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Eine positive erste Bilanz des Jahres 2018 ziehen Sozialdezernentin Sabine Groß und MainArbeit-Geschäftsführer Matthias Schulze-Böing. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten, ging nach den Zahlen vom Dezember um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 7.526 zurück. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in diesen Bedarfsgemeinschaften ging von knapp 12.000 Ende 2017 auf gut 11.000 im Dezember 2018 zurück. Zählt man Kinder in den Bedarfsgemeinschaften mit, sind insgesamt noch 16.500 Personen im Bezug von SGB-II-Leistungen. Das ist, wie Schulze-Böing erläutert, der niedrigste Stand seit Einführung des neuen Gesetzes im Jahr 2005. Die höchste Zahl an Menschen, die Leistungen bezogen, verzeichnete die MainArbeit im Jahr 2007 mit 20.500 Menschen.

Wie bereits im Vorjahr war der Fallzahlrückgang in der Stadt Offenbach auch im Jahr 2018 einer der größten in Hessen, wo die Zahl der Bedarfsgemeinschaften 2018 um durchschnittlich 5,1 Prozent fiel.

Der Rückgang der Zahl der Leistungsberechtigten ist auch insofern bemerkenswert, weil er in eine Zeit einer stark wachsenden Bevölkerung fällt. Kamen im Jahr 2017 auf knapp 114 Tausend Einwohner in der Altersspanne von 0 bis 64 Jahre 17.852 Personen im Leistungsbezug, waren es Ende 2018 noch 16.508 Personen unter 116.352 Einwohnern in dieser Altersgruppe. Die SGB II-Quote ging also innerhalb eines Jahres von 15,7 Prozent auf 14,2 Prozent zurück. MainArbeit-Geschäftsführer Schulze-Böing erinnert daran, dass diese Kennziffer nach Gründung der MainArbeit noch bei über 20 Prozent gelegen habe. Damit habe die Stadt zwar nach wie vor die höchste SGB-II-Quote in Hessen. Der Abstand zu den anderen Städten und Landkreisen habe sich jedoch deutlich verringert.

„Besonders freue ich mich über den Rückgang des Leistungsbezugs von Kindern“, hebt Sozialdezernentin Sabine Groß hervor. Die Zahl der Kinder unter 18 Jahren ging um 6,1 Prozent auf 6.502 im Juni 2018 zurück. Die Zahl der Kinder unter drei Jahren ging um 2,9 Prozent auf 1.104 zurück (ebenfalls Juni). Damit ging die die Zahl der Kinder im Leistungsbezug auch im Jahr 2018 in der Stadt Offenbach deutlich stärker zurück als im hessischen Durchschnitt. „Die Anstrengungen, Kinder aus dem Leistungsbezug zu bekommen, werden weiter in unserem Fokus stehen“, so Groß. 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in der Stadt waren 2018 im Bezug von SGB II-Leistungen. Bei der Gruppe der Kinder unter drei Jahren waren es rund 25 Prozent. Im Jahr 2013 waren es bei beiden Gruppen noch über 33 Prozent.

Rückgang für Kosten der Unterkunft

Die günstige Entwicklung schlug sich auch finanziell nieder. Mussten im Jahr 2017 noch 108,7 Millionen Euro alleine für Unterhaltsleistungen aufgewendet werden, waren es 2018 trotz höherer Regelsätze und steigender Mieten nur noch 103,6 Millionen Euro. Die für die Stadt Offenbach dabei besonders relevante Position der Kosten der Unterkunft ging von 50,9 Millionen Euro 2017 auf 48,3 Millionen im Vorjahr zurück.

Als Ursachen für die günstige Entwicklung nannte Schulze-Böing zum einen die günstige Konjunktur, die für eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften geführt habe. Zum andere habe das Konzept der aktivierenden Arbeitsförderung, wie es die MainArbeit verfolge, ganz offenkundig Wirkung gezeigt. Im Verlauf des Jahres  seien über 3.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte wieder in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis integriert worden. Die große Mehrheit dieser Integrationen sei nachhaltig. 70 Prozent der Vermittelten sei auch ein Jahr nach der Arbeitsaufnahme noch im Arbeitsverhältnis. Die „Integrationsquote“, mit der ein Erfolg am Arbeitsmarkt gemessen werde, liegt mit 26,4 Prozent besser als der Durchschnittswert aller Jobcenter in Hessen – hier lag diese Quote zuletzt bei 25,8 Prozent, erläutert Schulze-Böing. Besonders erfolgreich sei man in Offenbach bei der Integration von Alleinerziehenden in den Arbeitsmarkt mit einer Integrationsquote von 25,1 Prozent (Hessenschnitt: 22,8 Prozent). „Gute Beratung, Qualifizierung, passgenaue Vermittlung, aber auch konsequente Verfolgung von Sozialleistungsmissbrauch – das sind die Bausteine des Aktivierungskonzepts der MainArbeit, das wir nun seit über zehn Jahren umsetzen“, kommentiert der Jobcenter-Geschäftsführer. Flankierende soziale Unterstützungsleistung, etwa Schuldnerberatung, Suchtberatung, psychosoziale Hilfen und Unterstützung bei der Sicherung der Kinderbetreuung mit Familienservice des Jobcenters gehörten als wichtige Bestandteile zum Angebot der MainArbeit.

Auch die von der MainArbeit betreuten Bürgerinnen und Bürger stellten dem Jobcenter im Jahr 2018 gute Noten aus. In der regelmäßig von einem unabhängigen Institut durchgeführten Befragung gaben die Kunden dem Jobcenter mit 2,2 eine gute Gesamtnote.

Auch Sozialdezernentin Groß sieht die MainArbeit auf einem guten Weg: “Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist insbesondere für Alleinerziehende und Migranten nicht immer leicht. Mich freut es, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters gerade auch in diesem Bereich erfolgreiche Arbeit leisten.“

31. Januar 2019