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Drei Personen präsentieren den Kalender zur Ausstellung.
Roberto Priore, Nele Dreis und Sonja Gummert präsentieren den Kalender, der aus dem Projekt entstanden ist. © Stadt Offenbach

Das Domicil Seniorenpflegeheim in Offenbach öffnete am Mittwoch, 11. September, seine Pforten, um die Ergebnisse eines generationenübergreifenden Projekts zur Schau zu stellen. Roberto Priore, stellvertretender Leiter der Verwaltung des Jugendamts der Stadt Offenbach, und Nele Dreis, Leiterin der Einrichtung, eröffneten die Ausstellung. Das Seniorenpflegeheim zeigt nun eine Woche lang bis zum 18. September 2019 alle Werke, welche die neu zugewanderten Jugendlichen zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenpflegeheims angefertigt haben.

Begegnung und Dialog als Schlüssel für mehr Verständnis und Rücksichtnahme

Thema der Begegnung war "mein Lieblingstier". Fasziniert standen die Gäste der Ausstellung vor den Bildern der Künstlerinnen und Künstler. An den Ergebnissen lässt sich dabei eindrucksvoll die positive Weiterentwicklung der kreativen Potentiale ablesen. Eine Bewohnerin konnte gar nicht glauben, dass sie selbst die Urheberin eines Kunstwerkes war. Die neu zugewanderten Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren haben in den Monaten, die sie gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gemalt haben, viel über die Lebenswelt der Seniorinnen und Senioren gelernt. Souverän bewegten sie sich am Tag der Ausstellungseröffnung in der Einrichtung, aber auch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Wand mit Bildern der Ausstellung
© Stadt Offenbach

Nele Dreis betonte in ihrer Eröffnungsrede, wie bereichernd sie die Zusammenarbeit fand. „Die Bewohnerinnen und Bewohner haben sich jede Woche auf die gemeinsamen kreativen Stunden gefreut und keinen Termin verpasst“, so die Leiterin des Seniorenpflegeheims. Sie brachte dabei zum Ausdruck, dass sie sich mehr solcher Projekte wünsche. Nicht zuletzt da solche Projekte einen Beitrag zu „mehr Rücksichtnahme und Verständnis“ innerhalb der Gesellschaft leisten könnten. Nicht nur zwischen Jung und Alt, sondern überhaupt. Roberto Priore thematisierte in seiner Rede wiederum, dass dieses Projekt gerade für Jugendliche eine einmalige Gelegenheit sei. „Sie kommen ins Gespräch mit älteren Menschen“, so Priore und „erfahren nebenbei mehr über die Lebenswelt des jeweils anderen“. Nur so könne ein Verständnis füreinander entstehen.

Die Offenbacher Künstlerin Sonja Gummert von Festplatte e.V. übergab anschließend allen Teilnehmenden feierlich den Jahreskalender für 2020, welcher eine Auswahl der entstandenen Bilder zeigt. Sie betreute das Projekt der Gruppe.

Wand mit Bildern der Ausstellung
© Stadt Offenbach

Sozial aktiv – gemeinsam kreativ

Ein halbes Jahr lang besuchten Schülerinnen und Schüler der Intensivklassen aus der Bachschule und der Ernst-Reuter Schule das Domicil Seniorenpflegeheim. Die aktuelle Ausstellung zeigt dabei die Kunstwerke, welche die Bachschülerinnen und -schüler gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern angefertigt haben. Das Sozialpraktikum ist Teil des Programms „Ankommen in Deutschland – Zu Hause in Offenbach“. Träger ist das Jugendbildungswerk (JBW) der Stadt Offenbach. An zwei Tagen in der Woche ist je eine Schule ganztägig im JBW. Vormittags lernen die Jugendlichen Deutschland und Offenbach besser kennen. Am Nachmittag finden u.a. Sozialpraktika statt, an denen die Jugendlichen teilnehmen können. Das Projekt im Seniorenpflegeheim ist eins von drei Angeboten, welches die Jugendlichen durchlaufen können.

Wand mit Bildern der Ausstellung
© Stadt Offenbach

Das Sozialpraktikum ist ein Mikroprojekt im Rahmen des ESF-Programms „Jugend stärken im Quartier“ (JUSTiQ). Die Mikroprojekte von JUSTiQ stärken sowohl die jungen Menschen, als auch die Quartiere, in denen die Jugendlichen leben. „Jugend stärken im Quartier“ leistet damit auch einen Beitrag zu einer integrierten, sozialen Stadtentwicklung. Die Mikroprojekte sollen den Jugendlichen ermöglichen, sich in handlungsorientierten Lernfeldern jenseits von Schule und Ausbildung entwickeln zu können.

Das Programm „Jugend stärken im Quartier“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

13. September 2019