Sprungmarken
Suche
Suche

Nein heißt Nein - Broschüre zum neuen Sexualstrafrecht

Diese Publikation wurde vom Frauenbüro der Stadt Offenbach mit Frau Prof. Dr. Sibylla Flügge und in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Südosthessen und der pro familia Offenbach erstellt.

Frauenbeauftragte begrüßt das neue Sexualstrafrecht

Die Opferstatistik des Polizeipräsidiums Südosthessen in der Auswertung für das Stadtgebiet Offenbach unterstreicht, dass es weiterer Aktivitäten und Konzepte bedarf, um Gewalt gegen Frauen einzudämmen.

Frauen waren nach dieser Kriminalstatistik in 2015 in 233 Fällen Opfer von häuslicher Gewalt – Gewalt die vom aktuellen oder einem früheren Partner ausgeht und die meist in privaten Räumen und selten in der Öffentlichkeit ausgeübt wird. Die Auswertung erfasst auch die Tatbestände Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung mit 18 Anzeigen sowie Nachstellung oder Stalking mit 28 Anzeigen.

Die Frauenbeauftragte Karin Dörr begrüßt die am 10. November 2016 in Kraft getretene Neuregelung des Sexualstrafrechts als Meilenstein für den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung in Deutschland, wonach alle nicht einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe gestellt sind. Jede 3. Frau zwischen 16 und 85 Jahren wurde nach einer im Jahr 2004 veröffentlichten Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt; jede vierte Frau erlebt Gewalt durch den Lebenspartner. Jede 7. Frau erlebt strafrechtlich relevante sexuelle Gewalt, doch nur 5 Prozent der Betroffenen zeigen eine Vergewaltigung an, vermutlich dem Tatbestand geschuldet, dass 80 Prozent der Täter bereits vor der Straftat mit dem Opfer bekannt waren.

Nach Auskunft des bundesweiten Hilfetelefons (08000 116 016) Gewalt gegen Frauen, das rund um die Uhr besetzt und in 15 Sprachen erreichbar ist, ist Gewalt gegen Frauen bis heute ein Tabu. Nur jede fünfte Betroffene wende sich an eine Beratungs- oder Unterstützungseinrichtung. Unter www.aktion.hilfetelefon.de werden weitere Aktionsideen und viele Infomaterialien präsentiert.

Hintergrundinformationen zum Internationalen Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen

Alljährlich am 25. November findet der von den Vereinten Nationen deklarierte Internationale Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen statt. Hintergrund für die Entstehung des Aktions- und Gedenktages war die Verschleppung, Vergewaltigung und Ermordung der drei Schwestern Mirabal am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik durch Soldaten des ehemaligen Diktators Trujillo. „Seit 1981 wird weltweit durch Aktionen und Veranstaltungen von Frauenprojekten und Initiativen zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder aufgerufen und dem Kampf der drei Schwestern für Frauen- und Menschenrechte allgemein gedacht“, berichtet die Kommunale Frauenbeauftragte Karin Dörr.

18.11.2016