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Bürgermedaillenverleihung
© georg-foto.de

Offenbach am Main, 03.02.2016 – Anlässlich ihres Kulturempfangs in der Alten Schlosserei hat die Stadt Offenbach am Main Dr. Eberhard Mittwich am Montag, 1. Februar, die Bürgermedaille in Silber verliehen. Oberbürgermeister Horst Schneider überreichte dem 83-Jährigen die Auszeichnung als Anerkennung für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement. „Herr Dr. Mittwich hat sich von Anfang an als Mentor überzeugend und mitreißend für die Mozartausstellung der Stadt im Mozartjahr 2006 eingesetzt“, lobte Schneider. „Und er hat auf internationaler Ebene immer wieder vehement auf die Bedeutung unserer Stadt für die Mozartsche Musikgeschichte hingewiesen.“ Für das Gesamtprogramm des Mozart-Festjahres hatte die Stadt seinerzeit sogar einen Sonderpreis erhalten.

Zur Vorbereitung des Jubiläumsjahres 2006, anlässlich des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart, war Ende der neunziger Jahre in Mozarts Geburtsstadt Salzburg der internationale Beirat „Mozart 2006“ des Bundeslandes Salzburg gegründet worden. Diesem Gremium gehörte Dr. Eberhard Mittwich gemeinsam mit dem früheren Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog als deutscher Vertreter an. Die vielleicht wichtigste Anregung des Beirats galt dem Projekt der Europäischen Mozartwege, das von den maßgeblichen Salzburger Institutionen mit der Gründung des Vereins Europäische Mozartwege (mit Sitz in Salzburg) im Jahr 2002 realisiert wurde. Mittwich war einer der Initiatoren des Vereins und ist seit der Gründung Mitglied in dessen Vorstand. In seiner Eigenschaft als deutscher Repräsentant vertrat er dort auch die Stadt Offenbach am Main.

Der Verein hat einen herausragenden Aspekt in Mozarts Lebenslauf – die bekannten Reisen – zum Ausgangspunkt seiner Zielsetzung genommen: Ihm war daran gelegen, ein europäisches Netzwerk entlang der historisch belegten Reiserouten zu etablieren. Die eindrucksvolle Arbeit, die er seit der Gründung leistete, würdigte der Europarat im Jahr 2004 mit der Auszeichnung „Major Cultural Route“. Ziel der Vernetzung ist es, Projekte von Kultur- und Bildungseinrichtungen der Städte und Regionen aus zehn EU-Mitgliedsstaaten zu entwickeln und zu verwirklichen.

Offenbach am Main erachtet der Verein „Europäische Mozartwege“ nicht als Reiseort Mozarts, sondern gilt aufgrund der langjährigen Verwahrung des Mozartschen Nachlasses und der 79 in Offenbach erschienen Erstdrucke Mozarts mit Fug und Recht als Mozartstadt. Der Musikverleger Johann Anton André erwarb 1799 Mozarts nahezu vollständigen handschriftlichen Nachlass. Er verpflichtete Alois Senefelder, den Erfinder der Lithographie, nach Offenbach, um die Wiedergabe von Noten im lithographischen Druckverfahren einzuführen. „Die Bedeutung jener Andréschen Geschäftsabschlüsse kann für Mozarts Nachruhm gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, betonte Oberbürgermeister Schneider. Über ein halbes Jahrhundert wurden in Offenbach noch Originalnoten publiziert, insgesamt 79 Mozartsche Kompositionen. So ist beispielsweise „Eine kleine Nachtmusik“ in Offenbach im Erstdruck erschienen. Dr. Eberhard Mittwich wird im März 2016 sein Amt im Vorstand des Vereins „Europäische Mozartwege“ niederlegen.

 

Bürgermedaillenverleihung georg-foto.de
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