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Gruppenbild mit den Lernbegleitern
© vhs

Des Lobes voll waren alle Beteiligten des Projektes „Ehrenamtliche Lernbegleiter an Schulen in Offenbach“ bei einem Empfang im Rathaus. Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement der momentan 27 Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter an 13 Schulen in der Stadt. Sie unterstützen stundenweise in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften zugewanderte Kinder und Jugendliche in Intensivklassen, damit diese schneller Deutsch lernen und den Übergang in die Regelklassen gut bewältigen können. „Als Stadt sehen wir uns in der Verantwortung, nicht nur die Schulen sächlich auszustatten, sondern auch im Bildungsbereich das Thema Integration voranzutreiben“, sagte Paul-Gerhard Weiß.

2017 zeigte eine Bedarfsanalyse der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte in der Volkshochschule Offenbach, dass für die optimale Förderung von neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen in Schulen auch intensivere Betreuung notwendig wäre. Darauf begannen die Bildungskoordinatorin Nadira Korkor und Sigrid Jacob vom Freiwilligenzentrum mit der Konzeption des Projektes der ehrenamtlichen Lernbegleiter. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt, den Schulleitungen und den Lehrkräften, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten. Nach einer Schulung im Mai 2018 sind die Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter seit August 2018 im Einsatz. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung, die durch Fördergelder der Dr. Marschner-Stiftung, der Ippen-Stiftung und der Sparkassenstiftung möglich ist.

Ein Jahr später war klar, die Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter kommen sehr gut an. Sie haben eine andere Rolle als die Lehrkräfte und können daher auch eine andere Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern aufbauen. Das Projekt wurde von der Sozialwissenschaftlerin Andrea Nispel evaluiert. Die Ergebnisse fielen insgesamt sehr gut aus. So zeigte sich zum Beispiel, dass sowohl Lehrkräfte als auch Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter überzeugt sind, dass das ehrenamtliche Unterstützungsangebot den Kindern und Jugendlichen hilft. Beide Gruppen fühlen sich durch Schulung, Gespräche und Abstimmungen vom Freiwilligenzentrum als Projektkoordination sehr unterstützt. Daher empfiehlt Andrea Nispel: „Das Projekt sollte unbedingt als festes Angebot fortgeführt werden!“  

Gekrönt wurde der Empfang durch einen Auftritt der Theatergruppe Ramzoraz, das heißt geheimnisvoll auf Farsi. Fünf Jugendliche mit fünf unterschiedlichen Sprachen wollen miteinander ins Gespräch kommen. Ein sprachliches Durcheinander mit Missverständnissen entsteht, bis das erste deutsche Wort fällt. Sie stellen fest, auf Deutsch können sie sich verständigen. Alle Schauspielerinnen haben in Intensivklassen Deutsch gelernt und betonten, dass Schule und Freundschaften stark dazu beigetragen haben, bald in die Regelklassen zu wechseln.

21. Februar 2020