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In Anwesenheit von Großherzog Ernst Ludwig und seiner Gattin Eleonore wurde im Oktober 1912 die Friedenskirche in Offenbach eingeweiht. Dort zelebrierten die Fabrikbesitzer aus dem Westend, die sich um die Jahrhundertwende angesiedelt hatten, ihre Gottesdienste. Davor waren sie auf die Gastfreundschaft der deutsch-katholischen Gemeinde angewiesen.

Wie die Lutherkirche plante der Kirchenarchitekt und Städtebauer Friedrich Pützer die Friedenskirche im Jugendstil als Zentrum und Versammlungshaus der feiernden Gemeinde. Das Resultat: ein Gottesdienstraum im Obergeschoss, umgeben von Gemeinderäumen, Pfarr- und Küsterwohnungen. Obwohl durch die Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs im Innenraum nichts aus der Erbauungszeit erhalten blieb, fallen einige außergewöhnliche Kunstwerke ins Auge. Das Tympanon, ein reliefartiges geschmücktes Giebelfeld, über dem Portal der Kirche, zieht die Verbindung der Friedenskirche als Ort der Geborgenheit zur Arche Noah.

Im Gottesdienstraum bewahrt die Gemeinde ein Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert auf sowie einen Schriftteppich neben der Kanzel, der die ersten Zeilen der Schöpfungsgeschichte aus dem ersten Buch Mose wiedergibt.

Die Abendmahlsgeräte wurden von Professor Ernst Riegel gestaltet und gelten als bedeutende Werke der Goldschmiedekunst der Jugendstilzeit. Der Altarraum war in den 1950er Jahren nach Entwürfen von Rudolf Koch neu gestaltet worden.

Im Turm des Gotteshauses laden vier Glocken aus dem Jahr 1925 die rund 2.150 Gemeindemitglieder zum Gottesdienst ein. Die Glocken waren im Zweiten Weltkrieg zwar abgeholt worden, wurden aber unversehrt wieder gefunden. Sie sind nach den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes benannt. Im Erdgeschoss des Gemeindezentrums finden Besucher die Gemeinderäume mit einem großen Saal und kleineren Gruppenräumen. Eine Kindertagesstätte, Ausflüge ins Landheim in Rod am Berg (Taunus), das Kirchencafé, Seniorengymnastik, Frauenkreis und die vier Chöre runden das soziale Engagement der Friedensgemeinde im Westend ab.