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© Stadt Offenbach
Kinder und Jugendliche können auch dann bei Aktivitäten ihrer Freunde mit dabei sein, wenn das Geld in ihren Familien aufgrund geringen Einkommens knapp ist und sie Sozialleistungen beziehen. Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) bietet finanzielle Unterstützung, um das Mittagessen in der Mensa, Klassenfahrten und Nachhilfestunden zu zahlen. Auch die Kosten für die Mitgliedschaft im Verein oder die Teilnahme an einer Freizeit werden übernommen.

Die Stadt Offenbach und das Land Hessen machen zum Schuljahresbeginn mit Plakaten auf die Unterstützung aufmerksam: „KOMM – sei dabei“ lautet der Aufruf an Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern, die Angebote für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu nutzen, an denen sie sonst aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen könnten.

Zum 1. August sind wichtige Änderungen in Kraft getreten: Das Verfahren für die Leistungen wurde vereinfacht und die Pauschalbeträge erhöht. Nicht mehr erforderlich ist es, einen gesonderten Antrag zu stellen, denn Bildung und Teilhabe sind nun im Antrag auf Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) sowie auch dem Sozialgesetzbuch XII (SGB XII) und Asylbewerberleistungsgesetz integriert. Wenn noch nicht feststeht, welche Angebote die Kinder und Jugendlichen nutzen wollen oder welche Ausgaben anfallen, dann können die jeweiligen Leistungen später geltend gemacht werden.

Nur bei der Lernförderung bleibt ein gesonderter Antrag erforderlich. Berechtigte, die Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, müssen weiterhin alle Leistungen für Bildung und Teilhabe extra beantragen. Dies gilt auch für den Pauschalbetrag in Höhe von 100 Euro, der für Schulmaterial zum Beginn des Schuljahres – also aktuell – gezahlt wird.

Statt bislang 100 Euro pro Schuljahr erhalten die leistungsberechtigten Schülerinnen und Schüler nun insgesamt 150 Euro aus dem BuT: 100 Euro zum Beginn des ersten Halbjahres und 50 Euro für das zweite Halbjahr. Der Betrag wird künftig jährlich erhöht. Anlass der Erhöhung waren für den Bund, der das Paket finanziert, nicht zuletzt die Anforderungen der Digitalisierung. Die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets umfassen jetzt die gesamten Ausgaben für das gemeinschaftliche Mittagessen in der Schule, Kindertagesstätte oder bei Tageseltern. Der Eigenanteil, der bislang zu erbringen war, fällt weg, die Neuregelung durch das Starke-Familien-Gesetz erleichtert die Inanspruchnahme. Ebenso muss für Fahrkarten bei der Schülerbeförderung kein Eigenanteil mehr gezahlt werden. Für Aktivitäten im Bereich Sport und Kultur, Musikunterricht sowie Hobbykurse oder die Teilnahme an Freizeiten stehen 15 Euro pro Monat zur Verfügung, bislang waren es 10 Euro. Neu ist zudem, dass der Betrag pauschal ausgezahlt wird.

Offenbachs Sozialdezernentin Sabine Groß begrüßt die Gesetzesänderungen: „Die aufgestockten Leistungen werden für die Offenbacherinnen und Offenbacher unmittelbar spürbar sein, auch wenn diese immer noch nicht als ausreichend bewertet werden können.“ Ihr ist es ein besonderes Anliegen, dass alle leistungsberechtigten Familien Kenntnis von der Unterstützung durch das BuT erhalten. „Diese Unterstützung ermöglicht jungen Menschen Teilhabe, die sonst aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wären. Ausgaben, die bei Kindern und Jugendlichen alterstypisch anfallen, werden erleichtert. Das fördert gleiche Ausgangsbedingungen für alle in Kita, Schule und Freizeit“, so die Sozialdezernentin. „Daher ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass die Eltern dieser Kinder darüber informiert werden und dabei unterstützt werden, diese Leistungen abzurufen.“

Berechtigt sind Kinder und Jugendliche, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld (SGB II), Sozialhilfe (SGB XII) oder Asylbewerberleistungen (AsylbLG) erhalten bzw. deren Familien den Kinderzuschlag oder das Wohngeld (BKGG) beziehen. Über den Umfang der Leistungen und weitere Voraussetzungen sowie die Angebote vor Ort informieren für den Rechtskreis SGB II die MainArbeit (Kommunales Jobcenter, Berliner Straße 190), und für alle übrigen Rechtskreise das Sozialamt der Stadt, Stadthaus (Berliner Straße 60).

 

Pressekontakte:

MainArbeit, Kommunales Jobcenter (SGB II)

Susanne Pfau

Telefon: 069 8065-8300

E-Mail: susanne.pfauoffenbachde  

 

Sozialamt (SGB XII)

Dagmar Wiegand

Telefon: 069 8065-2343

E-Mail: dagmar.wiegandoffenbachde

Offenbach am Main, 19. August 2019