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Gruppenfoto mit dem Ombudsmann
von links: Stadträtin Sabine Groß (Sozialdezernentin), Hans-Jürgen Schäfer (seit 01.08.2018 Ombudsmann der MainArbeit), Gertrud Marx (SPD-Fraktion, Vorsitzende des Sozialausschusses), Dr. Wolfgang Christian (bis 31.07.2018 Ombudsmann der MainArbeit). © Stadt Offenbach/georg-foto.de
Der Ombudsmann ist eine neutrale, außerhalb der Organisation der MainArbeit – dem Kommunalen Jobcenter Offenbach – stehende, sachlich und persönlich unabhängige Person. Im August letzten Jahres wurde Hans-Jürgen Schäfer von der Stadtverordnetenversammlung als Nachfolger von Dr. Wolfgang Christian zum Ombudsmann bestellt, seitdem ist er Ansprechpartner für Menschen, die Fragen zu Entscheidungen des Jobcenters haben oder diese nicht nachvollziehen können.

Jeden Dienstag zwischen 14 und 16 Uhr kommen Kunden der MainArbeit mit ihrem Bescheid oder ihren sonstigen Anliegen zu ihm in den 11. Stock im Rathaus, meist mit Fragen, warum sie eine ihnen nach eigenem Dafürhalten zustehende Leistung nicht bewilligt bekamen, weniger Geld bekommen oder auch mit Sanktionen belegt wurden. Jeweils 8 bis 10 Personen kommen in seine Sprechstunde, manche melden sich auch telefonisch oder per Mail. „Das SGB II ist ein kompliziertes Leistungsrecht“, weiß der Jurist, der vor seiner Pensionierung unter anderem 20 Jahre als Richter am Amtsgericht Offenbach tätig war. „Nicht nur für rechtsunkundige Personen ist die Anwendung der Vorschriften oft nur schwer verständlich und transparent.“

Schäfer kann auf profunde Kenntnisse zurückgreifen, schließlich absolvierte er vor dem  Studium eine Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt beim Arbeitsamt Gießen. Dann folgten Stationen unter anderem in Offenbach und Frankfurt, er war Direktor des hiesigen Arbeitsgerichts und Präsident des Arbeitsgerichts Frankfurt. „Überhaupt“, meint er, „schadet Jura nicht.“ Denn auch wenn in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit weniger der Zivilrechtler gefragt ist, die Sozialgesetzgebung ist im Öffentlichen Recht geregelt, kennt er die Materie relativ gut. An seinem neuen Amt schätzt er vor allem die Freiheit, unabhängig agieren zu können. Der Ombudsmann ist ein freiwilliges Angebot der Stadt ohne geregeltes Verfahren. „Ich kann das Telefon in die Hand nehmen und versuchen, einen Sachverhalt schnell und pragmatisch zu klären.“ Denn natürlich passieren den Mitarbeitern der MainArbeit in der Flut der Anträge auch Fehler, deshalb sei es gut, wenn die Menschen zu ihm kommen. Nur ein Drittel der vorgetragenen Einwände sind ganz oder teilweise begründet, manchmal ist die Sachlage aber auch eindeutig: „Das Gesetz lässt keine unbeschränkte Wunscherfüllung zu.“

Das ist in den meisten Fällen aber zweitranging, es überwiegt der Anteil derer, die den Bescheid sprachlich oder inhaltlich schlicht nicht verstanden haben. Schäfer nimmt sich die Zeit, die den Mitarbeitern der MainArbeit oft fehlt, hört zu, schreibt jeweils einen Bericht an die MainArbeit und versucht, den Sachverhalt zu klären. „Das Warum ist wichtig“, weiß er aus seiner bisherigen Tätigkeit, „die Menschen möchten die genaue Begründung kennen und verstehen.“ In der Regel dauert es nur eine Woche, bis er Antworten geben kann, der Austausch mit der MainArbeit klappt gut. Und auch seine Kunden sind zufrieden, die meisten sind ihm für seine Unterstützung dankbar. Sogar selbstgebackene Muffins mit großer „Vielen Dank“-Aufschrift habe er unlängst erhalten, berichtet er schmunzelnd.

Ombudsmann Hans-Jürgen Schäfer steht Kunden der MainArbeit jeweils dienstags, in der Zeit von 14 Uhr bis 16 Uhr im Raum 1111 im Rathaus zur Verfügung.

22. März 2019