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Offenbach als Wohnstandort wird immer beliebter. Ein unübersehbarer Indikator ist der anhaltende Bauboom: Immer neue Wohnungen entstehen, die angesichts der stetig steigenden Preise im Zentrum des Rhein-Main-Gebiets vor allem Menschen ansprechen, die in einem gut bezahlten Beschäftigungsverhältnis stehen.

Die dadurch beschleunigte Aufwertung der Offenbacher Bevölkerungsstruktur ist mittlerweile auch in den Statistiken nachweisbar: Wie der jüngste statistische Vierteljahresbericht der Stadt aufzeigt, stieg der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 15 und unter 65 Jahren am Wohnort Offenbach in den vergangenen drei Jahren deutlich stärker als in den anderen vier hessischen Großstädten (Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden und Kassel). Die Quote in Offenbach lag zum Stichtag 30. Juni 2016 bei 57,8 Prozent und damit deutlich vor den Vergleichsstädten (siehe Tabelle). Nach dem Wohnort-Prinzip werden Beschäftigte erfasst, die in Offenbach wohnen, unabhängig davon, ob ihr Arbeitsplatz in der Stadt selbst angesiedelt ist oder ob sie auspendeln.

Die Stadt profitiert in dieser Betrachtung von dem Bevölkerungswachstum, der Lage mitten im Rhein-Main-Gebiet, einem dynamischen regionalen Umfeld und den guten Verkehrsanbindungen. Einen klaren Spitzenplatz nimmt Offenbach auch bei den hier lebenden Ausländern ein: 53,7 Prozent der Nicht-Deutschen gehen einer geregelten Beschäftigung nach – deutlich mehr als in den Vergleichsstädten. Die Beschäftigungsquote der Frauen ist in Offenbach mit 51,4 Prozent dagegen niedriger. Nur in Kassel stehen noch weniger Frauen in Lohn und Brot. Strukturelle Risiken bestehen außerdem in dem immer noch sehr hohen Anteil von Beschäftigten ohne Berufsabschluss und dem niedrigen Anteil von Beschäftigten mit Hochschulabschluss.

Weniger Arbeitsplätze in der Stadt

Wie das Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration im jüngsten Vierteljahresbericht feststellt, sind die positiven Entwicklungen umso bemerkenswerter als dass die Dynamik Offenbachs als Wirtschaftsstandort „allenfalls als verhalten“ zu beurteilen ist. Wie das Schaubild darstellt, ist seit 2013 zwar auch der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort (also jenen Menschen, die in Offenbach arbeiten, aber nicht zwingend hier wohnen) gestiegen.

In der längerfristigen Betrachtung ist die Situation in Offenbach aber von einem deutlichen Rückgang der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort gekennzeichnet. Nach wie vor nimmt Offenbach damit unter den Vergleichsstädten den letzten Platz in dieser Statistik ein: Zum Stichtag 30. Juni 2016 gingen 45.970 Menschen in Offenbach ihrer Arbeit nach. 1992 waren es noch 51.867 Menschen. Nach dem Arbeitsort-Prinzip werden Beschäftigte in Offenbacher Betrieben ausgewiesen, unabhängig davon, ob sie in der Stadt selbst wohnen oder einpendeln.

Immer mehr Auspendler

Dementsprechend haben sich auch die Pendlerströme verändert: Erstmals verzeichnete die Statistik im Jahr 2015 einen Auspendlerüberschuss von 1,3 Prozent. Somit pendeln mehr Arbeitnehmer aus Offenbach aus als ein. Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2016 fort, der Auspendlerüberschuss lag im Juni 2016 bei 6,0 Prozent. Offenbach entwickelt sich folglich derzeit von einem Arbeitsort zu einem Wohnstandort.

Ursache für diese Entwicklung ist unter anderem der Rückzug der Industrie aus der Stadt: Nur noch 19,5 Prozent der Beschäftigten am Wohnort Offenbach arbeiten noch in diesem Wirtschaftszweig. In den Jahren zwischen 2008 und 2016 hat das verarbeitende Gewerbe über ein Drittel der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze verloren, während sich die Bauwirtschaft stabilisieren konnte und seit 2013 wieder deutlich wächst.

