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ELMO ist ein pädagogisches Angebot für zugewanderte Eltern, das Erziehungskompetenzen verbessert, die gesunde Entwicklung der Kinder fördert und zur Integration der Familien in ihre neue Heimat beiträgt. Als Modellprojekt des Netzwerk Elternschule OF entwickelt, wird es seit 2014 dauerhaft von der Stadt Offenbach gefördert. Träger des Programms sind Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz und der Internationale Bund.

Aktuelles aus dem ELMO-Programm

Pädagogisches Hausbesuchsprogramm für zugewanderte Eltern und Kinder

Die Erziehung von Kindern ist gar nicht so einfach, wenn man in einem Land lebt, dessen Sprache man nicht versteht und dessen Kultur noch fremd ist. In Offenbach gibt es zum Glück ELMO. ELMO steht für "Eltern lernen mit in Offenbach" und ist ein pädagogisches Hausbesuchsprogramm für zugewanderte Eltern mit Kindern zwischen 2 und 10 Jahren. Das Besondere ist die niedrigschwellige Zugangsweise zu Familien, die nicht aus eigenem Antrieb Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen würden oder ihnen mit großen Vorbehalten gegenüberstehen. ELMO setzt hier auf eine zugehende Arbeitsweise mit so genannten "Elternmentorinnen". Diese speziell für ihre Aufgabe geschulten Frauen haben meist einen ähnlichen kulturellen Hintergrund wie die teilnehmenden Familien, sodass ihnen ein leichterer Zugang "auf Augenhöhe" gelingt.

Zum Hintergrund von "ELMO"

ELMO startete 2011 in Offenbach, zunächst als Modellprojekt durch das Netzwerk Elternschule OF finanziert. Seit 2014 wird es dauerhaft durch die Stadt Offenbach gefördert, um die Bildungschancen von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte zu verbessern. Als weiteres Modellprojekt des Netzwerk Elternschule OF lief "ELMOplus" von 2017 bis 2019. Hier wurde die Unterstützung der Eltern beim Übergang in die Grundschule erprobt. Seit 2020 werden beide Angebote in einem konzeptionellen Ansatz vereint. Damit einher ging die Aufstockung der Fördersumme auf 180.000 € jährlich aus dem Etat des Jugendamts. 

ELMO wurde von Anfang an als Verbundprojekt von Caritasverband Offenbach e.V., DRK Kreisverband Offenbach e.V. sowie IB Südwest gGmbH für Bildung und Soziale Dienste entwickelt. Alle Träger haben langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern, Eltern und Familienbildung.

Das Jugendamt begleitet das Programm fachlich und administrativ. So sichern regelmäßige Auswertungsgespräche den Erfahrungsaustausch zwischen Trägern und Jugendamt, eine begleitende Evaluation trägt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des Angebots bei.

ELMO wirkt auf vielen Ebenen

  • Entwicklungsförderung: "Spielen" wird als wichtiger Teil der Eltern-Kind-Beziehung etabliert, der wesentliche Kompetenzen der Kinder fördert und die Bindung stärkt. 
  • Erziehungskompetenzen steigern: Eltern werden für die alters- und entwicklungsspezifische Bedürfnisse der Kinder sensibilisiert. 
  • Sprachförderung: "Sprechen" wird als Instrument der Eltern-Kind-Beziehung gefestigt, die Förderung der kindlichen Sprachentwicklung geübt und Tipps zum mehrsprachigem Aufwachsen der Kinder gegeben. 
  • Bildungsbegleitung: Schulische Abläufe und die Rolle der Eltern im deutschen Schulsystem werden vermittelt, die Schwellenangst zu Bildungsinstitutionen abgebaut. 
  • Stabilisierung belasteter Familien: Die Familien erhalten Unterstützung bei individuellen Problemlagen und werden zu Fachdiensten / Fachstellen weiter geleitet. 
  • Integration: Die soziale Isolation der Familien wird aufgebrochen, der Zugang zu familienfreundlichen Angeboten und Orten ermöglicht. 
ELMO - Eltern lernen mit in Offenbach
© ELMO

