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Rolandpark
© Jessica Schäfer
Der inmitten des Wohngebiets auf dem ehemaligen Areal der Druckmaschinenfabrik MAN Roland liegende Roland Park ist für viele Kinder und Jugendliche des Senefelder Quartiers ein beliebter Treffpunkt. Gerade bei gutem Wetter halten sich dort viele Kinder und Jugendliche auf, was teilweise auch zu Konflikten mit der Nachbarschaft führt. Die Abteilung Kinder- und Jugendarbeit des Jugendamts hat daher ihre Präsenz mit zusätzlichen Angeboten vor Ort verstärkt.

„Das Leben in der Stadt, zumal in einer dicht besiedelten wie der unseren, erfordert gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis füreinander“, so Sozialdezernentin Sabine Groß. „Kinder und Jugendliche brauchen Räume. Ein solcher öffentlicher Raum wurde mit dem Rolandparkt geschaffen. Zugleich befinden sich unmittelbar angrenzend Wohnungen und die dort wohnenden Menschen wünschen sich vor allem in den Abendstunden Ruhe, sowie natürlich ein insgesamt angenehmes Wohnumfeld. Mir als Kinder- und Jugenddezernentin ist es daher ein wichtiges Anliegen, dass die Kinder und Jugendlichen ein ansprechendes Angebot erhalten. Das hilft den Kindern und Jugendlichen und auch den Anwohnern.“
In den vergangenen Wochen war das Jugendamt regelmäßig vor Ort und hat sich ein Bild davon gemacht, wer den Park nutzt und welche Angebote insbesondere für die Kinder und Jugendlichen interessant sein könnten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendzentren haben den Kontakt aufgenommen und beispielsweise den Jugendlichen, die sich im Parkhaus eine Sitzecke eingerichtet hatten, einen alternativen Treffpunkt angeboten. Einmal wöchentlich können sich die Jugendlichen nun im Hafengarten treffen. Erklärtes Ziel bleibt es aber weiterhin, einen Treffpunkt im Quartier einzurichten. Außerdem ist eine Mitarbeiterin des Jugendbildungswerks jetzt im Rahmen des Drop-out-Programms „Back-Up“ präsent und spricht besonders Jugendliche an, die weder in Ausbildung, Schule noch in einer Maßnahme sind und unterstützt sie bei der Entwicklung einer Zukunftsperspektive. Die Medien-Etage aus dem KJK-Sandgasse wird dort überdies ein mediales Ferienprojekt anbieten. Die Kinder und Jugendlichen werden zum einen nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gefragt, zum anderen werden ihnen Medienkompetenzen vermittelt, z.B. durch gemeinsames Erstellen eines Kurzfilmes.

Auch das bei Jugendlichen beliebte Parkour-Training wird ausgeweitet. Statt bisher einmal die Woche dienstags von 14 bis 17 Uhr wird es dieses Angebot nun auch mittwochs von 14 bis 17 Uhr geben. Beim Parkour-Training wird mit Anleitung die akrobatische Überwindung von Hindernissen und Leerräumen erlernt. Die geeigneten baulichen Vorrichtungen gibt es am Rande des Parks bereits.

In Gesprächen mit dem Quartiersmanagement und dem Boxclub Nordend konnte zudem vereinbart werden, dass zukünftig Boxer*innen und Trainer*innen über den Platz gehen und die Jugendlichen ansprechen und für das Angebot werben. Der Boxclub ist ein bundesweit anerkanntes Gewaltpräventionsprojekt, das mit jungen Menschen arbeitet und u.a. auch schulische Nachhilfe anbietet.

Schließlich kommt auch das Jugendkunstmobil in den Sommerferien öfter vorbei, um mit den Kindern kreativ zu gestalten und auszuprobieren.

„Die Bedarfe sind uns bekannt“, erklärt Patrick Probst, Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendarbeit beim Jugendamt. Schließlich hat sich das Senefelder Quartier mittlerweile zu einem Stadtteil mit vielen Kindern und Jugendlichen entwickelt. Deshalb wurde mit Mitteln aus dem Projekt „Jugend stärken im Quartier“ (JUSTiQ) eine Stelle für die mobile Jugendarbeit geschaffen und diese war bereits im September letzten Jahres besetzt. Hier gibt es einen personellen Wechsel. Die Stelle ist ausgeschrieben und wird bald neu besetzt werden.  Damit die Jugendarbeit vor Ort sichtbarer wird, soll ein Faltpavillon mit entsprechendem Banner angeschafft werden, der Kindern, Jugendlichen, aber auch Anwohnern gleichermaßen signalisiert: „Wir sind da und haben ein offenes Ohr.“

Offenbach am Main, 6. Juli 2020