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Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Übergabe des Förderbescheids mit Kerstin Quaiser, Fachreferentin beim Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, und Paul-Gerhard Weiß, Planungsdezernent der Stadt Offenbach © HMWEVW Boris Borm
Das Jugendzentrum Lauterborn im „Charly-Stürz-Heim“ ist seit über fünf Jahrzehnten ein zentraler Anlaufpunkt für den dicht bewohnten Stadtteil. Neben der intensiven Begleitung von Schülerinnen und Schülern der benachbarten Schulen bietet die Einrichtung Angebote für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren, aber auch für Mütter und Eltern. Das Jugendzentrum schafft Räume für Begegnungen und Integration. Weil das in die Jahre gekommene Bauwerk seit Herbst 2018 aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt werden musste, ist die Stadt Offenbach am Main in die Planung für einen Neubau gegangen.
„Verbunden mit dem Neubau soll das Angebot ausgeweitet und das Jugendzentrum zu einem Zentrum für Familien werden“, kündigt die zuständige Sozialstadträtin Sabine Groß an. „Der Neubau, verbunden mit einer Vergrößerung des Gebäudes ermöglicht den Umzug der beiden Hort-Gruppen aus der benachbarten Kita in das neue Gebäude. Die Kita können wir so um zwei Gruppen – Kindergarten- oder Krabbelgruppen - erweitern.“ Das Konzept des neuen Gebäudes wird derzeit abgestimmt.

Für das Vorhaben hat die Stadt Fördermittel des Städtebauprogramms „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ beantragt. Der gemeinsame Förderantrag des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement und des Jugendamtes wurde nun positiv beschieden. Heute überreichte Staatsminister Tarek Al-Wazir einen Förderbescheid über 4,5 Millionen Euro. Für die beiden zuständigen Offenbacher Stadträte für Bauen und für Soziales nahm Baustadtrat Paul-Gerhard Weiß den Bescheid entgegen. Weiß bedankte sich mit den Worten: „Damit wird es möglich, diesen Stadtteil insgesamt zu fördern und das Angebot zu erweitern. Da wir das Bauprojekt durch die Setzungen des alten Gebäudes schnell aufsetzen mussten, sind die Baukosten bisher noch geschätzt und werden noch genauer kalkuliert. Wir rechnen mit rund fünf Millionen Euro Gesamtkosten.“

Die Stadträtin für Soziales, Kinder und Jugendliche, Sabine Groß, hebt den großen Bedarf im Stadtteil Lauterborn hervor, in dem das Jugendzentrum seit fünfzig Jahren fest verankert ist: „Das Lauterborn ist geprägt von großen Wohnsiedlungen – hier leben aktuell rund 11.000 Menschen. Viele Menschen müssen mit geringem Einkommen ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien bestreiten.“ Prozentual haben mehr Menschen einen Migrationshintergrund als im gesamten Stadtgebiet. Viele Kinder leben in Häuserblocks mit hoher Wohndichte und damit wenig Entwicklungs- und Rückzugsmöglichkeiten. „Hier setzen die niedrigschwelligen und partizipationsfördernden Freizeitangebote des Jugendzentrums ebenso wie die Gruppenangebote im musisch-kulturellen Sektor oder die geschlechtsspezifische Arbeit an“, so die Stadträtin weiter. „Schulbezogene Angebote wie die Hausaufgabenhilfe für Grundschulkinder oder die Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf für Jugendliche sind wichtige Institutionen für die Kinder und Jugendlichen.“

Mit der Förderung kann der große Bedarf an Jugendarbeit in Süden von Offenbach gedeckt werden und auch die Betreuungssituation für die ganz Kleinen wird verbessert. „Besonders freut es mich, dass wir das Angebot weiter entwickeln können – hin zu einem Zentrum für Familien. Im Förderantrag ist für das Außengelände Urban Gardening angedacht“, so Groß.

Die genaue Ausgestaltung des neuen Familienzentrums kann nun mit den Fördergeldern in die Planungsphase gehen. „In die Planungen werden die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils natürlich einbezogen“, kündigt Groß an.   

Offenbach am Main, 20. November 2019