das Aufdecken von Sauberkeitsmängeln mit anschließender Thematisierung bei den zuständigen Partnern der Sauberkeit. Anlassbezogen werden von ihr Arbeitsgruppen und Projekte ins Leben gerufen, um bestehende Probleme mit den betroffenen Partnern besprechen und Lösungen erarbeiten zu können.

Die Stabsstelle ist sehr gut vernetzt und wird nicht als „Überwacher“ wahrgenommen, sondern als Netzwerker, Koordinator, Hinweisgeber und Unterstützer. Sie koordiniert sämtliche Beschwerden, die über den Mängelmelder (in Bezug auf Sauberkeit) eingehen, erfasst und wertet jeden einzelnen der mehr als 850 Rundgangsberichte im Jahr, sowie die städtische Beschwerdedatenbank aus, um einen Gesamtüberblick über die prägenden Themen zu erhalten und gegebenenfalls negativen Entwicklungen entgegensteuern zu können. Die Zusammenarbeit der zuständigen Ämter und Gesellschaften ist seither in einigen Bereichen enger und effizienter geworden.

Hervorzuheben ist die Bedeutung der Zusammenarbeit der Stabsstelle mit der Qualitätssicherung des Stadtservice, sowie der Abteilung Kommunale Prävention, Ordnung und Sauberkeit des Ordnungsamtes. Im Laufe des Berichtzeitraums zeigte sich, dass es weniger grundsätzliche, flächendeckende Probleme gibt, als vielmehr einzelne Probleme, die gezielt angegangen werden müssen. Die Straßenreinigung im Stadtgebiet funktioniert grundsätzlich gut, jedoch gibt es einzelne Bereiche, die aufgrund von besonderen örtlichen Gegebenheiten weniger gut gereinigt werden oder schlichtweg kein entsprechender Reinigungsauftrag existiert.

Die statistische Entwicklung im Bereich Sauberkeit ist positiv zu bewerten. In den Rundgangberichten wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Müllablagerungen dokumentiert, während die Zahl der Abholtermine beim städtischen Entsorger deutlich zugenommen hat. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zum Thema Mängelmelder und der Bearbeitung der Beschwerden sind nahezu durchweg positiv. Tatsache ist jedoch auch, dass es weiterhin Problemschwerpunkte gibt, an denen gearbeitet werden muss. Seien es die Verunreinigungen durch Gänsekot am Mainvorgelände, die Altkleidercontainer, die regelmäßig durch Fremde ausgeräumt und die Altkleider auf dem Boden verteilt werden, die illegal aufgestellten Altkleidercontainer, die ein Anziehungspunkt für Abfälle darstellen und andere Themen, die ein verstärktes Engagement erfordern, um die Situation nachhaltig zu verbessern.