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Schwarzlichtdarstellung Synagoge
Schwarzlichtdarstellung Synagoge © Stadt Offenbach/Ulrich Wagner
Mehr als 80 Gäste folgten der Einladung des neu gegründeten Arbeitskreises SchwarzLicht in den Max-Dienemann-Saal des Capitols: Sie bekundeten ihre Bereitschaft, an der Erwerbung der Bildtafel „SchwarzLicht“ mitzuwirken.

Schon die Begrüßungsworte des Oberbürgermeisters, in die er den Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber ebenso einbezog wie den Fraktionsführer der CDU Roland Walter, markierten nachdrücklich die Bedeutung des Anlasses. Die Installation von Ulrich Wagners Lichtraum Schwarzlicht zählte er zu den Höhepunkten des kulturellen Geschehens 2016 in der Stadt, gezielt auf die Würdigung der Alten Synagoge, 100Jahre nach ihrer Erbauung 1916. Die Sichtbarmachung der Synagoge, ihres Grundrisses zusammen mit dem des Konzentrationslagers Buchenwald, habe den Betrachter tief bewegt. Er, der OB, stelle sich ausdrücklich hinter das Anliegen, die Arbeit Wagners für die Stadt Offenbach zu erwerben. Für die drei Meter hohe und 4,5 Meter große Tafel sei bereits eine Stelle im Treppenhaus des Rathauses vorgesehen. Der Erwerbung als Aktion von Bürgern für Bürger sei Erfolg zu wünschen.

Mitglieder des Arbeitskreises SchwarzLicht
Die Harfenistin Letiza d’Damico, Anton J. Weinberger, der Arbeitskreis SchwarzLicht: Barbara Levi-Wach, Andrea Weinberger, Stefan Soltek © Eva Ellmerich

Toleranz und Gemeinschaft stärken

Die Mitglieder des Arbeitskreises schafften die Atmosphäre und den gedanklichen Rahmen für die adäquate Wahrnehmung der Bildtafel. Textstellen aus der Lehrschrift des Judentums – unter Mithilfe von Siegfried Guggenheim und dem Schreiber Rudolf Koch 1915 zu einem der schönsten Bücher in Offenbach überhaupt niedergelegt – besagten den Anspruch eines respektvollen, von Frieden bestimmten Umgangs der Menschen miteinander. Dieses trifft sich mit dem Merkmal des Linienrasters, der die Arbeit Wagners mit den Grundrissen verbindet; und aufzeigt, dass parzelliertes, anteiliges Agieren dem Organismus Gesellschaft innewohnt. Die Bedeutung, die die Synagoge von jeher genau in dieser Hinsicht hatte, wurde von Anton J. Weinberger, dem Vorsitzenden der Max Dienemann/Salomon Formstecher Gesellschaft e.V., in seinem Redebeitrag hervorgehoben. Sie sei für die jüdische, aber eben auch die christliche Gesellschaft ein Ort der Verbindung, der Aufgeschlossenheit gewesen. Der Abend, von der Harfenistin Letiza d’Damico glänzend intoniert, machte in allen Beiträgen deutlich, dass insbesondere in der heute zu oft gegenläufigen Zeit, Toleranz und Gemeinschaft gestärkt werden müssen. Und dass die Synagoge dafür ein Zeichen ebenso setzte und setzt, wie „SchwarzLicht“ dasselbe Zeichen setzt und weiter setzen kann. Eben darum die Arbeit in der Stadt zu halten, wurde als Anliegen den Besuchern ersichtlich. Und eben darum gingen die ersten Beträge in den Spendentopf ein. Ihren Dank für den Arbeitskreis brachten zum Ausdruck: Barbara Levi-Wach, Nina Mößle, Konstanze Schneider, Andrea Weinberger und Stefan Soltek.

09.03.2017