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Mit ELMOplus fördert das Netzwerk Elternschule OF ein Projekt, das Eltern beim Einstieg in das deutsche Schulsystem unterstützt. Was erwartet mein Kind in der Schule? Welche Aufgaben kommen auf mich als Elternteil zu? Wie kann ich mein Kind schulisch fördern und unterstützen? Was ändert sich im Familienalltag? All diese Fragen werden in wöchentlichen Treffen mit einer Elternmentorin besprochen.

Hintergrund & Entstehungsgeschichte von ELMOplus

In Offenbach werden immer mehr Kinder eingeschult, deren Eltern das deutsche Bildungssystem nicht aus eigener Erfahrung kennen. Der Schulstart ist für diese Familien oft eine besondere Herausforderung: Neben sprachlichen Hürden führen auch kulturelle Aspekte zu Fragen und Unsicherheiten, denn das Schulsystem im Heimatland unterscheidet sich oft stark vom deutschen.

So ist z.B. vielen Eltern die für Deutschland charakteristische enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus fremd, da in anderen Ländern zwischen beiden Institutionen strikt getrennt wird. Oft gibt es ganz andere schulische Abläufe: Dass Kinder zu Hause Hausaufgaben erledigen müssen und dabei Unterstützung benötigen, ist manchen Eltern gar nicht bewusst. Viele Kinder mit Zuwanderungsgeschichte haben damit bereits bei Schulbeginn schlechtere Bildungschancen, weil ihre Eltern sie oft aus Unwissenheit nicht bestmöglich unterstützen können.

ELMOplus ist eine Weiterentwicklung des seit 2011 von der Stadt geförderten Projekts ELMO („Eltern lernen mit in Offenbach“), das sich an Eltern von Kindern zwischen 2 und 5 Jahren richtet. Wenn für die dort begleiteten Kinder der Schulbeginn anstand, wurden die Herausforderungen der Familien sichtbar. Um ihren Unterstützungsbedarf zu decken, wird mit „ELMOplus“ nun ein neuer Ansatz der Elternbildung modellhaft erprobt. Das Projekt läuft noch bis zum 31.12.2019 und wurde aufgrund der positiven Evaluation für eine Verstetigung vorgeschlagen.

Träger

  • Caritasverband Offenbach e.V.
  • Deutsches Rotes Kreuz – Ortsverband Offenbach
  • Internationaler Bund IB Südwest gGmbH für Bildung und soziale Dienste
  • bis September 2018: KUBI Verein für Kultur und Bildung e.V.

Zielgruppe

Eltern ohne eigene schulische Erfahrung in Deutschland, die zum ersten Mal ein Kind in eine deutsche Grundschule einschulen sowie sog. „Seiteneinsteiger“ – Kinder, die direkt aus dem Ausland kommen und in Klasse 1-4 in eine deutsche Schule eingeschult werden.

Je Träger nehmen parallel maximal 10 Familien am Projekt teil. Die Förderdauer sollte über einen Zeitraum von 25 Wochen nicht hinausgehen. Insgesamt können je nach Dauer des Verbleibs zwischen 80 und 160 Familien im gesamten Projektzeitraum erreicht werden. Indirekt kann von einem größeren Wirkungskreis ausgegangen werden, da die im Programm begleiteten Familien und Elternmentorinnen als Multiplikatoren im eigenen Bekanntenkreis wirken.

Projektziel

  • Frühzeitige Verbesserung der Bildungschancen von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte
  • Steigerung der Erziehungskompetenz zur Gestaltung des Übergangs in die Grundschule
  • Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung
  • Vermittlung von Informationen über das deutsche Bildungssystem

Projektinhalt

a) Hausbesuche durch Elternmentorinnen

Elternmentorinnen sind Offenbacher Mütter, die meist aus demselben Kulturkreis wie die von ihnen betreute Familie stammen. In Hausbesuchen bereiten sie die Familien praxisnah und alltagsorientiert auf den Schuleintritt vor. Dabei bauen sie zum einen Informationsdefizite ab (z.B. Schulsystem in Deutschland, Schulalltag, Rolle der Eltern in der Schule), zum anderen geben sie Anregungen für den Familienalltag mit Schulkind, und die Lernförderung zu Hause.

Da viele Eltern Berührungsängste mit der Schule haben begleiten die Elternmentorinnen bei Bedarf auch zu Elterngesprächen oder Elternabenden in die Schule. Die Elternmentorinnen arbeiten ehrenamtlich und wurden zuvor qualifiziert. Zur fachlichen Unterstützung finden regelmäßige Reflexionstreffen sowie projektbegleitende Fortbildungen statt. Das Projekt wird bei den Trägern durch pädagogische Fachkräfte koordiniert, die Elternmentorinnen aber auch Familien ergänzend beraten und unterstützen.

b) Elterntreffen

Alle im Projekt betreuten Familien treffen sich regelmäßig im Rahmen von Gruppenveranstaltungen. Die Treffen dienen dem Austausch und der sozialen Vernetzung, meist finden sie zu einem fachlichen Thema statt und stärken so die Erziehungskompetenz der Eltern zusätzlich.

Weitere Informationen

  • Caritasverband Offenbach: Frau Tekelioglu, Telefon 069- 80064254
  • Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Offenbach: Frau Seyhan, Telefon 069-80108188
  • Internationaler Bund: Frau Hitrik, Telefon 069-800791