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Fünf verschiedene Menschen legen Hände aufeinander
© pixabay.com
Großen Anklang fand der Fachtag „Immigration und Integration“, der als gemeinsame Veranstaltung des Referats Integration im Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt Offenbach, des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und des Caritasverbands Offenbach im Caritashaus an der Schumannstraße stattfand.

Ziel des Fachtags war es, den Fachkräften aus der Migrationsberatung und anderen sozialen Beratungsdiensten neueste Ergebnisse der fachlichen Entwicklung und der Forschung in ihrem Arbeitsgebiet vorzustellen. Im Anschluss gab es Gelegenheit, den Stand der Beratungsarbeit für Migrantinnen und Migranten in der Stadt Offenbach zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Sozial- und Integrationsdezernentin Sabine Groß begrüßte die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Menschen aus über 160 Nationen leben in Offenbach. Alle Altersgruppen und Lebenslagen sind hier vertreten. Die Vernetzung der bestehenden Angebote sehe ich als wichtige Aufgaben der Kommune. Ein gemeinsamer Fachtag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadt und sozialen Trägern ist eine sehr gute Möglichkeit, diese Vernetzung mit Leben zu füllen und zu vertiefen“.

Bernd Hallenberg, stellvertretender Vorstand des VHW, Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung, stellte die Ergebnisse der neuesten Studie zu den sozialen Milieus von Migrantinnen und Migranten in Deutschland vor. Der VHW war an der Entwicklung einer Typologie für soziale Milieus in Deutschland beteiligt, die seit über 20 Jahren eine viel genutzte Grundlage für Politikberatung, sozialwissenschaftliche Analysen, aber auch für die Stadtentwicklung und die Gestaltung von bürgerschaftlichen Beteiligungsprozessen ist. Innerhalb dieses Konzepts gibt es inzwischen auch Erkenntnisse zu den Milieus und den damit verbundenen Werthaltungen und Lebensstilen der migrantischen Bevölkerung sowohl in Deutschland insgesamt als auch in einzelnen Städten und Regionen.

Auch im Bereich der Quartiersentwicklung und der sozialen Arbeit können Erkenntnisse aus Milieudaten nützlich sein, um Angebote zielgruppengerecht zuzuschneiden, allen Menschen gleichermaßen soziale Entwicklung zu ermöglichen und die Verwaltung mit der Bürgerschaft in Dialog zu bringen.

Paul Hendricksen von der Universität Duisburg-Essen stellte im Anschluss das Konzept der sozialraumbezogenen Sozialarbeit vor. Dabei geht es darum, die Ressourcen der Sozialräume, etwa bestimmter Wohnquartiere, besser für die Hilfe im Einzelfall zu nutzen.  Nachbarschaftshilfe ist nur ein Beispiel, wo Hilfe für den Einzelfall gelingt, auch Angebote von Einrichtungen und Vereinen im Wohnquartier Erfolg haben. Wichtig ist, so Hendricksen, an den Interessen und am Selbsthilfewillen der Klienten anzusetzen und stets den Bezug zur Situation im Quartier und im Stadtteil herzustellen. Damit werde Unterstützung effektiver und nachhaltiger.

Die Impulse aus der Wissenschaft fanden lebhaftes Interesse bei den Offenbacher Fachkräften. Viele sahen ihre beruflichen Erfahrungen bestätigt. Andere fanden Anregungen, wie die Beratungsarbeit in Offenbach noch wirksamer gestaltet werden könnte. Besonders fruchtbar war für viele der Austausch mit anderen Trägern. Das gab Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion darüber, an welchen Stellen man wie noch intensiver zusammenarbeiten könnte.

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden mit diesem ersten Fachtag und eine Neuauflage ist geplant.

19. Juni 2019