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Fachberatung Karin Bahlo (li) beim EKO-Fachforum 2019 zum Thema "Literacy"
Fachberatung Karin Bahlo (li) beim EKO-Fachforum 2019 zum Thema "Literacy" © Stadt Offenbach / EKO (ac)
Die Fachberatung des EKO arbeitet neben der Sprachlichen Bildung aktuell in zwei weiteren Schwerpunkten, die ebenfalls in das Modulangebot des BEP integriert sind: "Dialogische Entwicklungsbegleitung" und "EmMa – Erzieher*innen machen Mathematik".

Sprachliche Bildung

Die Fachberatung des EKO erarbeitet in enger Kooperation mit den Leitungen und den Sprachbeauftragten vor Ort ein Konzept, das die Nachhaltigkeit und Alltagsbezogenheit der Sprachlichen Bildung in den Kitas sichert. Sie sorgt dafür, dass die im Projekt 'Sprachliche Bildung' eingeführten Inhalte und Methoden weiter gepflegt und immer wieder im Prozess reflektiert werden. Bei Bedarf sorgt sie für neue fachtheoretische Inputs und verpflichtet Expert*innen von außen für die Durchführung von Fachveranstaltungen für die Beschäftigten des EKO.

Das Projekt „Sprachliche Bildung – Reflexive Kompetenzentwicklung in der Sprachförderung“ wird seit September 2014 als Inhouse-Schulung in Offenbacher Kindertagesstätten durchgeführt und liegt inzwischen als eigenständiges Qualifizierungsformat vor. Es ist eng mit den Zielsetzungen des Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen (HeBEP) und dem Programm „Sprach-Kitas“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verknüpft. Die Qualifizierung wendet sich an Kindertagesstätten bzw. deren kommunale wie freie Träger, die sprachliche Bildung als Querschnittsaufgabe begreifen und eine nachhaltige, wirkungsvolle und professionelle Qualifizierung ihrer pädagogischen Fachkräfte sicherstellen möchten.

Die Erzieher*innen werden darin geschult, mit den Kindern sehr alltagsbezogen in einer ständigen sprachlichen Kommunikation zu stehen und im gesamten Tagesablauf die Möglichkeiten zum Dialog mit dem Kind/den Kindern zu nutzen. Dabei geht es darum, dass die Erzieher*innen sehr bewusst und gezielt in ganzen Sätzen mit den Kindern sprechen, und dass sie in Alltagssituationen präzise die passenden Substantive, Verben, Präpositionen u.a. benutzen.

Dazu müssen die Erzieher*innen eine intensive Reflexion ihres eigenen Sprachverhaltens pflegen; im Kita-Alltag müssen sie sich selbst genau beobachten, ob sie die sprachlich exakten Vokabeln nutzen.

In der Weiterbildung reflektieren sie dies, indem sie gemeinsam die Wörter suchen, die man gebraucht, wenn man sich anzieht, zur Toilette geht, den Tisch deckt und abräumt, isst, kocht und Vieles mehr. Diese Wörter führen sie anschließend in den entsprechenden Situationen mit den Kindern ein und nutzen sie regelmäßig.

Ein wesentliches Element der sprachlichen Bildung ist die dialogische Bilderbuchbetrachtung, die den Kindern viel Raum gibt, sich sprachlich auszudrücken und dabei durch die Kraft der Bilder gut angeleitet zu werden. Zentral beim Versuch, sprachliche Bildung möglichst alltagsbezogen zu gewährleisten, ist es, dass Erzieher*innen den Sprachanlässen mit Kindern viel Raum geben und eine hohe Aufmerksamkeit dafür entwickeln, die Kinder zum Sprechen zu animieren –vor allem, wenn diese selbst ein Angebot dazu machen.

In jeder Kita übernimmt eine Leitungskraft gemeinsam mit einer Sprachbeauftragten aus dem Erzieher*innen-Team die Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung der sprachlichen Bildung. Alle Erzieher*innen werden in ganzen Teams in ihren Häusern weitergebildet. Sie werden ca. ein Jahr von Sprach-Dozent*innen der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar in wöchentlichen Sitzungen und Hospitationen weitergebildet. Ergänzt und vertieft wird das Programm Sprachliche Bildung durch Mittel des Bundes aus dem Programm „Sprach-Kitas“, die den weiteren Einsatz von personellen Ressourcen und die Etablierung einer Sprach-Fachberatung ermöglichen.

