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Seit Dezember 2019 ist die zentrale Koordinierungsstelle für offene Seniorenarbeit durch die 32-jährige Erziehungswissenschaftlerin Juliane Timmerberg besetzt. Damit wird ein Vorschlag aus dem Kommunalen Altenplan von 2017 umgesetzt, der von den Stadtverordneten beschlossen wurde.
Porträtfoto von Juliane Timmerberg
© sasa grandic

Die zuständige Stadträtin für Soziales und Altenplanung Sabine Groß wertet die Stelle als eine große Bereicherung für die Menschen in der Stadt: „Mit der Schaffung und nun auch mit der Besetzung der Koordinierungsstelle für offene Seniorenarbeit erhalten alle in der Seniorenarbeit Aktiven eine direkte Ansprechpartnerin und Unterstützung bei ihrer Arbeit. Seniorentreffs bieten die Möglichkeit der Teilhabe und sind Orte der Begegnung. Gerade in den letzten Monaten ist uns allen durch die Corona-Pandemie wie durch ein Brennglas deutlich gemacht worden, wie wichtig öffentliche Räume für uns alle und natürlich auch für Seniorinnen und Senioren sind. Mit Juliane Timmerberg steht den Akteure der Seniorenarbeit nun eine erfahrene Ansprechpartnerin zur Seite, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt.“

Die Koordinierungsstelle hat zum Ziel, die Selbstbestimmung und Selbstständigkeit der älteren Menschen zu fördern und zu festigen. Zu Timmerbergs Aufgaben gehört es, die Angebote der einzelnen Seniorentreffs zu koordinieren. Dort gibt es Kreativ- und Bildungsangebote, Bewegungsangebote oder einfach nur die Möglichkeit, gemütlich mit Gleichgesinnten zusammenzusitzen. Diese Angebote sollen in Anzahl und Qualität weiterentwickelt werden. Dafür unterstützt sie die ehrenamtlichen Teams fachlich und organisatorisch – immer in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern, denn Vernetzung spielt eine wichtige Rolle bei der Seniorenarbeit, auch um Synergieeffekte zu erzielen. Eine wichtige Aufgabe ist außerdem, aktiv Ehrenamtliche für die Mithilfe in den Seniorentreffs zu gewinnen.

Juliane Timmerberg hat ihre Erfahrungen zuvor in einem Weiterbildungsprojekt im Rhein-Main-Gebiet für junge Erwachsene gesammelt. Dort hat sie an verschiedenen Standorten das Projekt koordiniert und war für die fachliche Umsetzung verantwortlich, ebenso wie für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und Akteurinnen und Akteuren der Weiterbildungsbranche sowie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Diese Aufgaben stellen sich auch für die offene Seniorenarbeit in Offenbach: Auch hier gilt es, Teams an verschiedenen Standorten zu koordinieren, Angebote für die Teilnehmenden des Projektes zu planen und diese fachlich und organisatorisch zu beraten und zu unterstützen.

Juliane Timmerberg betont: „Es gibt bereits sehr engagierte Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit in Offenbach. Ich hatte mit einigen bereits persönlichen Kontakt und wir haben uns über gemeinsame Wünsche und Ziele ausgetauscht.“ Die Herausforderungen sieht sie vor allem darin, neue Besucherinnen und Besucher, vor allem auch Männer oder Menschen mit Migrationshintergrund, für die Angebote zu gewinnen und die heute schon Interessierten weiterhin zu begeistern. „Leider lehnen noch viele ältere Menschen den Besuch in einem Seniorentreff ab mit der Begründung „Da gehe ich nicht hin, da sind nur Alte“ ab. Aber wenn die erste Hürde gefallen ist, sind sie erstaunt was alles angeboten wird: vom Smartphone-Kurs über Dartspielen, Malen und Ausflüge, die vielen Feste nicht zu vergessen. Diese Skeptiker zu überzeugen wird eine der großen Herausforderungen“, ergänzt Timmerberg.

Mit neuen und weiteren Angeboten soll vor allem die Attraktivität für die Besuchenden gefördert werden. Angebote wie Yoga, Thai Chi oder Erlebnistanz werden bereits in den Treffs angeboten und sollen noch weiter ausgebaut werden. Sehr beliebt ist die Spaziergruppe in Bürgel, die seit Jahren gut angenommen wird und auch in Lauterborn wird die Nordic Walking Gruppe wieder aktiv. Vor Ort gibt es genug Nordic-Walkingstöcke zum Ausleihen. In einem Treff wurden gemeinsam mit den Besucherinnen Themen für das gesamte Jahr geplant. Saisonal abgestimmt werden Handarbeit, Basteln und Malen vereint. Drei Nähmaschinen wurden bereits bestellt und die Einkaufslisten für Kunstkurse sind lang. Die in diesen Kursen erstellten Kunstwerke sollen in einer Vernissage bei einem kleinen Empfang dargeboten werden. Es gibt auch eine Männergruppe in einem Seniorentreff, die sich unter anderem zum Dartspielen trifft. Auch die digitale Kompetenz der Seniorinnen und Senioren möchte Timmerberg weiter fördern, um den Alltag selbstständig gestalten zu können und durch die sozialen Netzwerke in Kontakt zu anderen stehen. Es bestehen bereits sehr gute digitale Angebote, die sich ausbauen lassen. 

Eine der weiteren Herausforderungen ist die Interkulturalität bei der offenen Seniorenarbeit in Offenbach. In einem Treff gibt es bereits eine recht gute Mischung. In einem anderen läuft seit Jahren ein Gesprächskreis für ältere marokkanische Frauen. Es ist Juliane Timmerberg besonders wichtig, sich mit den Akteurinnen und Akteure zu vernetzen und Angebote zu gestalten, die auch für Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund attraktiv sein können. Eine Idee könnten internationale Kochveranstaltungen sein. „Wichtig ist mir solche Angebote und insgesamt die neuen Angebote mit potentiellen Besucherinnen und Besuchern der Seniorentreffs zu entwickeln. Dafür werde ich auch die bestehenden guten Netzwerke in Offenbach nutzen“, so Timmerberg abschließend. 

Kontakt:

Juliane Timmerberg
Telefon: 069 8065 3486
Mail: Juliane.Timmerbergoffenbachde

10. August 2020