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© Stadt Offenbach
Freiheit, Selbstbestimmung, Geschichten von Mut und Flucht, Wünsche und Hoffnungen haben die 18 Mädchen und jungen Frauen, die jetzt im Klingspor Museum ihr Buch „Mädchen eine Stimme geben!" vorstellten, versammelt.
Seit dem Internationalen Mädchentag im Oktober 2017 hatten sie aus Worten und Bildern die Buchskulptur in Form eines 45 Zentimeter großen Holzwürfels gestaltet, an dessen Innen- und Außenseiten Bücher unterschiedlichen Formats angebracht sind.

„Mädchen und Frau sein in Deutschland“

„Ich freue mich, dass es in unserer Stadt immer wieder gut gelingt, Allianzen zu schmieden und verschiedene Akteurinnen und Akteure für gute Projekte wie dieses außergewöhnliche Buch zusammen zu bringen. Die jungen Autorinnen haben in diesem Fall jedoch nicht nur ein Buch gestaltet, sondern sie vermitteln auch eine Idee davon, was es heißt, als Mädchen oder junge Frau mit oder auch ohne Migrationshintergrund in der Stadt zu leben und aufzuwachsen,“ so Bürgermeister und Jugenddezernent Peter Schneider über das, was unter der Regie kommunaler und freier Freizeiteinrichtungen (Frei-religiöse Gemeinde Offenbach, der IB gGmbH Treff Waldhof, das Jugendbildungswerk des Jugendamtes der Stadt Offenbach, das Jugendzentrum Lauterborn, die Mädchen-Etage Offenbach und der Songmoo Frauenkampfkunst Offenbach e.V.) an drei Tagen während der Herbstferien entstanden ist. Dabei blickten die Projektteilnehmerinnen auch über den Tellerrand hinaus, denn gemeinsam waren die Mädchen auch auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs und sammelten dort weitere spannende Skizzen und Beiträge nicht nur von Frauen.

Demo
Mitarbeiter der Infotec KG aus Köln demonstrieren das Buch als digitale Spielwiese. © Stadt Offenbach

Digitale Spielwiese bringt Geschichten zum Leben

Es ergaben sich viele spannende Begegnungen und Gespräche, unter anderem auch mit dem Geschäftsführer der im Bereich der interaktiven Medien und Exponate aktiven Infotronic KG in Köln, der spontan anbot, das fertige Buch zu digitalisieren und mit Tönen und bewegten Bildern anzureichern. Zur Präsentation waren Thomas Johannsen und Andreas Hörschler angereist, die beiden haben das Buch digitalisiert und eine interaktive Installation aus Teilen des Buches erarbeitet, die man auf einem Touchscreen im Museum anschauen und bedienen konnte: „Wir haben die `interaktive Spielwiese´ für das Buch zur Verfügung gestellt, damit sind die Beiträge auch sensitiv erfahrbar.“

Es braucht Mut

Die Spannung im Raum war beinahe greifbar, als Museumspädagogin Dr. Dorothee Ader den circa 45 Zentimeter großen Holzwürfel ausklappte und den Anwesenden die Werke der Mädchen und jungen Frauen präsentierte. Ader hatte das Projekt federführend für das Museum mitgleitet und ist begeistert von dem was in den letzten Monaten entstanden ist: „Es braucht Mut, die eigene Meinung öffentlich zu äußern, gerade wenn es um Fragen von gesellschaftlicher Relevanz geht, und es freut mich sehr, dass dieses Projekt den Stimmen junger Frauen nachhaltig Gehör verschafft.“ Die Idee zu dem Projekt „Mädchen und Frau sein in Deutschland“ übrigens während einer Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft Mädchenarbeit Offenbach, die sich unter anderem mit der Frage beschäftigte, wie sich die Präsenz von Mädchen im öffentlichen Raum stärken lässt. Die AG Mädchenarbeit, der unter anderem die Kommunale Frauenbeauftragte und das Jugendamtes angehören, konnte für das Projekt das Klingspor Museum und den Stadtjugendring Offenbach als Partner und Unterstützer gewinnen.
Das Innere des Würfels.
Das Innere des Würfels © Susanne Kaiser, bsj Marburg

Mädchen sind anders

„Mädchen auch über den Mädchentag hinaus stark machen – wir arbeiten 365 Tage im Jahr daran, ein Bewusstsein für die Ungleichheit der Geschlechter zu schaffen“, erklärt die Frauenbeauftragte der Stadt Offenbach, Karin Dörr. Denn auch wenn Offenbach 2016 der der `Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene´ beigetreten ist, „gibt es“, so Dörr, „noch viel zu tun. Beispielsweise Mädchen mit Projekten wie diesem eine andere Idee von sich selbst zu geben als nur auf den Status eines Schönheitsobjekts reduziert zu sein.“
Die Buchskulptur ist nach Terminvereinbarung im Klingspor Museums zu sehen. Die digitale Version ist weiterhin unter folgendem Link verfügbar: http://www.infotronic.de/buchmesse/Maedchentag_Buchmesse_2017.pdf außerdem gibt es ein Video bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=TnBE_qQdULw

Offenbach am Main, 28. Februar 2018