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Stimmzettel in Wahlurne
Einwurf Stimmzettel in Wahlurne © Stadt Offenbach

Gerade mal 2,1 Prozent der wahlberechtigten Nicht-Deutschen in Offenbach haben am Sonntag, 29. November 2015, einen neuen Ausländerbeirat gewählt. Nur 852 von 40.146 Wählerinnen und Wähler gaben ihre Stimme ab.

Wie Wahlleiter Stefan Färber mitteilte, schnitt bei den bisher ausgezählten Stimmzetteln OFFENBACH TÜRK BIRLIGI – TÜRKISCHE UNION OFFENBACH (TUO) mit 35,3 Prozent am stärksten ab. Die MULTIKULTURELLE LISTE erreichte 19,2 Prozent, NAVENDA CAND A KURD (NCK) 16,4 PROZENT. Die OST EUROPÄISCHE LISTE (OEL) kam auf 13,0 Prozent, die PROGRESSIVE AUSLÄNDER UNION (PAU) auf 7,5 PROZENT, die PIRATEN (Piraten) auf 5,1 Prozent und die SERBISCHE LISTE (SL) auf 3,4 Prozent.

Bislang sind nur die Listen in der Auszählung erfasst, die unverändert abgegeben wurden. Das sind etwa 300. Etwa 550 Wählerinnen und Wähler haben zusätzlich zur Liste einzelne Bewerberinnen und Bewerber angekreuzt. Diese Scheine werden in den kommenden beiden Tagen gezählt, sodass deutliche Verschiebungen zwischen den einzelnen Listen noch möglich sind. Das amtliche Endergebnis wird am kommenden Freitag bekanntgegeben. 2010 betrug die Wahlbeteiligung 5,0 Prozent.

Der noch amtierende Vorsitzende des Ausländerbeirates, Abdelkader Rafoud, zeigte sich enttäuscht ob der geringen Wahlbeteiligung: „Es ist uns nicht gelungen, die Wählerinnen und Wähler zur Stimmabgabe zu bewegen“, sagte Rafoud am Montag. „Leider haben die viele Menschen in Offenbach, die nicht an den anderen Wahlen teilnehmen dürfen, noch nicht erkannt, dass der Beirat ihre Interessen vertritt und deshalb wichtig für sie ist.“ Als mögliche Gründe nennt Rafoud allgemeines Desinteresse an der Lokalpolitik und mangelnde Information. „Wir leisten in Offenbach sehr gute Integrationsarbeit. Aber der neu zusammengesetzte Beirat wird künftig noch mehr Anstrengungen unternehmen müssen, um Migrantinnen und Migranten in Offenbach für eine Teilhabe am politischen Leben zu bewegen.“