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v.l.n.r.: Eva Singler und Dr. Uta George vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt, Sabine Groß, Integrationsdezernentin der Stadt Offenbach, Dr. Matthias Schulze-Böing, Leiter des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt Offenbach und Simone Lechner, Koordinatorin des Landesprogrammes „WIR“ , Stadt Offenbach © Stadt Offenbach
Was sind Kalt- und Warmmiete und warum sollte auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag bestanden werden? Welche Rechte habe ich und wer hilft mir, diese durchzusetzen? Neuankömmlinge aus anderen EU-Ländern haben viele Fragen, es gibt vieles zu beachten und die Sprachbarriere ist nicht die einzige Hürde, die es beim Ankommen in der neuen Umgebung zu nehmen gilt. Mit der kleinen Broschüre „Sie wollen in Frankfurt oder Offenbach leben und arbeiten?“ sollen Probleme erst gar nicht entstehen. Sie ist Handreichung und Mutmacher zugleich. Konzipiert wurden sie vom Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt Offenbach gemeinsam mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt.
Offenbach und Frankfurt sind beide Städte mit einem hohen Anteil von Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die in den letzten Jahren neu zugezogen sind. In der Region gibt es Bedarf an Arbeitskräften, aber auch bereits Angekommene und Netzwerke. Folgerichtig erschien die Broschüre 2015 in diesen sowie sieben weiteren Sprachen. Jetzt wurden die Informationen auf den aktuellen Stand gebracht. „Viele Zuwanderer“, betont Sabine Groß, Integrationsdezernentin der Stadt Offenbach, „haben einen schlechten Zugang zu Informationen, die sie brauchen, um in der Stadt anzukommen und sich im Alltag zurechtzufinden. Die Broschüre gibt Tipps für den Alltag. Von der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt und Kontoeröffnung über die Anmeldung in Kita und Schulen bis hin zu Hinweisen zur Höhe des Mindestlohns und an wen man sich wenden kann, wenn der Lohn nicht in voller Höhe oder gar nicht gezahlt wird. Denn noch immer kommt es vor, dass Menschen mit falschen Versprechungen hierher gelockt werden, die sich dann in unfreien Arbeitsverhältnissen oder unsäglichen Wohnungsbedingungen wiederfinden.“ 
Dem setzen beide Städte Informationen und natürlich auch Kontrollen entgegen. So haben sich auch das Projekt des DGB Hessen „Faire Mobilität“ und die Migrationsberatung für Erwachsene der AWO Offenbach inhaltlich beteiligt. Auch Migrantenvereine wurden als Experten in eigener Sache in die Gestaltung der Broschüre einbezogen. 

„Nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern“: Auch Dr. Uta George vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten kennt die Probleme der Zuwanderer. „Auch wenn viele erstmal gut ankommen, arbeiten viele hier unter miserablen Arbeitsbedingungen. Oft muss der Lohn mit Sozialleistungen aufstockt werden.“ Der richtige Umgang mit Sozialleistungen und Hinweise zur Verhinderung von Sozialleistungsmissbrauch sind deshalb ebenfalls Teil der Informationen in der Broschüre. Darüber hinaus enthält sie zahlreiche praktische Informationen, die das Leben in der Nachbarschaft erleichtern: Dass es eine Nachtruhe gibt, Müll getrennt und Falschparken geahndet wird. Alles kompakt und leicht verständlich erklärt, damit das Ankommen gelingen kann.

Die Informationsbroschüre der Städte Frankfurt und Offenbach liegt bei Beratungsstellen, auf Ämtern, bei Migrantenvereinen, in Quartiersbüros, an den einschlägigen Treffpunkten, eben überall dort, wo sich Migranten aus EU-Ländern zuerst einfinden, in den entsprechenden Sprachen aus. Es gibt darüber hinaus eine Kooperation mit Fernbusunternehmen, die die Broschüre in den Bussen auslegen.

Offenbach am Main, 18. März 2019