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schwarz-weiß Aufnahme der Montage bei Rowenta
Weil die Vereinbarung von Familie und Beruf schon immer eine Herausforderung war, führte beispielsweise das Offenbacher Unternehmen Rowenta die sogenannte "Hausfrauenschicht" ein. © Stadtarchiv
Flexible Arbeitszeitregelungen, Teilzeitmodelle, Heimarbeitsplätze und Betriebskindergärten – es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit denen Unternehmen Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen können. „Theoretisch“, weiß Karin Dörr vom Frauenbüro: „Da ist noch viel Luft nach oben.“ Auch wenn sich inzwischen der ein oder andere Vater ein paar Wochen Elternzeit nimmt, befindet sich Offenbach bundesweit auf einem der hinteren Plätze: nur 21,1% der Offenbacher Väter von im Jahr 2014 geborenen Kindern beantragten Elterngeld (Quelle: Statistisches Bundesamt in Wiesbaden, 2016), bundesweit liegt deren Anteil bei 34,2 %. „Die gleichberechtigte Teilung der Betreuungszeit ist bei Offenbachs Eltern auch 2017 leider noch keine Selbstverständlichkeit“, so Dörr weiter.

Andererseits gibt es zahlreiche Positivbeispiele, in denen Unternehmen beispielsweise einen Fahrdienst organisieren, damit Müttern ihren Arbeitsplatz während der Betreuungszeiten in Kindergarten oder Schule erreichen können oder eben jene, wie die Energieversorgung Offenbach (EVO), die die Betreuung seit 2009 gleich ganz unmittelbar im eigenen Betriebskindergarten anbietet. „Wir nehmen den gesellschaftlichen Wandel ernst“, erklärt Heike Heim, Vorsitzende des Vorstands: „Seit vielen Jahren treiben wir die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für unsere Beschäftigen in allen Lebensphasen immer weiter voran. Dazu gehört auch die zunehmende Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeitswelt – beiden haben wir uns bereits angepasst. Neben einer Vielzahl an Teilarbeitszeitmodellen haben wir zum Beispiel die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten geschaffen.“ Davon profitieren nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch das Unternehmen, das sich damit als attraktiver Arbeitgeber in der Region positioniert.

Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil

Dass Familienfreundlichkeit auch ein Wettbewerbsvorteil ist, kann Charlotte Buri, Bereichsleiterin Beratung und Vermittlung beim kommunalen Jobcenter MainArbeit, nur bestätigen: „Wir sehen, dass die Bereitschaft von Unternehmen grundsätzlich zugenommen hat, auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu reagieren. Insbesondere dann, wenn es um Fachkräfte oder qualifizierte Mitarbeiter geht, deren Wissen man nicht verlieren möchte.“ Buri gehört neben Karin Dörr und weiteren 4 Personen sowie Horst Schneider zur siebenköpfigen Jury, die am 18. Mai familienfreundliche Unternehmen in Offenbach auswählen wird. 

UFF – familienfreundlich in Offenbach

„Uff“, das ist die Offenbacher Abkürzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so Dörr: „Alles unter einen Hut bekommen. Wenn die Voraussetzungen stimmen, ist das nämlich möglich.“ Die nicht dotierte Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen 2017“ wird an kleine und große Unternehmen vergeben, die ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit und somit auch Chancengleichheit von Frauen und Männern im Erwerbsleben ermöglichen. Bis 18. April können sich Unternehmen bewerben oder vorgeschlagen werden. Die Übergabe der Auszeichnung erfolgt am 25. August: „Erfreulicherweise hat das betriebliche Familienbewusstsein in den letzten Jahren stark zugenommen, das bestätigen auch zahlreiche Studien. Familienfreundlichkeit ist ein Wettbewerbsvorteil, insbesondere dann, wenn Unternehmen hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen. Offenbach wächst und wer zentral wohnen und leben möchte, findet hier ein familienfreundliches Umfeld. Da sollten Unternehmen nicht nachstehen, sondern mithelfen, das Beruf und Familie kein Gegensatz sein müssen“, begründet Jurymitglied Oberbürgermeister Horst Schneider sein Engagement.

Teilzeitausbildung - wie geht das ?

Das Offenbacher Frauenbüro hat für Offenbacher Unternehmen einen Flyer erstellt, dessen Inhalt über die Rahmenbedingungen sowie Fakten und Vorteile informiert. Gleichzeitig finden Sie hier die Kontaktdaten zu den Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner der Industrie- und Handelskammer Offenbach, Kreishandwerkerschaft Stadt und Kreis Offenbach, Landesärztekammer Hessen, Landeszahnärztekammer Hessen, Agentur für Arbeit Offenbach und MainArbeit Offenbach, Kommunales Jobcenter.