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Gruppenfoto
© Stadt Offenbach
Rund um den 25. November, dem internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen!“, setzt Terre des Femmes mit der Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen. In diesem Jahr beteiligt sich die Abteilung Kinder- und Jugendarbeit des Jugendamtes Offenbach in Kooperation mit dem kommunalen Frauenbüro an dieser Aktion. Seit dem 23. November hängen für zwei Wochen in folgenden Einrichtungen die Fahnen, um gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt – in all ihren Facetten – an Mädchen zu setzen: KJK Sandgasse, Mädchen-Etage, Kindertreff Mühlheimer Straße, JUZ Bürgel-Rumpenheim, JUZ Lauterborn, Kindertreff Neusalzer Straße, JUZ Falkenheim, JUZ Nordend, Jugendbildungswerk und Boxclub.

„Allgegenwärtig in der Werbung, den Medien und insbesondere in den sozialen Medien sind die Angebote zum Kauf von Waren und Dienstleistungen, die auf der Darstellung von Frauenkörpern und immer jüngeren ‚Models‘ basieren. Dies prägt und verfestigt die Sexualisierung des weiblichen Körpers und hat multiple negative Auswirkungen auf Mädchen und Frauen wie das vermeintliche Recht zur Benutzung von Mädchen- und Frauenkörpern“, stellt die Kommunale Frauenbeauftragte Karin Dörr fest.

„Sozialpädagoginnen erleben in ihrer Arbeit mit Mädchen, dass Mädchen an der Entwicklung eines positiven Körperbildes gehindert sind und in zunehmendem Maße und in immer jüngerem Alter sexuellen Anfeindungen ausgesetzt sind“, erläutert Andrea Filsinger, Diplomsozialpädagogin und Sachgebietsleiterin „Kinder-, Jugend-, Kulturzentrum Sandgasse sowie Kinder- und Familienarbeit“ der Stadt Offenbach.

Die Abteilung Kinder- und Jugendarbeit des Jugendamtes möchte mit den Fahnen ein deutliches Zeichen setzen - zum einen als optische Anregung, um über das oft tabuisierte Thema Gewalt an Mädchen mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Zum anderen möchte die Abteilung (betroffenen) Mädchen zeigen, dass sie ihre Belange und Probleme ernst nimmt und genau hinsieht und -hört. „Wir möchten die Kinder- und Jugendzentren als Schutzraum verstanden wissen, wo Mädchen Unterstützung finden. Geschlechtersensible pädagogische Konzepte in der städtischen Kinder- und Jugendarbeit tragen zur Bewusstseinsbildung, Information und Stärkung eines positiven Selbstbildes sowie der Empathiefähigkeit von Mädchen und Jungen, von Kindern und Jugendlichen bei“, so Filsinger.

Zum Hintergrund: Am 25. November 2001 ließ Terre des Femmes zum ersten Mal die Fahnen wehen, um am internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen!“ ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen. Zu diesem Zweck entwickelte Terre des Femmes eine farbenfrohe Fahne. Die abgebildete Frauenfigur und der Slogan „frei leben – ohne Gewalt“ symbolisieren ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben von Mädchen und Frauen weltweit.

Der von der UNO seit 1990 offiziell anerkannte Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und beteiligten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo. Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

Die Aktion hat nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus eine besondere Signalkraft entwickelt. Weltweit engagieren sich Menschen gegen die Verletzung von Frauenrechten. Von Rumänien, Honduras und Kenia bis nach Israel, Kongo und Burkina Faso wehte schon die Fahne, um auf die Gewalt an Mädchen und Frauen solidarisch aufmerksam zu machen

 

Bildinformation:

Die Mädchen der Theatergruppe in der Sandgasse zeigen zusammen mit den Vertreterinnen des Vereins „Frauen helfen Frauen“ und der Stadt die Fahne „Nein zu Gewalt an Frauen“.

Folgende Personen sind von links nach rechts auf dem Foto zu sehen: Heidi Balthasar vom Verein „Frauen helfen Frauen“; Karin Dörr, kommunale Frauenbeauftragte; Hajar Bouajaj und Melissa Ninnivaggi von der Sandgasse-Theatergruppe; Sine Lange, Mitarbeiterin KJK Sandgasse; Andrea Filsinger, Leiterin KJK Sandgasse; Maria Makariou und Lina Mtiri von der Sandgasse-Theatergruppe sowie Janne Reuver vom Verein „Frauen helfen Frauen“.

Copyright: Stadt Offenbach

 

Offenbach am Main, 5. Dezember 2018