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Kranzniederlegung durch BM Peter Freier
© georg-foto,offenbach am main
Zukunft braucht Erinnerung: Vor einhundert Jahren, am 9.November 1918 wurde mit der deutschen Republik in Berlin die erste Demokratie Deutschlands ausgerufen und am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin. Erinnerungswürdige Daten, wichtiger aber noch ein weitere Jahreszahl: 1938. Zum 80. Mal jährte sich in diesem Jahr der Tag, an dem in Deutschland, in Österreich und im Sudetenland die Novemberpogrome stattfanden. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen über 1.400 Synagogen in Flammen auf, wurden jüdische Friedhöfe geschändet, Betstuben, Geschäfte und Wohnungen verwüstet und zerstört. Für viele deutsche Juden wandelte sich Deutschland in dieser Nacht zu einem Land des Schreckens, das nicht mehr ihre Heimat sein konnte. Jeglicher Glaube an Menschlichkeit und zivilgesellschaftlichen Fortschritt ging bis 1945 verloren.

In einer Gedenkstunde legte Bürgermeister Peter Freier stellvertretend für den gesamten Magistrat der Stadt Offenbach bereits am Donnerstagabend einen Kranz an der stilisierten Flamme des Künstlers Bernd Rosenheim vor dem Offenbacher Rathaus nieder. Im Anschluss legten die Offenbacher Geschichtswerkstatt und die Stadt Offenbach einen weiteren Kranz am Gedenkstein am Platz der Deutschen Einheit nieder. An der Gedenkstunde nahen auch Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde Offenbach und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit teil. Hintergrund für die Terminverschiebung der Gedenkfeier war der Sabbat am Freitag.

„Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern“, zitiert Bürgermeister Peter Freier den französischen Dichter und Politiker André Malraux: „Insbesondere in Zeiten eines wieder erstarkenden globalen Antisemitismus müssen wir uns jeden Tag neu mit der Frage des warum beschäftigen, um Antworten für die Gegenwart und die Zukunft zu finden.“