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Die Idee des Bewegungsparcours kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, vor allem aus China, wo es üblich ist, in öffentlichen Parks Sport zu treiben und körperlichen Aktivitäten nachzugehen.
Dank einer großzügigen Spende der Heinrich und Alma Schmidt – Stiftung für Altenhilfe, Darmstadt, vertreten durch Matthias Mann, konnte die Stadt Offenbach am Main ihren ersten Bewegungsparcours einrichten. Die Spende erlaubte den Kauf von sechs Outdoor-Fitnessgeräten, die speziell auf die Bedürfnisse von älteren Menschen abgestimmt sind. Die positiven Aspekte von Bewegungsparcours im Einzelnen:

Körperliche Aktivität und Bewegung

Körperliche Aktivität und Bewegung ist nachweislich der zentrale Faktor für ein „gutes Altern“, d.h. altern in guter Lebensqualität und so lange wie möglich mobil, selbstbestimmt und unabhängig zu leben. So haben in der Berliner Altersstudie 87% der Befragten 50 bis 75-Jährigen angegeben, dass ihnen „körperlich und geistig fit zu bleiben“ sehr wichtig im Leben ist.

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes, „Gesundheit und Krankheit im Alter“ von 2009 betont, dass regelmäßige körperliche Aktivität eine zentrale präventive Funktion über den gesamten Lebenslauf hat.

Körperliche Aktivität verlangsamt die biologischen Alterungs- und Abbauprozesse. D.h. sie schützt vor Funktionsverlusten, die sich bemerkbar machen in der Gehfähigkeit, einem erhöhten Risiko von Stürzen und einer Verringerung der geistigen Leistungsfähigkeit bis hin zur Demenz. So konnte 2008 eine schwedische Studie nachweisen, dass allein durch Spazierengehen und Gartenarbeit das Risiko einer Demenz bis zu 36% gesenkt werden kann.

Körperliche Aktivität hat eine schützende Funktion gegenüber einer Vielzahl von chronischen Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes mellitus II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis und Depression.

Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf das Immunsystem und das psychische Wohlbefinden aus. Wichtig ist das Training in den Bereichen Ausdauer, Kraft (insbesondere der großen Muskelgruppen), Beweglichkeit und Gleichgewicht.

Diese Faktoren waren daher zielführend bei der Auswahl der Geräte. Ausdauer und Beweglichkeit werden hauptsächlich durch den Crosstrainer und den doppelten Beintrainer/Walker trainiert. Kraft durch den Brustmuskel-Trainer und Liegestütz. Beweglichkeit und Gleichgewicht durch den Beweglichkeitstrainer und der schwebenden Plattform.

Interesse an Freiluftsaktivitäten

Ein weiterer Grund einen Bewegungsparcours einzurichten waren die Ergebnisse der Befragung im Rahmen des Altenplanes 2002 zu den Interessen der 55-70-Jährigen Offenbachern. Damals hatten 75% angeben, dass sie sich gerne in Grünanlagen und Parks aufhalten. Auch andere Studien bestätigen den großen Wunsch der Älteren sich im Freien aufzuhalten, unabhängig vom Wetter.

Aus einer Umfrage, die 2008 in Frankfurt durchgeführt wurde wissen wir, dass die öffentlichen Geräte jedoch leider nur selten von Seniorinnen und Senioren genutzt werden. Das hat verschiedene Gründe, die bei der Planung berücksichtigt wurden. So wurde ein vor Blicken geschützter Bereich gewählt, der auch nicht angebunden ist an einen Kinderspielplatz. Ältere Menschen möchten sich nicht blamieren und sich vor Kindern unsicher zeigen. Daher wurde eine geschützte Ecke des Parks ausgewählt.

Weiterhin sind ältere Menschen in der Nutzung der Geräte unsicher. Wir haben daher die dringende Empfehlung u.a. des Landesportbundes Hessen aufgenommen, Kurse für die Nutzung anzubieten. In Kooperation mit dem Sportbüro der Stadt konnte die qualifizierte Übungsleiterin Katja Kühn hierfür gewonnen werden. Sie wird nach Bedarf ein bis zwei Kurse vormittags anbieten. Im Emil-Renk-Haus werden die Teilnehmenden sich umziehen und im Anschluss an den Kurs ihren Durst stillen können. Geselligkeit und Fitness kann so gut mit einander verbunden werden.

Mit diesem neuen niedrigschwelligen Bewegungsangebot möchte die Stadt viele Seniorinnen und Senioren erreichen, die sich vielleicht nicht allein in ein Fitnessstudio trauen, die aber gerne etwas mehr für ihre Gesundheit tun möchten. Dieses auch gerne gemeinsam mit anderen machen, um dann im Anschluss im Seniorentreff Emil-Renk-Haus noch etwas zusammen sitzen. Nicht zuletzt hoffen wir auch Migrantinnen und Migranten mit diesen Geräten ansprechen zu können. Gerade in der Türkei sind Outdoor-Fitnessgeräte alltäglich und bekannt.