Hausbesuche

Qualifizierte Elternmentorinnen geben den Familien in wöchentlichen Hausbesuchen praxisnahe und alltagsorientierte Anregungen, wie sie die Entwicklung ihrer Kinder fördern und die Eltern-Kind-Bindung verbessern können. Dazu absolvieren sie mit Eltern und Kind ein gemeinsames pädagogisches Angebot, das auf die Bildungsbedürfnisse der jeweiligen Familie zugeschnitten wird. Die Elternmentorinnen ermutigen und unterstützen die Eltern darin, regelmäßig mit ihren Kindern zu spielen, zu sprechen und altersangemessene Fertigkeiten zu üben. Sie bringen altersgerechte (Lern-)spiele, Bücher und andere Materialien mit, besprechen Erziehungsprobleme und sensibilisieren für einen kindgerechten Medienumgang, für gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung. Entwicklungsauffälligkeiten werden mit den Eltern thematisiert und auf Wunsch der Kontakt zu Fachdiensten wie der Frühförderstelle oder dem sozialpädiatrischen Zentrum hergestellt. Da sich das deutsche Bildungssystem meist deutlich vom Heimatland unterscheidet, werden auch Abläufe in den Bildungseinrichtungen thematisiert. Erwartungen, die Kita und Schule an die Eltern stellen werden geklärt und die Verantwortung verdeutlicht, die Eltern in Deutschland für den Bildungsprozess ihrer Kinder tragen. Bei Bedarf begleiten die Elternmentorinnen die Familien in Kita und Schule zu Elterngesprächen/Elternabenden und Fachdiensten, um die Schwellenangst zu senken.

Gruppenangebot
© Caritasverband Offenbach/Main e.V.

Gruppenveranstaltungen

Ergänzt werden die Hausbesuche durch Gruppenveranstaltungen. In Elterntreffen und Informationsveranstaltungen können sich die Eltern intensiv mit einem Thema beschäftigen, das sich am Jahresmotto und am Elternwunsch orientiert. In Gruppentreffen kommen die Eltern in ungezwungener Atmosphäre miteinander ins Gespräch und unternehmen gemeinsam etwas mit den Kindern. Natürlich werden auch jahreszeitliche Feste gefeiert, die auch für andere Familien offen sind. Für die älteren Kinder und ihre Eltern findet darüber hinaus ein Ferienangebot statt mit dem Besuch von kulturellen Veranstaltungen / Museen, Ausflügen in die Natur und Kreativangeboten.

Stabilisierung im ELMO-Programm
© Caritasverband Offenbach/Main e.V.

Stabilisierung

Bei den meisten Familien, die ins ELMO-Programm aufgenommen werden, liegen multiple Belastungen vor wie bspw. finanzielle Sorgen, unzureichender Wohnraum, Konflikte zwischen den Partnern, psychische oder physische Auffälligkeiten bei den Kindern, gesundheitliche Probleme, unklarer Aufenthaltsstatus… ELMO unterstützt die Familien bei der Bewältigung dieser individueller Problemlagen. Die Mitarbeiterinnen sorgen für eine „warme Übergabe“ zu weiteren Fach- und Beratungsstellen und können so eine nachhaltige Stabilisierung dieser Familien erreichen.
Elternmentorinnen bei der Zertifikatsübergabe
© Stadt Offenbach

Interkulturelle Elternmentorinnen

Die Elternmentorinnen sind das Herz des ELMO-Programms. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, sind i.d.R. zwei- oder mehrsprachig und haben selbst Kinder. Für ihren Einsatz bei den Familien werden sie im Rahmen einer Qualifizierung vorbereitet. Die pädagogischen Fachkräften der Träger begleitet die Elternmentorinnen engmaschig, um eine fachlich angemessene Arbeitsweise auf hohem pädagogischen Niveau sicher zu stellen.

Die Träger suchen laufend interessierte Frauen (und gerne auch Männer!), die sich eine Tätigkeit als Elternmentor*in vorstellen können. Für die Tätigkeit wird ein trägereinheitliches Honorar bzw. Aufwandsentschädigung gezahlt. Der folgende Flyer liefert erste Informationen:

Weitere Information und Kontakt

  • Caritasverband: Frau Horn, Mail nicole.horncv-offenbachde, Tel. 069 80064270;
    Frau Stoeva: teodora.Stoevacv-offenbachde, Tel. 069 800640
  • DRK: Frau Seyhan, Mail selda.seyhandrk-ofde, Tel. 069 75662070
  • Internationaler Bund: Frau Hitrik, Mail gabriele.hitrikibde, Tel. 069 800791-197
  • Stadt Offenbach: Wanda Krautter, Mail wanda.krautteroffenbachde, Tel. 069 80653189