Welche Formate bieten wir an?

  • Grundmodell: Modulare Inhouse-Schulung mit flankierender Prozessbegleitung in 12- oder 18-monatiger Laufzeit
  • Blockseminar: An der Modulstruktur orientierte Teamschulung (vier 2-tägige Inhouse-Schulungsblöcke)
  • Spezifische Modulschulungen (3,5-tägige Inhouse-Schulung)
  • Organisationsberatung zu Bedarfen und Umsetzungsoptionen (1,5-tägige Dauer)

Ein umfangreicher Material- und Dokumentationsapparat wird unabhängig vom gewählten Format in gedruckter wie digitaler Form zur Verfügung gestellt.

Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist"

Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird seit 2016 in vielen Kindertagesstätten Deutschlands umgesetzt. Unter anderen in den städtischen Kitas Offenbach. Hier wird das Projekt seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.

Dass Sprache der Schlüssel zu gleichen Bildungschancen für alle Kinder von Anfang an ist, kann in einer kulturell so vielseitigen Stadt wie Offenbach kaum oft genug betont werden. Mit dem Projekt Sprach-Kitas wird alltagsintegrierte sprachliche Bildung in den Kitas unterstützt und gefördert. Zielgruppe sind vor allem Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichen Förderbedarf besucht werden.

Übergangsgestaltung von der Kita in die Grundschule

Das letzte Jahr für Kinder in Kindertagesstätten ist gekennzeichnet von einer hohen Vorfreude auf den Übergang in die Grundschule. Damit dieser Übergang gut bewältigt wird und die Kinder einen guten Start am neuen Bildungsort haben, unterstützen die Kindertagesstätten die Kinder gezielt in unterschiedlichen Modellen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen sprachliche Bildung, lernmethodische Kompetenz, Lebenspraxis sowie Wert- und Verhaltensorientierung. Es erfolgt eine enge Einbeziehung der Grundsätze und Prinzipien des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes, dem Selbstverständnis des EKO und den Kitakonzeptionen.

Im Kindergartenjahr 2019/20 führt der EKO in einer seiner Kitas ein Pilotprojekt zur sprachlichen Unterstützung der Vorschulkinder in Zusammenarbeit mit der aufnehmenden Grundschule durch. Dieses Pilotprojekt verdankt sich der Großzügigkeit eines Spenders (Peter Matteo, Verein KINDER ZUKUNFT FÖRDERN e. V., Frankfurt). Das Projekt unterstützt diejenigen Kinder, bei denen die Sprachdefizite besonders hervortreten.

Ziel des Pilotprojektes: Erhöhung der Sprachkompetenz der Kinder zur Verbesserung des Übergangs in die Grundschule und zur Gewährleistung einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Alle Kinder, die im Jahr 2020 eingeschult werden, nehmen teil und werden täglich in Kleingruppen gefördert. Das Curriculum dieser Förderung wird von Lehrkräften und Erzieher*innen gemeinsam entwickelt. Grundlage dafür sind die sprachlichen Voraussetzungen der jeweiligen Kinder in den Kleingruppen. Durch dieses Projekt entfallen natürlich nicht die täglichen Angebote zur sprachlichen Bildung für alle Kinder in der Kita.

Das Projekt wird unterjährig ausgewertet und soll bei Erfolg ab 2020/21 auch in den anderen Kitas mit Vorschulkindern angeboten werden.

Dialogische Entwicklungsbegleitung

Die Fachberatung erarbeitet in enger Kooperation mit den Leitungen ein Konzept, das die Nachhaltigkeit des Qualifizierungsschwerpunktes zur „Dialogischen Entwicklungsbegleitung“ in den Kitas sichert. Sie begleitet die Leitungen in der Moderation der Reflexionsgruppen und unterstützt das Fachpersonal darin, die Beobachtungen möglichst ohne Bewertungen durchzuführen. Noch unerfahrene Erzieher*innen werden darin ausgebildet. Des Weiteren begleitet sie in Einzelfällen den gesamten Prozess im Dialog mit dem Kind bis zum Eintrag in dessen Portfolio.

