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Wer im Seniorenzentrum einzieht, muss auf seine Leidenschaft für den OFC nicht verzichten © Stadt Offenbach
„Die Angst vor dem Autonomieverlust ist nachvollziehbar, aber meistens erstmal unbegründet“: Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer und Einrichtungsleiter des Seniorenzentrums, kennt die Vorbehalte und Ängste „seiner“ Kunden: Durchschnittlich 81 Jahre alt sind die Menschen, die in der Elisabethenstraße ihr Domizil beziehen. Vorher heißt es für sie Abschied nehmen von den vertrauten vier Wänden und der Umgebung. „Das erleben viele als Niederlage“, weiß Schmidt. Dabei blüht doch so mancher in der neuen Umgebung auf, waren sie doch vorher einsamer als sie sich selbst eingestehen wollten.
Insgesamt 103 voll ausgestattete Einzelzimmer gibt es, fast alle sind licht und hell mit großen Fenstern, ein eigenes Bad haben sie alle. Dazu gibt es eine 24 stündige Betreuung an sieben Tagen in der Woche, gemeinsame Tischgesellschaften und ein abwechslungsreiches Beschäftigungsangebot.  Die Warteliste ist entsprechend lang.

Das gilt auch für die Tagespflege. 30 Plätze gibt es in der Elisabethenstraße, die Seniorinnen und Senioren werden morgens zuhause abgeholt und verbringen dann den Tag im SeniorenZentrum. Dort können sie malen, basteln, gemeinsam Zeitung lesen und die Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. Nachmittags werden sie  wieder nach Hause gebracht. Manche sind selbstständig genug, andere wohnen bei ihren berufstätigen Kindern, die sich eine gute Versorgung ihrer Eltern wünschen.  Ob und welche Form in Frage kommt, hängt von der körperlichen Verfassung der Interessenten , aber auch von der Pflegestufe und den finanziellen Möglichkeiten ab. Darüber berät das im Haus untergebrachte „Zentrum für Beratung und Begleitung“. „Das ist“, erklärt Schmidt, „die erste Anlaufstelle für die Familien.“ Auch die Möglichkeit für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege, „also eine Art Urlaub für die pflegenden Angehörigen“ gibt es. Denn Pflege kann anstrengend sein, da gibt es nichts zu beschönigen, sagt der Heimleiter. Vor allem für Angehörige, die sich meist von einem Tag auf den anderen auf eine neue Lebenssituation einstellen müssen. Auch wenn der Schritt in ein Pflegeheim nicht  zwangsläufig zur letzten Lebensstation werden muss, ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit doch implizit.  Die Mitarbeiter des SeniorenZentrums versuchen hier, entsprechend gegenzusteuern und Ängste aufzufangen.  Manchen hilft  auch der Glaube - . deshalb gibt es zwei Gebetsräume, einen christlichen und einen muslimischen, regelmäßige Gottesdienste sowie ein Zimmer, in dem der Verstorbenen gedacht werden kann. Denn das Sterben, Krankheit und Tod, gehören zum Leben.

Den Lebensabend genießen

Vorher jedoch wird gelebt. Eben beim abwechslungsreichen Tagesprogramm, Ausflügen oder im hauseigenen Garten auf dem 8.250 Quadratmeter großen Grundstück. Dort gibt es einen Grillplatz, Hochbeete und manchmal sogar gemietete  Hühner, die den Alltag beleben. Oder es kommen Kinder aus den umliegenden Kitas und Schulen zu Besuch. „Das sind für alle Generationen immer sehr wertvolle Begegnungen“, erklärt Schmidt. Ein lebendiger Austausch liegt ihm sichtbar am Herzen: Auch beim Rundgang durch das Haus begrüßt er Mitarbeiterinnen und Bewohner, stellt Fragen, erkundigt sich. Insgesamt 114 Angestellte sorgen sich täglich um das Wohlergehen der Bewohner und Tagesbesucher im Hessenring. Sie arbeiten in der hauseigenen Küche, die auch zwei  Schulen in der Umgebung mitversorgt, in der Pflegedienstleitung und im operativen Bereich. „Die Arbeit ist anstrengend“, weiß Schmidt, „aber man bekommt auch viel zurück“. Er  meint damit nicht nur die Bezahlung nach TVÖD. Das Klima in dem städtischen Betrieb stimmt, aber auch, weil sich jeder im Team auf den anderen verlassen kann. Aus Deutschland  und weiteren16 Nationen  kommen die Angestellten, die meisten langjährige, verdiente Mitarbeiter, allesamt gut ausgebildete „Generalisten mit dem Herz am richtigen Fleck“, so Schmidt.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenzentrum halten für die älteren Menschen in unserer Stadt ein umfassendes und hochwertiges Angebot vor“, lobt die Sozialdezernentin Sabine Groß die Einrichtung, die sich auch immer wieder selbst besucht, um sich ein Bild zu machen; zuletzt im Februar als auf dem Dach eine Solaranlage der EVO installiert wurde für eigenen Strom im Hause.



https://www.senioren-zentrum-of.de/

Offenbach am Main, 19. Februar 2019