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Müllsäcke im Wald
© Stadt Offenbach
Die so genannte Müll-Hotline ist bereits seit Jahren eine der gefragtesten Nummern im Offenbacher Ordnungsamt. Am anderen Ende der Leitung meldeten aufmerksame Anwohner fast immer eine wilde Müllablagerung. Von einem aussortierten TV-Gerät bis hin zu einer mehrere Kubikmeter umfassenden Müllhalde im Wald. Es gibt kaum etwas, was den Ordnungsamtsmitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch nicht gemeldet wurde.

Wilder Müll verschandelt nicht nur das Straßenbild, sondern beeinflusst auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Die Kosten für die Beseitigung müssen von der Allgemeinheit getragen werden. „Für Müllsünder habe ich keinerlei Verständnis. Sperrmüll wird in Offenbach kostenlos abgeholt, die Müllabfuhr funktioniert tadellos und zudem haben wir einen funktionierenden Wertstoffhof, den alle Bürgerinnen und Bürger ebenfalls kostenfrei nutzen können“, betont Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Schneider, dem die Aufenthaltsqualität in der Stadt sehr wichtig ist. „Niemand muss in unserer Stadt Müll illegal entsorgen.“

2016 rückten die Mülldedektive 1200 Mal aus

Im abgelaufenen Jahr 2016 Jahr rückten die Mülldetektive des Ordnungsamtes rund 1200 Mal aus. In 182 Fällen konnten an Ort und Stelle keine Abfälle aufgefunden werden, sodass die Meldungen direkt im Anschluss als erledigt vermerkt werden konnten. In weiteren 480 Fällen wurden keine Zeugen und auch keinerlei Hinweise auf mögliche Verursacher aufgefunden. 528-mal gab es jedoch Spuren, die ordnungsrechtlich weiter verfolgt wurden. In 100 Fällen wurden Bußgelder erlassen, die sich insgesamt auf einen Betrag von 29.300 Euro summieren. Das bedeutet, dass vom Ordnungsamt immerhin in jedem zehnten Fall der Verursacher ermittelt werden konnte.

„Durch die aktive Bewerbung der Müllhotline und des Mängelmelders, der sowohl vom Smartphone aus per App als auch vom städtischen Internetauftritt aus bedient werden kann, ist die Zahl der Meldungen in den vergangenen Jahren stetig angestiegen“, sagt Frank Weber, zuständiger Abteilungsleiter für Sauberkeit und Prävention beim Ordnungsamt. Im Jahr 2016 gingen bei der Ordnungsbehörde insgesamt 6800 Müll-Meldungen ein. Alleine durch die Rundgänger der Stadtteilbüros Nordend, Lauterborn, Mathildenviertel, Senefelderquartier und Waldhof, wurden insgesamt 602 Berichte gefertigt und dem Ordnungsamt übersandt. Diese beinhalteten jeweils im Durchschnitt zirka acht bis zehn weitere Meldungen, die durch das Ordnungsamt geprüft und anschließend dem Stadtdienstleister ESO zur Entsorgung weitergeleitet wurden.

Illegaler Müll wird genau unter die Lupe genommen

Wird ein Müllhaufen gemeldet, prüfen die Beamten zunächst, ob ein Abholtermin beim Geschäftsfeld Stadtservice der SOH Unternehmensgruppe vereinbart wurde. Ist dies nicht der Fall, nimmt einer der beiden Mülldetektive die illegale Ablagerung unter die Lupe. Ein Brief, ein Versicherungsschein, eine achtlos weggeworfene Wahlkarte führen oft zu den Verursachern. „Unsere beiden Mitarbeiter müssen manchmal wirklich detektivisches Gespür entwickeln, denn eindeutige Spuren sind nicht immer vorhanden“, erläutert Christian Broos, Sachgebietsleiter beim Ordnungsamt. Wichtig für den Ermittlungserfolg ist jedoch, dass zeitnah agiert wird. „Anwohner erinnern sich dann oftmals noch, haben etwas gesehen. Die Spur muss noch ‚heiß‘ sein. Können die Mülldetektive keinen Verursacher ermitteln, wird an die Anwohner per Sperrmüll-Flyer appelliert, Beobachtungen zu melden.“

Müllhotline für illegale Ablagerungen

Die Stadt bittet Bürgerinnen und Bürger, illegale Ablagerungen beim Ordnungsamt unter 069 8065-4747 zu melden. Hier ist eine „Müllhotline“ geschaltet. Außerhalb der Dienstzeiten und am Wochenende läuft ein Anrufbeantworter. Auch über die Mängelmelder-App, herunterzuladen über den Google Play Store oder  Apples „App Store“, lassen sich Schäden und illegale Ablagerungen „mit wenigen Klicks“ an die zuständige Behörde melden. Wer selbst Sperrmüll entsorgen will, kann beim ESO-Kundenservice unter 069 840004-545 einen kostenlosen Abholtermin vereinbaren. Und wenn es mal schneller gehen muss, gibt es beim Geschäftsfeld Stadtservice für wenig Geld einen Expresstermin.

03.01.2017