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Spielendes Kind im Sandkasten
© speednik / photocase.de
Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Stadt Offenbach ist die Versorgung mit guten Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Hierfür stehen in 2019 knapp 40.000.000 Euro zur Verfügung.

Das geht aus dem aktuellen Wirtschaftsplan 2019 hervor, den das Jugendamt für den Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) vorgelegt hat.  Der Magistrat hat beim Stadtparlament die Genehmigung des Planes beantragt, nachdem die Betriebskommission bereits zugestimmt hat.

Mit  27.900.000 Euro umfassen die Personalkosten die höchste Ausgabeposition in dem Plan. Insgesamt gibt es im Eigenbetrieb Kindertagesstätten für die 30 Kindertagesstätten neben den 60 Einrichtungsleitungen und ihren Stellvertretungen ca. 350 unbefristete Stellen für Erzieherinnen und Erzieher. Aufgrund vieler Teilzeitverträge sind das ca. 480 bis 500 Menschen. Hinzu kommen ca. 37 befristete Stellen für die Betreuung der Integrationskinder.

„Gutes Personal ist die Grundlage guter Betreuung. Es ist erfreulich, dass wir in großem Umfang Stellen beim EKO entfristen konnten“, so die Kinder-und Jugenddezernentin Sabine Groß.

Den Ausgaben stehen erwartete Beiträge der Eltern in Höhe von 6.290.000 Euro gegenüber. Insgesamt belaufen sich die Erträge auf eine Höhe von 39.244.000 Euro, so dass der erwartete Jahresgewinn auf 50.000 Euro kalkuliert werden kann.

Derzeit gibt es im EKO 4.066 Plätze, davon 216 im Krippenbereich, 2.550 im Kindergarten und 1.300 im Hort/Ganztagsklassenbereich. Insgesamt werden in dem Betrieb jährlich ca. 110 Integrationskinder betreut. Um ihre Teilnahme am Regelbetrieb zu sichern, werden jährlich ca. 2.000.000 Euro für zusätzliches Betreuungspersonal für Integrationskinder verausgabt.

In der Tagespflege, die ebenfalls Bestandteil des EKO ist, arbeiten neben dem Sachgebietsleiter eine Verwaltungskraft und 2 Fachberaterinnen. Sie betreuen derzeit 78 Tagespflegestellen mit 247 Offenbacher Kindern (davon 214 Kinder unter 3 Jahren) und 44 Kindern aus dem Umland (davon 33 Kinder unter 3 Jahren).

Für Fortbildungen, Weiterbildung und Supervision für die Beschäftigten werden jährlich ca. 300.000 Euro aufgewendet. Überwiegend ist das Geld für pädagogische Inhouse-Fortbildungen in allen Teams vorgesehen. Ein weiterer Teil soll in die Weiterentwicklung der Führungsqualität der Leitungen gehen. „In Begleitung renommierter Fachleute und Supervisoren aus dem Bereich der Früh- und Elementarpädagogik arbeiten alle Beschäftigten stetig an der nachhaltigen Entwicklung der pädagogischen Qualität. Mit dem übergeordneten Ziel, den Kindern ein entwicklungsförderndes Angebot machen zu können, ist das hier investierte Geld gut angelegt.“, bewertet Sabine Groß.  

Darüber hinaus akquiriert der Betrieb Mittel von Bund und Land, um zum einen den vielen Kindern mit Migrationshintergrund eine intensive Sprachförderung zu ermöglichen (590.000 Euro/Jahr vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, BMFSFJ). Zum anderen soll die Arbeit in den Ganztagsklassen des EKO an fünf Grundschulen aus Mitteln des „Paktes für den Nachmittag“ quantitativ und qualitativ verbessert werden können (ca. 400.000 Euro/Jahr vom Kultusministerium Hessen).

Bestanteil des EKO ist auch das Förderprogramm „Frühe Hilfen“ des BMFSFJ, das jährlich für die Arbeit mit Kleinstkindern und ihren Familien ca. 110.000 Euro zur Verfügung stellt.

Das Land Hessen wendet im Rahmen des § 32 Hessisches Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch HKJGB ca. 3.500.000 Euro dem EKO zu. Aufgrund der Novellierung des HKJGB ab dem 01.08.2018 steht in Aussicht, dass diese Summe in den nächsten Jahren noch steigt, um die Qualität der pädagogischen Arbeit entlang den Konzepten des Hessischen Bildungs- und Entwicklungsplanes kontinuierlich und nachhaltig zu verbessern.

Ein zentrales Problem im EKO stellt der zunehmende Fachkräftemangel dar. In 2018 ist es gelungen, gemeinsam mit einem Programm der Bundesagentur für Arbeit („Quereinstieg - Berufsabschluss Erzieherin bzw. Erzieher“ im Rahmen des WeGebAU-Programms) in die duale Berufsausbildung einzusteigen. 13 Mitarbeiterinnen des EKO, die als Nichtfachkräfte bereits im Betrieb arbeiten, konnte so die Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft (staatlich geprüfte Erzieherin) ermöglicht werden. Die Agentur für Arbeit übernimmt 50 Prozent der Arbeitgeberkosten.

22. Oktober 2018