Sprungmarken
Suche
Suche

Ein Mitarbeiter des SOH Geschäftsfelds Stadtservice beim Reinigen.
Ein Mitarbeiter des SOH Geschäftsfelds Stadtservice beim Reinigen. © SOH

Es gleicht einer Sisyphos-Aufgabe, der sich die städtischen Mitarbeiter täglich neu stellen. Ausgerüstet mit Kescher und Besen, Kehrmaschine und Pritschenwagen sind die Leute vom Geschäftsfeld Stadtservice jeden Tag am Main unterwegs, um Offenbachs Naherholungsareal sauber zu halten.

Dies gelingt in der Regel auch gut. Die Grenze des Möglichen ist allerdings erreicht, wenn gefühlt halb Offenbach – wie am ersten schönen Wochenende des Jahres im April und auch am vergangenen Wochenende – sich am Ufer zum Grillen und Chillen trifft. Dafür sind die Flächen da und werden deshalb auch gepflegt. Doch auch wenn der Stadtservice täglich, bei schönem Wetter sonntags sogar zwei Mal, dort die Abfallbehälter leert und aufräumt: Die Abfälle der (Grill-)Partys vom Sonntagabend werden von den städtischen Angestellten erst am Montag weggeräumt.

Stand das Mainufer nach dem ersten schönen Wochenende laut Tourenplan noch für den Montagnachmittag zur Reinigung an, wurde dieser Plan jetzt angepasst. Nun kommen die Männer von der Straßenreinigung und der Abteilung Grünwesen bereits am Morgen. Zwar haben die Besucher ihren Abfall nicht ein paar Meter weiter zum nächsten leeren Abfalleimer getragen, aber immerhin in Tüten gebündelt neben die überquellenden Behälter gelegt. Das fanden dann vor allem die Wasservögel und Katzen spannend, die diese Säcke auf der Suche nach Lebensmitteln aufrissen und den Inhalt verstreuten.

„Derzeit wird noch überlegt, ob größere Behälter zumindest in Höhe des Grillplatzes aufgestellt werden“, sagt Christian Loose, stellvertretender Leiter des Eigenbetriebs der Stadt Offenbach. „Wir haben jedoch jetzt erst mal den Leerungszyklus erhöht, um den Abfall zu beseitigen.“

Denn größere Behälter ziehen immer auch mehr Abfall an, auch solchen, der nicht vor Ort produziert wird. Darüber hinaus ist derzeit die Qualitätssicherung der Stadtwerke Unternehmensgruppe täglich, am Wochenende zwei Mal täglich, auf dem Mainvorgelände unterwegs, um die Sauberkeit zu überprüfen und gegebenenfalls kurzfristig nachbessern zu lassen.

Auch das Hafenbecken rückt gerade in dieser Jahreszeit verstärkt in den Blick der Stadt: Der gelbe Blütenstaub, der als dicke Schicht auf Balkon und Windschutzscheibe schon lästig genug ist, verklumpt dort im Wasser zu einer schweren schleimigen Masse, in der sich Abfall und tote Fische verfangen. Der bisher mit der Reinigung beauftragte Mitarbeiter bekommt jetzt einen Kollegen zur Seite gestellt, damit sie zu zweit mit Keschern den unschönen Belag entfernen.

Auch die beiden Quartiersrundgänger des Projektes „Besser leben in Offenbach“ sind am Samstag zwischen 14 und 18 Uhr am Hafen unterwegs, räumen an der Treppe, dem Hafenplatz und dem Molenpark auf, bevor die Abendbesucher in die Gaststätten kommen.

„Die Stadt unternimmt enorme Anstrengungen, um die Sauberkeit zu verbessern“, erklärt Stadtrat Peter Freier. „Die Stabsstelle „Sauberes Offenbach“ hat sich der Probleme am Mainufer und im Hafen intensiv angenommen. Mit der Verbindung aller zuständigen Stellen und mit viel Kommunikation vor Ort hat die Stabsstelle ihre erste Bewährungsprobe gut gemeistert.“

Bei allen Bemühungen sollte aber nicht vergessen werden, dass Abfall am Main kein unabwendbares Schicksal ist. Mit etwas mehr Mithilfe der Menschen, die dort ihre Freizeit genießen, wäre das Problem mit deutlich weniger personellem Aufwand und damit billiger zu bewältigen. 

„Den leeren Pizzakarton nimmt nach dem Picknick auf der Hafentreppe die Gaststätte wieder zurück und leere Pfandflaschen sind in den eigens an Laternenpfählen und Abfallkörben angebrachten Pfandringen gut aufgehoben“, empfehlen Christian Broos und Viola Ihlefeld von der Stabsstelle.

Aus den Pfandringen können sich Menschen die Flaschen abholen, die mit dem Geld ihren Lebensunterhalt aufstocken. Und wenn das Einweggeschirr und die Verpackung der Grillwürste nicht mehr in den Abfalleimer direkt am Grillplatz passen, ist ein kleiner Verdauungsspaziergang zum nächsten freien Abfallkorb – am Mainufer steht alle zehn Meter einer - eine gute Lösung.

9. Mai 2018