Fachlich lehnt sich das Konzept der psychoanalytischen Pädagogik an getreu der Maxime: Beobachten-Verstehen-Handeln, die in der Beobachtung des Kindes, in der Reflexion des Beobachteten mit Kolleg*innen und im Dialog mit dem Kind umgesetzt und bearbeitet wird.

Die Ergebnisse aus dem Dialog mit dem Kind und auch den Eltern werden im Portfolio des Kindes festgehalten.

EmMa: Erzieherinnen und Erzieher machen Mathematik

Das Fortbildungskonzept EmMa hilft Fachpersonen aus dem Elementarbereich dabei, anregende mathematische Spiel- und Lerngelegenheiten im Kindergartenalltag zu gestalten.

Das Fortbildungsprogramm „EmMa – Erzieherinnen und Erzieher machen Mathematik“ des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) unterstützt das Fachpersonal bei der Weiterentwicklung ihrer (fach-)didaktischen Kompetenzen und gibt Anregungen für mathematikhaltige Situationen im Alltag.

In einem handlungs- und kompetenzorientierten Ansatz baut die Fortbildung auf den vorhandenen Fach- und Handlungskompetenzen des Fachpersonals auf und erweitert diese im Prozess der gemeinsamen Arbeit. Nach erfolgreichem Besuch der Fortbildung EmMa verfügen die Teilnehmer*innen der Fortbildung über grundlegendes, für die frühe mathematische Bildung relevantes Wissen (z.B. über Zahlen und Mengen, zur Raum- und Größenvorstellung und zum Verständnis von Zufall und Wahrscheinlichkeit). Außerdem verfügen sie über ein grundlegendes Verständnis elementarmathematischer Denk- und Arbeitsweisen.

Konzeptentwicklung und Pädagogisches Handbuch in jeder Kita

Alle Kitas im EKO verfügen über ein schriftliches Konzept in Form eines Pädagogischen Handbuches, das Angaben zu allen wichtigen pädagogischen Aufgaben und zu den Schwerpunkten und pädagogischen Zielen der jeweiligen Einrichtung enthält. Das Konzept beinhaltet die Ergebnisse der gesamten mehrjährigen Weiterbildung und die Arbeit in theoretischen und praktischen Bausteinen. Es transferiert das Gelernte auf alltagspraktisches Handeln und legt fest, wie der Tagesablauf gestaltet wird. Das Konzept wird im gesamten Team abgestimmt und stetig weiterentwickelt. Damit bleibt der Prozess der Konzeptentwicklung lebendig. In diesem Handbuch können Passagen und Seiten ohne Problem ausgewechselt und erneuert werden. Die Leitungskräfte werden im Prozess der Konzeptentwicklung mit ihren Teams vom Institut für Bildungswissenschaften Wien begleitet.

Das Konzept dient allen Mitarbeiter*innen zur Orientierung und Hilfestellung bei Unsicherheiten, außerdem bietet es neuen Kräften eine fundierte Einstiegshilfe.

In den Ganztagklassen hat die Konzeptentwicklung eine andere, aber ebenso herausragende Bedeutung, da sie dort in enger Kooperation mit den Schulen entwickelt werden muss. Dazu müssen Ziele und Aufträge der beiden Institutionen verbindlich herausgearbeitet sowie Grenzen und Gemeinsamkeiten erkannt worden sein, um daraus gemeinsame Schnittmengen bilden zu können. Diese Prozesse wurden an allen sechs Standorten von Sabine Kriechhammer-Yagmur vom Paritätischen Bildungswerk Frankfurt und von Jens Mengeler, Institut Memory International, Graz und Offenbach, begleitet.

Aktuell erarbeiten die Ganztagsklassen ihr Handbuch mit der Unterstützung von Jens Mengeler