Gewachsen ist die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe und in den Dienstleistungen für Unternehmen (darunter auch Personalüberlassung). Rückläufig ist die Zahl derjenigen, die im Kreditgewerbe und in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt sind.Den größten Anteil an den Beschäftigungsverhältnissen haben die „sonstigen Dienstleistungen“ mit 56,8 Prozent. Handel, Gastgewerbe und Verkehr stellen die drittstärkste Branche mit 23,7 Prozent. Unternehmensbezogene Dienstleistungen, öffentliche Verwaltung und Handel sind die stärksten Branchen innerhalb des Dienstleistungssektors.

Weniger Arbeitsplätze in der Stadt

Wie das Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration im jüngsten Vierteljahresbericht feststellt, sind die positiven Entwicklungen umso bemerkenswerter als dass die Dynamik Offenbachs als Wirtschaftsstandort „allenfalls als verhalten“ zu beurteilen ist. Wie das Schaubild darstellt, ist seit 2013 zwar auch der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort (also jenen Menschen, die in Offenbach arbeiten, aber nicht zwingend hier wohnen) gestiegen.

In der längerfristigen Betrachtung ist die Situation in Offenbach aber von einem deutlichen Rückgang der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort gekennzeichnet. Nach wie vor nimmt Offenbach damit unter den Vergleichsstädten den letzten Platz in dieser Statistik ein: Zum Stichtag 30. Juni 2016 gingen 45.970 Menschen in Offenbach ihrer Arbeit nach. 1992 waren es noch 51.867 Menschen. Nach dem Arbeitsort-Prinzip werden Beschäftigte in Offenbacher Betrieben ausgewiesen, unabhängig davon, ob sie in der Stadt selbst wohnen oder einpendeln.

Ansiedlung von Gewerbe und Arbeitsplätzen

Für Oberbürgermeister Horst Schneider bestätigen diese Zahlen die bestehenden Zielvorgaben der Politik: „Die Stadt muss in den kommenden Jahren ihr ganzes Augenmerk auf die Ansiedlung neuer Unternehmen und Arbeitsplätze werfen. Mit dem Masterplan haben wir die Grundlage geschaffen, um unter anderem den Kaiserlei, den Ostbahnhof und das Allessa-Areal zu zeitgemäßen Gewerbegebieten zu entwickeln. Dort müssen qualifizierte und attraktive Arbeitsplätze entstehen.“

Insbesondere das vergleichsweise große Allessa-Gelände bietet Raum für neue Ideen, am ehemaligen Güterbahnhof wiederum soll sich Industrie 4.0 ansiedeln – eine stadtverträgliche Produktion, die Arbeiten, Wohnen und Leben im Grünen in Einklang bringt. „Die Stadt wird dann auch von höheren Einnahmen aus der Gewerbesteuer profitieren, die sie benötigt, um Spielraum für Investitionen für ihre Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen.“

Erfreulich ist für Schneider die Tendenz, dass immer mehr Menschen mit einem festen Arbeitsverhältnis in Offenbach leben: „Das ist gut für unsere Sozialstruktur. Aber wir wollen, dass die Offenbacherinnen und Offenbacher auch in unserer Stadt einen guten Job finden. Und wir müssen uns noch mehr bemühen, Frauen in Arbeit und Selbstständigkeit zu bringen, die das aus ihrer Kultur vielleicht nicht gewöhnt sind. Die ohnehin schon gute Quote der beschäftigten Ausländer hat noch Potenzial nach oben.“

Tabelle: Beschäftigungsquote hessischer Großstädte – Quelle: Bundesagentur für Arbeit

 

Gesamt

Männer

Frauen

Deutsche

Nichtdeutsche

Darmstadt

53,6

55,1

52,0

55,6

46,3

Frankfurt

55,3

57,6

52,9

59,4

46,6

Offenbach

57,8

63,9

51,4

60,4

53,7

Wiesbaden

57,3

61,4

53,5

59,4

49,0

Kassel

51,1

54,4

47,7

54,0

37,6

14.07.2017