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Buchstabensuppe
Damit insbesondere Behördentexte von allen verstanden werden können, sollen diese in leichte Sprache übersetzt werden. © Stadt Offenbach
Die für die Umsetzung des Kommunalen Aktionsplans Inklusion der Stadt Offenbach zuständige Sozialdezernentin Sabine Groß regt an, beim Land mehr Unterstützung zu suchen bei der Einführung der Einfachen und Leichten Sprache in den Kommunalverwaltungen. Ihr diesbezüglicher Antrag wurde auf die Tagesordnung der heutigen gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Soziales und Integration und des Ausschusses für Bau und Planung des Hessischen Städtetages in Hanau gesetzt und mit Stimmenmehrheit beschlossen.

Die Einführung der Einfachen oder Leichten Sprache in einer Kommunalverwaltung ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann. Zu vielfältig sind die Aufgabenbereiche einer Kommunalverwaltung, zu umfangreich die Zahl öffentlicher Dokumente. In Offenbach gibt es bereits seit einigen Jahren in zahlreichen Ämtern Informationen in Leichter oder Einfacher Sprache. Einige Beispiele sind die Informationen des Wahlamtes in 2016 in Leichter Sprache, Erklärvideos und leicht verständliche Kundeninformationen in Einfacher Sprache bei der Mainarbeit oder Kurse an der VHS zum Erlernen der Leichten Sprache.

Weil in vielen Kommunen ähnliche Entwicklungen stattfinden und gerade in der Hoheitsverwaltung in der Regel überall mit sehr gleichlautenden Bescheiden und Verordnungen gearbeitet wird, ist es sinnvoll, Arbeitshilfen zentral erstellen zu lassen. Derzeit muss jedes einzelne Kommune Geld in die Hand nehmen, um ihre Dokumente in Einfache oder Leichte Sprache übersetzen zu lassen. Dieses Geld könnte gespart werden, wenn den Ideen aus Offenbach gefolgt würde.

Der Vorschlag der Offenbacher Dezernentin in der Ausschusssitzung des Hessischen Städtetages: „Es wäre sehr hilfreich, wenn das Land eine Art „Textbaustein-Bibliothek“ in Einfacher und Leichter Sprache anlegt, in der die wichtigsten Behördentexte und Formulare für alle Behörden des Landes und der Kommunen in Standardform abgelegt sind. Diese wären dann nur noch auf die konkreten Bedingungen vor Ort anzupassen. Dann brauchte nicht jede Kommune die Übersetzungsarbeit von Grund auf zu leisten und zu finanzieren.“

Auch sprach sich die Dezernentin dafür aus, einen Pool von Texten anzulegen, die bereits von den Städten erstellt sind, damit sich andere Städte daran orientieren können. Dies wäre sozusagen eine interkommunale Textbibliothek oder Mustersammlung. Dafür wäre bereits Platz auf der Internetseite des Hessischen Städtetages.

Unabhängig von der Frage, ob und inwieweit das Land die Forderung der hessischen Sozialdezernenten und -dezernentinnen aufgreife, werde die Stadt Offenbach, wie Groß erläutert, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten intensiv weiter darum bemühen, die Dokumente und Mitteilungen der Stadtverwaltung und ihrer Einrichtungen so „barrierearm wie möglich“ zu gestalten. Dabei werde in einem ersten Schritt die Übersetzung von möglichst vielen Texten in die Einfache Sprache vorgenommen, da dies im Vergleich zur Leichten Sprache einfacher und kostengünstiger möglich sei.

Offenbach am Main, 13. November 2019