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Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist die 8. Menschenrechtskonvention. Sie trat nach ihrer Verabschiedung bei der UN-Generalversammlung 2006, der Ratifizierung durch Bundestag und Bundesrat in 2008, im März 2009 in Deutschland in Kraft.
Die zentrale Forderung dieser Konvention ist Inklusion: jeder Mensch wird in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert und erhält die Möglichkeit in vollem Umfang gleichberechtigt und selbstbestimmt an ihr teilzuhaben oder teilzunehmen.

Als das Wort "Inklusion" mit "Integration" ins Deutsche übersetzt wurde, gab es heftige Proteste. Integration bedeutet Eingliederung in die bestehende Gesellschaft. Inklusion fordert eine Gesellschaft, die sich auf die Belange aller Gesellschaftsglieder einstellt.

Der Begriff Behinderung reduziert sich nicht mehr auf eine medizinische Diagnose sondern wird als eine "Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren" beschrieben, die Menschen mit Behinderung an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern. Nicht die Beeinträchtigung an sich steht im Vordergrund, sondern die Auswirkung im Leben.

Eine zentrale Forderung ist daher Barrierefreiheit nicht nur für mobilitätseingeschränkte Personen, sondern auch für Menschen mit einer Sinnesbehinderung und Personen mit kognitiven Einschränkungen. Ein universelles Design, das von den unterschiedlichsten Personen genutzt werden kann, also nicht nur von Menschen mit Behinderung sondern auch Ausländern, Kindern, älteren Menschen ist gefordert. "Barrierefreiheit ist ein Schlüssel zur Enthinderung der Gesellschaft" (Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit)

"Nichts über uns ohne uns" - Beteiligung der Betroffenen ist Voraussetzung um eine inklusive Gesellschaft zu schaffen.

Gemeinsame Erziehung und Bildung in Kindertagesstätten und Schulen bis hin zum lebenslangen Lernen sollen die individuellen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen.

Die UN-BRK erfordert also eine Bewusstseinsänderung was Behinderung betrifft. Es gibt nicht behindert und nichtbehindert sondern eine "Vielfalt des Lebens", ein Spektrum von unterschiedlichsten Einschränkungen und Ausprägungen.