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Offenbach ist seit einigen Jahren im Fokus: Als Ankunftsstadt, als Stadt in der Integration funktioniert. Dafür wird in Offenbach auch viel getan. Seit zehn Jahren ist das Kompetenzteam Integration aus Vertretern von Migrantenorganisationen, Magistrat und Stadtverwaltung „ein wichtiger Baustein der kommunalen Integrationsarbeit“, erklärt Stadtrat Peter Freier.

Je nach Thema stoßen auch Vertreter der Unternehmen des Stadtkonzerns oder anderer Behörden in Offenbach zu der Runde dazu. Den Vorsitz teilen sich Integrationsdezernent Freier und Abdelkader Rafoud, der Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt.

„Das Gremium ist wichtig als Brückenbauer. Viele Vereine leisten Integrationsarbeit bei Erziehungsaufgaben und Jugendarbeit“, erläutert Rafoud.

Deshalb gab es Unterstützung beim Umgang mit dem deutschen Schulsystem, es wurden eigene Formate entwickelt. Für Wanderarbeiter kam ein Flyer mit Informationen heraus.

Ziel sei es, konkrete Fragen aus der Arbeit der Migrantenorganisationen zu klären. So wurden Veranstaltungen zur Gesundheitsversorgung und Prophylaxe, gemeinsame Aktivitäten zur Information über das System der Berufsausbildung und zur Zusammenarbeit von Schulen und Eltern organisiert. Heute stehen Wohnungsbau und Wohnungsversorgung auf der Agenda.

„Die rumänische Gemeinde war ein Mitstreiter der ersten Stunde und der Zeit der ersten Bewährungsprobe durch viele rumänische Zuwanderer. Das Kompetenzteam half auch bei der Gründung von Migrantenorganisationen“, sagt Dr. Matthias Schulze-Böing, bei dessen Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration die Geschäftsführung angesiedelt ist.

Diese übernimmt dort Luigi Masala.

„Wir arbeiten nicht nur kirchlich sondern haben eine breite Palette an Kultur- und Sozialarbeit“, erzählt Pfarrer Stefan Anghel aus der aktuellen Arbeit. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde bietet Deutschkurse an und plant eine orthodoxe Diakonie für die Sozialarbeit. „Wir wollen Integration mit Wurzeln ermöglichen“, so Anghel. „Das Kompetenzteam Integration ist wirklich ein guter Rat geworden“, ergänzt Ionut Plenz vom Gemeindevorstand. „Migrationsarbeit hört nicht auf, es ist auch Gesellschaftsarbeit, damit alle in Frieden miteinanderleben können. Durch das Team haben wir einen direkten Draht zur Stadt“.

„Wichtig ist, gemeinsam ins Gespräch zu kommen“, erklärt Integrationsdezernent Freier. „Die Organisationen der Migrantinnen und Migranten sind wichtige Partner für das Gelingen der Integration in unserer Stadt. Sie bauen Brücken zwischen Aufnahmegesellschaft und neu Ankommenden. Sie tragen dazu bei, dass wir als Stadt die Anliegen der Menschen mit Migrationshintergrund besser verstehen. Gleichzeitig können wir die Politik der Stadt und die Dienste der Kommune erläutern und nachvollziehbar machen. Das Kompetenzteam Integration leistet dafür einen wertvollen Beitrag“, so Freier.

Das Kompetenzteam hat auch die Umsetzung der Programme „Modellregion Integration Offenbach“ und „Wegweisende Integrationsansätze realisieren“ (WIR) begleitet. Die Stärkung und Weiterentwicklung der Migrantenorganisationen sind dabei wichtige Schwerpunkte. Nicht zuletzt hat die Stadt ein Programm von Mikroprojekten für Integration ins Leben gerufen, die mit einem kleinen Zuschuss der Stadt bei den Gemeinden und Vereinen umgesetzt werden können. Die Präsentation der Vereine und religiösen Gemeinden der Migrantinnen und Migranten auf der Homepage der Stadt geht auf Impulse aus dem Kompetenzteam zurück.

Gegründet wurde das Kompetenzteam im Jahr 2007 von Rafoud und der seinerzeit für Integration zuständigen Bürgermeisterin Birgit Simon. Ziel war, eine Plattform für den Austausch zwischen ehrenamtlich engagierten Migrantenvertretern, der Stadtpolitik und der Verwaltung zu schaffen.

5. Januar 2017